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Mittwoch, April 18, 2007

Von der Sexdauer, zufriedenen Dänen und ÖH-Geldern

Der erste kommerzielle Hersteller von Kondomen war der Reifenhersteller Goodyear. Heutzutage gibt es eine Vielzahl an Herstellern, die sich mit Produkten der Empfängnisverhütung und Geschlechtskrankheitsprophylaxe befassen. Einer der Marktführer dieser Unternehmen erstellt jährlich eine große Sexumfrage. So ergab sich aus der diesjährigen Umfrage, dass die Österreicher und Österreicherinnen vor allem mit der Sexdauer unzufrieden sind. Es ergab sich die durchschnittliche Sexdauer von knapp 17 Minuten. Wer "dabei" die Zeit hat, auf die Stoppuhr zu sehen, der hat sicherlich allen Grund, mit seinem Sexleben unzufrieden zu sein. Wer wird für solche Studien eigentlich befragt?

Aber es gibt auch zufriedene Europäer. Laut einer Studie der Universität Cambridge sind die Dänen die glücklichsten Menschen der 15 befragen euopäischen Staaten. Ob dies mit der durchschnittlichen Sexdauer zusammenhängt, vermag ich nicht zu klären. Die Österreicher reihten sich übrigens im Mittelfeld, an achter Stelle, ein. Wenn schon nicht beim Fußball, so besiegen sie zumindest in Sachen Zufriedenheit ihren größeren Nachbarn Deutschland. Denn die Deutschen befinden sich am Ende der Glücklichkeits-Skala. Und auch die Griechen, Sexdauer-Weltmeister des letzten Jahres, scheinen sich wohl nicht allzu zufrieden zu fühlen. Vielleicht weil sie im heurigen Jahr von den Nigerianern vom Sexdauer-Weltmeisterthron gedrängt wurden.

Ziemlich unglücklich müssten jedoch die österreichischen Studenten mit ihrer Vertretung, der ÖH, sein. Zumal vor kurzem ein Wirtschaftsreferent wegen Veruntreuung verurteilt wurde. Jahrelang griff dieser, scheinbar ohne Aufsehen zu erregen, in die Kassen der ÖH. Die ÖH ist, politisch gesehen, zu beinahe fast nichts wirkungsvoll, doch mit den Studentengeldern, die zwangsweise bezahlt werden müssen, lässt es sich doch fein leben. Der Schaden belief sich auf € 48.000,--. Man geht sogar von einem Schaden bis zu € 100.000,-- aus, dies wird jedoch nicht genauer verfolgt, da dies offensichtlich zu mühsam wäre. Aber den meisten Studenten wird dies wohl egal sein. Wie ihnen auch die ÖH egal sein kann, denn wirklich vorhanden ist sie ja ohnehin nur beim Mitgliedsbeitrag, der übrigens gleichzeitig mit den Studiengebühren, zwangsweise, zu bezahlen ist. Aber wenigstens hat diese Causa, zur Abwechslung, einmal nichts mit der durchschnittlichen Sexdauer in Österreichs Schlafszimmern zu tun.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, April 17, 2007

Von blauen Hängen, Umfärbungen und Killerhasen

Am 21. April werden in Obertauern nicht nur die feschen schwedischen Skihaserl, beim après ski, "blau" sein. Nein. Zu Promotionzwecken wird ein gesamter Hang mit blauer, biologisch unbedenklicher, Farbe eingesaut. Dazu findet eine "Schatzsuche" statt. Im Grunde eine völlig verblödete Aktion, doch sie scheint Sinn zu haben. Denn immerhin berichte sogar ich von diesem völlig unrelevanten und total schwachsinnigen Treiben. Aber es ist halt einfach ein ungewöhnliche Aktion.

Wiewohl... eigentlich doch nicht. Denn Österreich hat eine lange Tradition in der Umfärberei. Zumindest auf politischer Ebene lässt sich das Farbenspiel, nach fast jeder Wahl, beobachten. Da werden manche vormalige Günstlinge aus ihrem Amt gelobt, versüßt durch einen "golden handshake", auf dass der aktuelle Günstling, mit dem nunmehr richtigen Parteibuch, den Dienst an der Allgemeinheit antreten kann. Bezahlt wird dieses, durchaus teure, Umfärbe-Vergnügen der Parteien aber nicht aus ihren Geldern. Nein, dafür muss dann doch wieder die Allgemeinheit, die Steuerzahler, ihre Geldtascherl öffnen.

Böse Zungen behaupten, dies würde vom Vorstandsdirektor bis zum Hausmeisterposten reichen. Dies halte ich jedoch für ein Gerücht. Viel eher betrifft es nur die wirklich "guten" Jobs. Also die, wo wirklich einiges an Geld zu verdienen ist. Die treuen und treuesten der Parteigänger wollen bei Laune gehalten werden. Der Hausmeisterposten, wenngleich auch wichtig, fällt wohl nicht in diese Kategorie. Aber wie dem auch sei - es wird umgefärbt, dass es eine Freude ist. Besonders am Küniglberg nimmt und nahm dies schon immer beinahe olympische Ausmaße an.

Dieses Treiben ist, und dies haben alle politischen Couleurs gemein, ein Spass für alle relevanten Parteien. Wahrscheinlich lernt man die Umfärberei, wenn nicht gar auf der Volkshochschule, dann zumindest in den Parteiakademien unserer glorreichen österreichischen Parteien. Besonders beliebt sind diese Kurse im Kombi-Abo mit Neuro-Linguistischer-Programmierung, dem Weinseminar für Fortgeschrittene und den Heimatweisen-Liederabenden. Umfärben als politische Disziplin eben. Alle kritisieren es, aber jeder macht es. Genauso wie unnütze Autofahrten, rauchen in geschlossenen Räumen und Nasen bohren. Ungustiös, aber halt doch weit verbreitet.

In Linz wurde übrigens eine Pensionistin von einem Feldhasen angefallen. Blöd für die Pensionistin und den nunmehr toten Hasen, aber ich hatte kein schlechtes Gewissen, als ich darüber herzhaft lachen musste. Dieses Hasen-Ding hat mit der Thematik zwar, im engeren Sinne, nichts zu tun, ist aber dafür tierisch schräg. Sollte dies in Zukunft vermehrt passieren, so plädiere ich dafür, Linz in eine etwas beruhigendere Farbe umzufärben. Grün wäre schön. Denn dieser Farbe wird, in der Farbenlehre, eine beruhigende Wirkung zugesprochen. Vielleicht hilft es ja um zukünftige Attacken der Killerhasen zu vermeiden. Denn wie wir alle wissen: Prävention ist, langfristig gesehen, nicht nur intelligenter, sondern auch billiger als im Nachhinein den Scherbenhaufen aufzuräumen. Oder wir lassen einfach alle Feldhasen im Großraum Linz abknallen. Dies wäre aber die etwas barbarischere Lösung.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Freitag, April 13, 2007

Von Zecken, Lobby-Geldern und Kubanern

New York City wimmelt von Ratten, trotzdem werden durchschnittlich nur 311 Bürger jährlich von ihnen gebissen. Andererseits werden jährlich etwa 1519 Einwohner New Yorks von anderen New Yorkern gebissen. Hierzulande kennt man solche Probleme nicht. In Österreich beißen zur Zeit nur die Zecken. Die feiern nach dem milden Winter wahre Hoch-Zeiten. Gegen FSME hilft nur die Impfung, gegen Borreliose hilft gar nichts, außer vielleicht ein frommes Gebet. Der FSME-Impfstoff kostet in der Apothekte um die € 10,--. Zecken springen übrigens nicht, wie Kamikaze-Guerrillas, von Bäumen, sondern lauern im hohem Gras. Wie man es, zum Beispiel, bei von EADS finanzierten Golftagen findet.

Dies erinnert dem Schreiberling daran, die Zeckenimpfung aufzufrischen. Obwohl er große Angst vor Spritzen hat. In der Wissenschaft nennt man das, also die Angst vor Spritzen, Trypanophobie. Sie gehört zu der Gruppe der irrationalen Ängste und es handelt sich dabei um eine spezielle Phobie. Ob es wohl auch Phobien dem Geld gegenüber gibt?

Wenn, dann leiden die im Eurofighter Deal involvierten Personen nicht darunter. So wurde angeblich, neben den Wolf´s und den Rumpolt´s, auch der frühere FPÖ-Kommunikationschef Lukasek mit EURO 28.500,-- bedacht. Wieder einmal war der Lobbyist Steininger der edle Spender. Für diese Summe könnte sich Herr Lukasek circa 2.850 Einheiten des FSME Impfstoffes in der Apotheke kaufen. Seine Famile, ach was Rede ich, die ganze Sippe wäre wohl die nächsten Jahrzehnte blendend gegen FSME geschützt. Da könnten die Zecken beißen wie sie wollen.

Aber auch die BAWAG beweist Biss. Zumindest wenn es sich um Kunden kubanischer Herkunft handelt. Denn die werden, nach der Übernahme durch Cerberus, nicht mehr als Kunden anerkannt. Begründet wird dies mit US-Recht, welches gewisse Sanktionen gegen Kubaner beinhaltet. Eine Laune des Schicksals, dass die ehemalige Bank der Genossen Menschen aus dem Land der Genossen, oder companèros, nicht mehr offen steht. Zumindest scheint die BAWAG, im Gegensatz zu anderen Zecken, das Geld von Kubanern nicht wirklich nötig zu haben. Dabei sagt man doch immer, dass Geld kein Mascherl hätte. Bei den Jungs und Mädels vom Raiffeisenkonzern wäre dies nicht passiert. Im internationalen Geschäftsbereich haben sie nicht einmal Skrupel davor, mit Europas letztem Diktator Geschäfte zu machen. Um den Dieb beim Namen zu nennen: Es handelt sich hierbei um Alexander Lukaschenko, seines Zeichens Diktator von Belarus (Weißrussland).

Und was die Steininger´s, die Rumpolt´s, die Wolf´s, der Lukasek´s, die BAWAG´s und die Raiffeisen´s dieser Welt mit Ratten und Zecken gemein haben? Nun ja, der Schreiberling wird sich hüten, darauf zu antworten. Denn es haben sich schon andere die Finger beim Schreiben verbrannt. Aber gegen Zecken, also die echten, kann man sich wenigstens impfen lassen. Oder zumindest gegen FSME. Also, meine verehrten Leserinnen, geehrten Leser und geneigten Sozialvoyeuristen: Bitte geht zur Zeckenimpfung, es ist wirklich besser für eure Gesundheit. Trypanophobie hin oder her...

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Donnerstag, April 12, 2007

Von Kärntnern, Karl Kraus und Hundeleben

Die Verpackung von Cornflakes enthält mehr Nährstoffe als ihr Inhalt. Darüber ließe sich zwar streiten, doch beweist mir erstmal das Gegenteil. Mit der Politik verhält es sich ja oftmals genau so. Da übersteigt der Schein das Sein beizeiten bei Weitem. Etwa beim BZÖ, welches nicht davor zurückschreckte, einen Antrag auf Abschiebung von Helmut Elsner aus Kärnten zu stellen. Wie zu erwarten wurde dieser Antrag, richtigerweise, abgeschmettert. Man kann aber feststellen, dass nicht Wien, sondern Kärnten anders ist. Den Vorwurf der Lächerlichkeit kann man jedoch für solche Parteien getrost tätigen. Lächerliches wird im englischen als "ridiculous" bezeichnet. Dies darf aber nicht mit dem französischen "ridicule" verwechselt werden, was eine abfällige Bezeichnung für eine spezielle Damenhandtasche gegen Ende des 19. Jahrhunderts war.

Doch wenn wir auf das Kärntner BZÖ zurück kommen, dann fällt mir immer das folgende Karl Kraus Zitat ein: "Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen Schatten." Das hat er gesagt, der Karl Kraus. Karl Kraus war übrigens kein Kärntner, sondern wurde im heutigen Tschechien geboren. Gemeinhin wird er als sehr gescheiter Typ betrachtet. Doch wenn er so gescheit war, der Karl, dann frage ich mich schon, warum er nicht mehr lebt, der Kraus?

Nun ja, ist ja Blödsinn. Die Lebenserwartung hat ja nur bedingt etwas mit Intelligenz zu tun. Karl Kraus wäre mittlerweile ja beinahe 133 Jahre alt. Solch biblisches Alter erreichen nicht einmal die Menschen auf Okinawa. Wenngleich auf dieser japanischen Insel, im Vergleich zu westlichen Kulturen, mehr als viermal so viele Hundertjährige leben. Aber beinahe 133 Jahre, das wäre dann schon übertrieben. Das wollen wir niemandem zumuten.

Wenn wir davon ausgehen würden, dass ein Menschenjahr sieben Hundejahre entspricht, so wären dies sogar beinahe 931 Hundejahre. Also fast ein Hundejahrtausend. Wiewohl das ganze Ding mit den Hundejahren ja völliger Quatsch ist. Ein Jahr ist ein Jahr und bleibt ein Jahr - auch wenn Zeit relativ ist. Hunde leben einfach nicht so lange wie Menschen und dies ist nur fair. Habt ihr euch mal angesehen, wie schön es Hunde, zumindest im westlichen Kulturkreis, haben? Da ist es nur recht und billig dass sie, als ausgleichende Gerechtigkeit, früher als Menschen oder Papageien, über den Jordan schreiten.

Reinrassige Hunde haben übrigens, wegen Überzüchtung, ein erhöhtes Krankheits- und Todesrisiko. Ganz zu schweigen von psychischen Störungen. In diesem Fall ist wohl auch die Verpackung besser als der Inhalt. Wo sich nun der Kreis schließt und wir die Verbindung zum BZÖ hergestellt haben.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, April 11, 2007

Von Hummeln, Teufeln und Domains

Die Hummel kann nach gängigen Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen. Doch sie weiß noch nichts davon und kümmert sich auch nicht um Themen der Aerodynamik. Deshalb fliegt sie fortan weiter von Blume zu Blume und ab und zu in eine Limo-Dose. In ihrem Fall ist Nicht-Wissen also von großem Vorteil.

Mit Nicht-Wissen wollen viele Menschen auch eine Übertretung von Gesetzen rechtfertigen. Bringt ihnen aber auch nichts. Denn lt. gängigem Recht ist es die Pflicht eines jeden Staatsbürgers über die Gesetze Bescheid zu wissen. Und dies ist jedem Staatsbürger auch durchaus zuzumuten. Beginnt man ab dem Vorschulalter mit der Lektüre der verschiedentlichen Gesetzbücher, so kann man, je nach Lernfähigkeit, ab Beginn der Pension oder kurz vor der Schließung des Sargdeckels alle Gesetzestexte aus dem Talon ziehen. Es sei denn, man bekommt Alzheimer. Oder irgend eine andere Form von Demenz. Dann war alles für die Katz´. Jedenfalls erfährt das Konzept des "lebenslangen Lernens" eine völlig neue Qualität.

Die Funktionäre des GAK, der roten Teufel von Graz, werden den Klub auch durch ihr Nicht-Wissen nicht retten können. "Wir wussten nicht, dass wir die ganze Kohle verbraten haben!", wird wohl als Ausrede kaum durchgehen. So vermeldet der Kreditschutzverband von 1870 (KSV) etwa, dass dem GAK Forderungen im Ausmaß von bis zu 49 Mio. EURO drohen. Dies sind umgerechnet 674,25 Mio. nostalgische Schillinge, 61,25 Mio. Kugeln Vanilleeis bei meiner Lieblingseisdiele oder 44 % eines Eurofighters. Man könnte sich mit diesem Geld also locker eine Typ-2-Diabetes anfressen oder beinahe einen halben Eurofighter erstehen.

Wieso gibt der KSV von 1870 eigentlich so mit der Jahreszahl an? Befragt man die Wikipedia, so wurde in diesem Jahr den ehemaligen Sklaven in den USA das Stimmrecht gewährt, die dritte Republik wurde in Paris ausgerufen, Rockefellers Standard Oil Company wurde gegründet, die Deutsche Bank AG nahm ihren Betrieb auf und das vermeintliche Troja wurde wiederentdeckt. Aber vom Kreditschutzverband steht dort nichts. Eigentlich gemein, dass der KSV nun so herumpost mit diesem Jahr. Dabei gab es damals noch nicht einmal die allergrößte ORF Reform aller Zeiten, geschweige denn das World Wide Web.

Apropos WWW. Die Doman .eu stellt mittlerweile, nach Adressaten gerechnet, die siebtgrößte Domain dar. In Zahlen ausgedrückt bedeuted dies, dass diese Top-Level-Domain von ca. 2,5 Mio. Benutzern verwendet wird. Verglichen mit der Gesamtbevölkerung der EU wären dies immerhin 0,5 % aller EU-Bürger. Nichts desto trotz stehen .com-Domains noch immer an erster Stelle. Wobei das "com" eigentlich "commercial" bedeuted. Daraus lässt sich schließen, dass die meisten User keine Nationalität haben und sich in ihrem Selbstbild als Unternehmen sehen. Eine Sonderform der Ich-AG vielleicht. Was aber im Grunde auch egal ist.

Und wenn wir schon einmal dabei sind. Wer hätte gedacht, dass der Elefant das einzige Säugetier ist, welches nicht springen kann? Wiewohl ich mir auch ansehen will, wie ein Wal oder ein Delfin springt, wenn man ihn erst mal aus dem Wasser gezogen hat. Wegen Chancengleichheit und so... aber andererseits... im Umkehrschluss müsste man alle Landsäuger ins Meer werfen... also lassen wir es lieber bleiben. Ist im Grunde ja auch völlig egal, wer und ob man nun springen kann. Die Hauptsache ist doch, dass die Hummel fliegen kann. Denn sie kann es, weil sie nicht weiß, dass sie es nicht kann. Was auch wieder logisch ist. Irgendwie...

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Sonntag, April 08, 2007

Satire und MMORPG

Unter dem Titel MMORPG verbergen sich meist Computerspiele, die beim User zu massiven Suchtverhalten führen können und für die jeweiligen Betreiberunternehmen einen wahren Goldesel darstellen. Dass diese Games aber weit über die bloße Rezeption hinausgehen, beweisen tausende Bilder von Artwork und dergleichen, die von den Usern erstellt werden.

Dass sich die Zocker jedoch auch durchaus satirisch über ihre Vorlieben äußern, wird durch kreative Kurzfilme und Hörspiele aufgezeigt. So etwa auch bei "Allimania", eine Serie von Kurzfilmen zu "World of Warcraft", welche nicht mit Kritik und Satire dem Spiel gegenüber spart und dabei auch die Rollenspieler selbst auf die Schippe nimmt. Man muss kein Zocker sein, um über diese Kurzfilmchen zu lachen. Dem Schreiberling, der selten zockt und dann meist frustriert seine Maus zerstört (weil er wieder und wieder bei PC-Games verliert) gefiels und deswegen gibt es den Link zu den ersten fünf Teilen von "Allimania". Und wie war das? Der Feminismus hält auch Einzug in MMORPG´s? Rassismus gegen Gnome ist weit verbreitet? Wird Raul sprechen? Und was zur Hölle ist ein Zug?

Link: Allimania Part 1 - 5

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, März 06, 2007

Das Statussymbol und der Rucksack

Früher galten ein tolles Auto und eine schick eingerichtete Wohnung bereits als Statussymbol. Heute fahren wir Autos, weil es kaum mehr anders ginge. Und mit dem neuesten Schrankmodul "Björn" oder "Inga" von IKEA entlockt man niemandem Bewunderung. Doch da man sich Statussymbolen nicht entziehen kann und will, müssen eben neue Formen her.

Und gefunden wurden sie in Fernreisen. Was früher einer überschaubaren Anzahl von wagemutigen Weltenbummlern vorbehalten war, ist heutzutage gängiger Usus in der Altersgruppe 20+. Wer etwas auf sich hält, der bereist fremde Kontinente. Aber natürlich nicht mit den spießigen Koffern der Elterngeneration, sondern mit trendigen, multifunktionalen Rucksäcken. Backpacker eben. "Der Rucksack ist es!", sprach er, und machte sich auf gen Norden, Süden, Osten oder Westen.

Spätestems seit dem Film "The Beach" ist Thailand das vorrangigste Ziel, zur Erlangung von Status. Aber auch andere Länder erfreuen sich größter Beliebtheit. Wer jettet nicht gerne mal schnell nach Asien, macht ein Wenig Party in Australien, um sich kurz darauf am "Ground Zero" wieder zu finden?

Natürlich spricht hierbei niemand von Status. Die Individualität, die Kulturbegegnung wird betont. Doch bei genauerer Betrachtung erscheint dies als ausgelustschtes Quasi-Argument. Denn wirkliche Kulturbegegnungen sind eben nicht möglich, wenn man von internationalem Hostel zu internationalem Hostel reist. Man muss nichts mehr riskieren bei Backpackertouren, man findet das Gewohnte in exotischer Landschaft. Sollte dem Reisenden der Kulturschock dennoch kurzzeitigl übermannen, so genügt ein Besuch bei McDonalds oder einer jener global allgegenwärtigen "Irish Pubs", um dem entschärften Fremden zu entfliehen.

Die neue Form der Fernreisen, mitsamt den Billig-Angeboten, ist demzufolge nur eine modifizierte Form des sicheren, des geschützten Reisens. Man stapft in Spuren, die schon längst von der Tourismuswirtschaft erschlossen wurden. Wege und Pfade, die auf den westlichen Geschmack von Komfort ausgelegt sind. "Echte" Kulturerfahrungen sind kaum möglich. Aber wem stört es, wenn man zumindest durch Fotos (von den ewig gleichen Motiven) seine Anwesenheit in fernen Ländern bezeugen kann? Status ist Status und auch ein Porsche ist im Grunde nichts anderes als ein Auto.

Und der Schreiberling, dessen Sehnsucht nach wirklichen Abenteuern sich weit über seine Leidenschaft für le Parkour erstreckt? Der wird, in gewohnter Manier, diesem Trend trotzen und das echte Risiko, die echte Herausforderung suchen. Er wird die Arktis mit dem Fahrrad bereisen, in Iglus schlafen und sich von Fischen und Sportmüsliriegeln ernähren. Und wer weiß, vielleicht bringt er den Inuit auch ein Wenig Schnaps mit? Morgen vielleicht...

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Samstag, März 03, 2007

Die einsame Insel

Da ich mich zurzeit, einigermaßen gezwungenerweise, mit den Themen "Stereotype, Vorurteile und Rassismus" auseinandersetze, bestimmte diese Thematik die vergangenen Tage. Es ist zwar ein ernstes Thema, doch in meinen Unterlagen fand sich auch die eine oder andere witzige Geschichte. Eine solche, die ich in den Unterlagen fand, will ich hier und heute platzieren. Da bei den meisten meiner Postings der Humor doch ein Wenig zu kurz kommt, sehe ich dies als kurze, aber auch kurzweilige, Abwechslung. Zu finden ist diese Geschichte nicht nur in meinen Unterlagen, sondern auch, unter anderem, HIER. Es darf also auch einmal geschmunzelt werden...

There are beautiful deserted islands in the middle of nowhere where. The following people are stranded:

  • 2 Italian men and 1 Italian woman
  • 2 French men and 1 French woman
  • 2 German men and 1 German woman
  • 2 Greek men and 1 Greek woman
  • 2 English men and 1 English woman
  • 2 Bulgarian men and 1 Bulgarian woman
  • 2 Japanese men and 1 Japanese woman
  • 2 American men and 1 American woman
  • 2 Irish men and 1 Irish woman
  • 2 Australian men and 1 Australian woman

One month later on these absolutely stunning deserted islands in the middle of nowhere, the following things have occurred:

  • One Italian man killed the other Italian man for the Italian woman.
  • The two French men and the French woman are living happily together in a menage a trois.
  • The two German men have a strict weekly schedule of when they alternate with the German woman.
  • The two Greek men are sleeping with each other and the Greek woman is cleaning and cooking for them.
  • The two English men are waiting for someone to introduce them to the English woman.
  • The two Bulgarian men took a long look at the endless ocean and one look at the Bulgarian woman and they started swimming.
  • The two Japanese men have faxed Tokyo and are waiting for instructions.
  • The two American men are contemplating the virtues of suicide, while the American woman keeps on bitching about her body being her own, the true nature of feminism, how she can do everything that they can do, about the necessity of fulfilment, the equal division of household chores, how her last boyfriend respected her opinion and treated her much nicer and how her relationship with her mother is improving. But at least the taxes are low and it is not raining.
  • The Irish began by dividing the island into North and South and by setting up a distillery. They do not remember if sex is in the picture because it gets sort of foggy after the first few litres of coconut whiskey, but they are satisfied in the knowledge that at least the English are not getting any.
  • The Australians have set up a BBQ in the middle of the island and the sausages are sizzling. The men are on one end of the island, the woman at the other, each group drinking from tinnies with a bewildered air and occasionally looking at the other end of the island out of the corner of their eyes.
gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Februar 19, 2007

Nach der WM - Die Welt ging nicht unter

Nun ist die Ski-WM in Aare also vorbei. Im nachhinein kann man ja sagen, "gut ist´s gegangen, nix is gschehn"! Durch die Goldmedaille im Teambewerb vermochte es das ÖSV-Team, sich auf den ersten Platz im Medaillenspiegel vorzuschieben. Und darum geht es schließlich, am Ende des Tages.

Viele hätten nicht mehr damit gerechnet. Besonders als sich, bei ersten Mißerfolgen, die ersten Fronten auftagen. Gruber versus Schröcksnadel, Klammer versus Maier, Assinger versus Maier, Maier gegen alle usw. Der Skizirkus ist eben, auch abseits der Piste, ein Zirkus und wenn die Aufmerksamkeit nicht durch Erfolge auf der Piste gelingt, so wird sie eben anderweitig geschaffen.

Aber: "Wir" wurden Erster. Wie das geschafft wurde und welche Leiden der Fan zu erleiden hatte, ist im Endeffekt egal. Doch was wäre passiert, wenn in den letzten beiden Bewerben, dem Teambewerb und dem Herrenslalom, keine Goldmedaillen gewonnen worden wären?

Nun ja, wer weiß, nur eines ist sicher: Der ATX wäre aus diesem Grund auch nicht ins Bodenlose gestürzt. Der Stephansdom und alle Dome und Kapellen der Bundesländer würden noch immer stehen. KHG würde weiterhin aus Illustrierten lächeln und so tun, als wäre er wirklich so kompetent, wie es sein Image darstellen sollte. In der Salzburger Getreidgasse würden sich weiterhin italienische und japanische Touristen, in Fotografielaune, auf die Füße treten. Das österreichische Fußballnationalteam würde weiter zwischen Manie und Depression schweben. Der Großglockner wäre weiter der höchste Berg Österreichs. In der Stahlstadt würde weiter Stahl geschmolzen werden. Der vorarlbergische Dialekt würde weiterhin einem Großteil der Österreicher verschlossen bleiben. Als Fazit bleibt:

Die Welt wäre nicht untergegangen und auch die Skifans wären beim ersten "Kantersieg" der ÖSV-Läufer wieder versöhnt gewesen!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Freitag, Februar 09, 2007

Paris killt den Regenwald

Nein, die Rede ist nicht von der Welthauptstadt der Liebe, der unter-der-Brücke-Schläfer und des Parkours. Die Rede ist von der Hilton Paris. Man mag jetzt denken: Nicht noch so ein Hilton-Posting und fürwahr, die omnipräsenz dieser jungen Frau nimmt schon epidemische Ausmaße an. Aber wenn jeder über sie schreibt, dann will auch ich hier nicht zurück stehen. Zumal ich ja auch bei der Weltbeobachterin immer wieder auf Paris-Artikel stoße - meine persönliche "Paris-Quelle" Nummer 1. Damit kann auch ein Ignorant, wie meinereiner, up-to-date sein!

Es war mir egal, als Paris Hilton einen miesen Porno drehte, man muss ihn sich ja nicht ansehen. Es war mir egal, als Paris Hilton in einem Horrorfilm ihr jämmerliches Schauspieldebüt gab, ich bin ja ohnehin kein Freund von Horrorfilmen. Ja, es war mir auch egal, als sie ihr "musikalisches Werk" in die Kategorie des Ska einreihen wollte - auch wenn sich der, von mir hochverehrte Desmond Dekker, seines Zeichens "Godfather of Ska", wohl einige male im Grabe umgedreht haben dürfte. Es war mir auch egal, dass Miss Hilton es schafft, ohne offensichtliche Talente vorweisen zu können, aus allem, was sie anfasst, "Gold machen" zu können. Ja, auch das Goldeseldasein der Miss Hilton war mir egal - nur kein falscher Neid.

Doch die Bewerbung von Prosecco aus der DOSE verzeihe ich ihr nicht mehr. Nein, auch meine Toleranz kennt Grenzen. Erst einmal Prosecco... pfui, wie kann man ein solches Gesöff bewerben? Wie geschmacklich verwirrt muss man sein, um Prosecco "genießen" zu können. Wenn schon alkoholische Getränke, dann bitte Bier oder Wein. Am besten Stiegl-Bier, denn Stiegl-Bier ist das beste Bier (und diese These stelle ich ganz ohne Pay-Per-View System und nicht wegen der sympathischen PR-Beraterin des Unternehmens auf).

Doch das derbste an der ganzen Sache ist es ja, dass dieses Prosecco-Gesöff in der Dose angeboten wird. Ja hat denn Miss Hilton im Themenschwerpunkt Klimawandel des ORF und den globalen Diskussionen der vergangen Wochen nicht aufgepasst? Ja darf die denn das?

Weiß doch heutzutage jedes Kind, dass Aluminium aus Bauxit gewonnen wird. Und dessen wichtige Lagerstätten befinden sich, zu einem guten Teil, im brasilianischen Regenwald, der nicht nur, aber auch deshalb abgeholzt wird. Die Folgen der Abholzung des Regenwaldes, neben den Ozeanen die "Lungen" der Erde, sind fatal. Klimakatastrophen, ein Ungleichgewicht in der CO2-Verwertung und und und... Schämen Sie sich, Miss Hilton. Schämen Sie sich, für ein solches Produkt, in einer solchen Verpackung, Werbung zu machen!

Aber es geht noch weiter. Nicht nur die Gewinnung des Rohstoffes für die Dosen belastet die Umwelt. Die Herstellung von Aluminium verschlingt Unsummen an Energiekosten. Energie, die vorwiegend aus kalorischen Kraftwerken gewonnen wird. Kalorische Kraftwerke sind wahre CO2-Schleudern. Pfui, Miss Hilton, schämen sie sich für das Produkt, dass sie bewerben!

Und aufgrund der Wichtigkeit im Kommunikationsmarkt, die "Planeta Eskoria", mit ihren durchschnittlich 10täglichen LeserInnen einnimt, bin ich mir sicher, dass sich Miss Hilton meine Kritik zu Herzen nehmen wird.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, Jänner 23, 2007

Who the fuck is Brandhofer?

Satire geschieht nicht nur im Geiste des Schöpfers, sondern ergibt sich auch aus zufälligen Begegnungen. So hatte der spanische Köter an diesem Tag das große Vergnügen, ein sehr amüsantes Gespräch mit einer hysterschen, aber durchaus sympathischen Marketingmitarbeiterin einer Wiener Agentur zu führen. Im Vorfeld hierzu muss man vielleicht wissen, dass jene Mitarbeiterin seit Tagen meine Mailbox vollquatscht, auf der Suche nach einem ominösen Herrn Brandhofer, der scheinbar nicht zu erreichen ist. Niemand weiß es so genau, doch eines ist klar, ich bin es nicht. Doch nicht einmal meine Mailboxansage hielt jene Telefonterroristin ab, daran zu glauben, dass sich hinter meiner Nummer ein seriöser Herr Brandhofer verbergen würde. Wiewohl die Ansage mit einem schallenden Gelächter meinerseits beginnt und im folgenden darauf verweist, wie blöd jemand sein muss, wenn er/sie mir auf die Mailbox quatschen würde - weil ich es mir sowieso nicht anhören würde. Enden tut die Ansage mit einem wahrhaft comicschurkenhaften weiteren Lachanfall. Doch genug, kommen wir zum Gespräch.

- Hallo, wer stört? (Standardfloskel des spanischen Köters)
- Hallo, hier spricht XXX von der Marketingagentur XXX.
- Ähmmm, ja... auch hallo.
- Ich hoffe ich störe Sie nicht, Herr Brandhofer.
- Keine Ahnung... ich bin kein Brandhofer.
- Spreche ich nicht mit Herrn Brandhofer. (leicht hysterischer Anfall ihrerseits)
- Nein. Ich glaube nicht.
- Sind sie sicher?
(Verwunderung meinerseits? Bin ich sicher? Oder will die mich in eine Identitätskrise stürzen? Wer sagt denn überhaupt, dass ich nicht jener ominöse Herr Brandhofer bin.)
- Warten Sie bitte kurz, ich sehe mal schnell in meinem Pass nach. (hätte ich beinahe gemacht, stattdessen holte ich mir ein Glas Wasser) ... Nein, hier steht es, ich heiße nicht Brandhofer.
- Wieso haben Sie dann sein Telefon? (noch hysterischer, aber die Stimme ist dennoch noch immer sympathisch)
- Habe ich ja gar nicht. Ich habe mein Telefon. Kann es sein, dass Sie die falsche Nummer haben?
- (Nun hält die eifrige Telefonistin nichts mehr zurück und sie klagt mir ihr Leid mit dem Kunden Brandhofer. Wie sich heraus stellt, gibt es mit diesem Kunden immer irgendwelche Probleme. Ich fange an, mit meiner hysterischen Telefonistin mit zu fühlen und meinerseits jenen ominösen Herrn Brandhofer zu verfluchen. Eine richtige Kotzkrücke ist er, der Brandhofer) ... [Hasstiraden Ende]
- Haben Sie irgend eine Idee, wie ich Herrn Brandhofer erreiche?
- Ähmmmm (komische Frage, ich kenne ihn ja nicht, den Brandhofer)... nicht wirklich... die "Gelben Seiten" vielleicht?
- Nun ja, kann man nichts machen. Entschuldigen Sie die Störung. (nun wich die Hysterie einer resignativen Relaxtheit)
- Ja, mir tut es auch leid, dass ich Ihnen nicht helfen konnte... aber einen schönen Tag noch und viel Glück.
- Auf Wiederhören! (so ein einstudiertes "ich-sag-das-hundertmal-am-Tag-auf-Wiederhören)
- Jederzeit wieder... Auf Wiederhören! (ehrlich gemeintes "Auf-Wiederhören", denn die letzten Minuten hatten durchaus Kabarettcharakter, wenngleich auf eine sehr eigenartige Art und Weise)

So begab sie sich also, die Geschichte vom spanischen Köter, der Telefoniererin einer Wiener Marketingagentur und einem gewissen Herrn Brandhofer. Diese elende Kotzkrücke! Who the fuck is Brandhofer?

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Jänner 22, 2007

Exitstrategie Studiengebühr

Als ich vor Jahren aus der örtlichen Schülerlige-Fußballmannschaft gegangen wurde, dachte ich, dass sich das Kapitel "Verein" für mich endgültig erledigt hätte. Doch das neue "Studis-seid-sozial" Modell bekehrt mich eines besseren. Ergeben sich doch hieraus, durchaus kreative Möglichkeiten, die Studiengebühr zu umgehen.

Dass ich hierbei nicht von "ehrlicher" Arbeit spreche, versteht sich wohl von selbst. Nicht für 6 Euro und ein paar zerquetschte pro Stunde. Da ist Schichtarbeit in der Industrie finanziell weit reizvoller. Aber da sich nun auch Blasmusikvereine um Anerkennung ihrer "Studiengebührersatzfunktion" bemühen, sollte man sich, zumindest gedanklich, mit dem Modell anfreunden.

Generationen von Großeltern werden wohl die nächste Zeit kein Auge zu tun. In ständiger Angst davor, dass ihre studentischen Enkel ihre Blasmusikindustrumente klauen, um sich der hiesigen Blasmusikkapelle anzuschließen. Ich wollte schon immer mal Trompete spielen, denn immerhin findet sich dieses Instrument auch bei Ska-Musik. So schlecht kann es dann ja gar nicht sein.

Aber auch andere Möglichkeiten, abseits von Musikkapellen, schwappen vor mein geistiges Auge. Als aktiver Traceur, also einer jener Menschen, die den Parkour-Sport ausüben, leiste ich ungemeine Arbeit im transkulturellen Bereich. Der Sport entstand einst in Vietnam (als Verteidigungstaktik französischer Soldaten), wurde in Paris modifiziert und erobert nun die Welt. Man könnte beinahe von einem völkerverbindenden Phänomen sprechen. Des Weiteren ist er auch gesund, der Parkour-Sport, vor allem wegen der Bewegung. Also leistet er einen Beitrag dazu, das Gesundheitssystem nachhaltig zu entlasten.

Was lernt man also daraus? Ich gründe meinen eigenen Parkour-Verein, werde gleich dessen Vorsitzender und rechne mir großzügig 60 Stunden pro Semester an - was nicht einmal gelogen wäre, da ja pro Woche im Schnitt 8 Stunden mit diesem Sport verbracht werden. Parkouren wider der Studiengebühren. Klingt gut, oder? Ich werde eine Anfrage an das Wissenschaftsministerium stellen, zur Sicherheit auch noch beim Bildungsministerium. Gleich morgen.

Und wer sich hierbei fragt, wo die Nachhilfe bleiben würde? Nun ja, ich denke ich würde der Republik keinen Gefallen tun, wenn ich einen auf Nachhilfelehrer machen würde. Die nächste Pisa-Studie würde, nun sagen wir einmal... nicht sehr toll ausfallen. Besonders in Mathematik und der Anwendung der Beistrichregeln.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Jänner 08, 2007

Fumar puede matar - Rauchen tötet

Als Gelegenheitsraucher tangierten mich die Raucherdebatten der Vergangenheit mal mehr, mal weniger. Denn immerhin, dass der "Genuß" des blauen Dunstes ein riskantes Vergnügen ist, weiß heutzutage jedes Kind. Oder zumindest jedes zweite - man soll die Kinder von heute nicht überschätzen, nur weil sie schon im Alter von fünf Jahren ihre eigene Betriebssoftware programmieren.

Ich wusste, dass Rauchen tötet. Spätestens seit ich in Spanien Zigarettenpackungen mit dem tollen Aufdruck "Fumar puede matar" ergatterte, was insbesondere bei japanischen Hostel-Bewohnern zu stetigen Euphoriestürmen führte. Warum dies so war, das weiß ich nicht. Aber es gefiel ihnen auf eine sehr japanische und befremdliche Art und Weise.

Dem Einen oder der Anderen wird es schon aufgefallen sein. Es gibt nun so etwas wie eine Kindersicherung bei Zigarettenautomaten. Offiziell sollten sie dazu dienen, unter 16-jährige vom blauen Dunstteufel abzuhalten. Verschwörungstheoretiker vermuten dahinter jedoch die stetigeVerdrängung des Bargeldes als Zahlungsmittel, die bessere Erfassung von Rauchern für etwaig erhöhten Krankenkassenbeiträgen und schreien alle dreieinhalb Stunden ein lautes "Big Brother" oder "Free Mandela", je nach Stimmungslage, aus. Diese Verschwörungstheoretiker sind ja immerhin ein lustiges, wenngleich paranoides, Völkchen. Aber vielleicht macht gerade die Paranoia das Liebenswürdige an den Verschwörungstheoretikern aus.

Doch wie dem auch sei. Es kam der Tag, an dem ich mir Zigaretten besorgen wollte. Und da keine Trafiken geöffnet hatten, beschloss ich kurzerhand, die modernen Annehmlichkeiten eines Automaten in Anspruch zu nehmen. Die Alternative wäre gewesen, dass ich den Mülleimer nach nicht ganz fertig gerauchten Zigarettenstumpen durchstöbert hätte. Dies wäre aber widerlich gewesen.

Und so baute ich mich, in meiner vollen 1,82 m Größe, vor dem Automaten auf. Warf Münze um Münze in den gierigen (Steuer)Schlund des Gerätes und musste feststellen... dass sie wieder beim Rückgeldschlitz raus kamen. Oder besser gesagt: Zirka die Hälfte der Münzen kam wieder zum Vorschein - die andere Hälfte behielt der gierige Automat für sich, ohne mir eine Gegenleistung zu erbringen. Dieses Automaten-Schwein, wie ich es hasse und verachte!

Doch ich, nicht dumm, bemerkte bald, wo der Kern des Pudels begraben war. Ich hatte mich nicht identifiziert. Wie konnte ich nur. Der Automat konnte ja nicht wissen, dass ich schon ein alter Mensch bin und aus diesem Grunde befugt bin, meinen Körper zu ruinieren. Also streichelte ich den Automaten zärtlich, um mich zu entschuldigen, und setzte meine vertrauenserweckendste Stimme auf: "Lieber Automat, mein guter alter Freund, Beherrscher der sieben Weltmeere und Sinn meines Lebens. Mein Sonnenlicht und Augenstern. Ich bin´s, der Mig. Du kennst mich. Seit Jahren füttere ich dich mit funkelnden Münzen und zolle dir so Tribut. Sieh mich an, meine geschundenen Augen, die sich hinter einer dicken Brille verbergen, die ersten Fältchen meines Gesichtes, das Haar, dass beinahe unmerklich aber doch sichtbar schon schütterer wird, als es in meinen jungen Jahren war... ich bin es, der Mig, jener, der den sechzehnten Geburtstag schon lange hinter sich hat!" Es nützte nichts...

Kurz ärgerte ich mich, dass mich der Automat offensichtlich nicht verstand. Vielleicht kam er ja aus dem Ausland und hätte keinen Bock sich sprachlich zu integrieren... aber dies war natürlich Blödsinn. Der Fehler musste also bei mir liegen.

Schließlich fand ich den "Fehler". Der Automat wollte ja gar nicht mit mir reden. Alles was er wollte, wäre eine SMS oder meine Bankomatkarte. Na wenn es nicht mehr ist. Die SMS bekam er nicht, dafür bekam er die Bankomatkarte. Und wie er sie bekam...!

Doch wieder nichts. Ich hatte sie zu schnell raus gezogen - beim Sex nennt man dies wohl "zu schnell gekommen"... ähhh... wie dem auch sei... es hat nicht geklappt. Auch fünf Minuten später nicht. Nun fand ich die Zeit gekommen um, männlich gefestigt wie ich nun einmal bin, bitterlich zu weinen. Doch der Automat ließ sich nicht erweichen. Denn der Automat war und ist ein Sadist. Ein dreckiger, hundsgemeiner Gemeinling übelster Sorte.

Irgendwann gab ich auf. Ich sah die Dreckpfütze zu meiner Linken und stürzte mich selbstmörderisch in sie um mich zu ertränken. Ich starb, ertrank, verreckte jämmerlich. Rauchen führt zu einem frühzeitigem Tod, dies ist mir nun klar.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Dezember 27, 2006

Die Invasion der Norweger

Was vom Weihnachtsfest im Endeffekt übrig bleibt, wenn sich die Stürme des allweihnachtlichen Chaos gelegt haben, sind für gewöhnlich die Weihnachtsgeschenke. Ich weiß, es gibt das Sprichwort "Einen geschenkten Gaul, schaut man nichts ins Maul!". Wodurch ich ja insofern froh sein kann, da ich keine Gäule geschenkt bekomme, wo ich doch Pferde, aus welchen Gründen auch immer, nicht leiden kann. Sie haben mir nichts getan, aber ich mag sie trotzdem nicht. Ähnlich verhält es sich ja mit den Zeugen Jehovas.

Doch die Hälfte meiner Großeltern (es gibt ja vier davon) schafft es doch immer wieder, mich mit ihren Weihnachtsgeschenken nicht zu überraschen. Da wäre zum Einen das kleinere Übel. Die obligatorische Ledergeldtasche, die allweihnachtlich unter dem Christbaum liegt. Hier heißt es gute Miene zum bösen Spiel zu machen und Begeisterung vorzutäuschen... Frauen können vielleicht Orgasmen vortäuschen - ich kann dafür Freude über Weihnachtsgeschenke vorheucheln, wie kein zweiter Mensch auf dieser Erde.

O-Ton meiner selbst, während ich theatralisch mein mindestens 10 Jahre altes Geldtascherl aus der Hose hervorziehe, welches nur mehr durch Heftklammern zusammengehalten wird und dass ich doch so gerne mag: "Boah, woher hast du gewusst, dass ich DRINGEND ein neues Geldtascherl brauchte. Sieh mal, wie räudig meines schon ist. Ein SUUUPER Geschenk!" Sobald ich wieder zu Hause bin, wandert es zu den anderen Brüdern und Schwestern, die ich nie benutze. Ein Dutzend dürften es mittlerweile schon sein - denn mein altes Geldtascherl würde ich für nichts und niemandem betrügen. Hierbei sieht man wieder, wie loyal ich eigentlich sein kann.

Der zweite Fixbestandteil ist der alljährliche Norweger-Pulli. Wenn ich von mir behaupte, mehr Stumpfsinn als Robert Seeger (der Norweger-Pulli-Träger der Nation) von mir geben kann, so ist dies nicht gelogen. Aussehen will ich aber trotzdem nicht wie er. Da hilft auch das alljährliche Gschichtl meines Großvaters nichts, der mir wieder und wieder einreden will, wie toll so ein Norweger-Pulli doch sei. Denn immerhin waren sie ja soooooo modern, als er noch jung war. Mittlerweile ist er beinahe achtzig - muss ich noch mehr sagen, oder genügt dieser Hinweis auf die Style-Relevanz meines Großvaters?

Und so wird auch beim Norweger-Pulli "wahre" Freude vorgeheuchelt, was ungleich schwerer ist, als es bei einem praktischen Geschenk, wie es ein Geldtascherl an und für sich wäre. "Ja, der ist schon schön. Und sicher total warm. Grad jetzt, im Winter. Kann ich sicher gut brauchen!" Klingt das überzeugend? Nun ja, zumindest mit einem vorgetäuschten Dauerlächeln kommt man mit diesem Text davon. Und zuhause landet der Norweger-Pulli sowieso dort, wo er sich wirklich wohl fühlen wird. Bei seinen Artgenossen, die ich nie getragen hatte.

Was lernt man hieraus? Geldgeschenke oder Gutscheine sind vielleicht unpersönlich - dafür landen sie aber auch nicht dort, wo die Sonne nie scheint. Aber wer weiß... vielleicht steige ich ja mal ins Norweger-Pulli und Geldtascherl Gewerbe ein - denn diese Dinge habe ich nun wirklich in Massen.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Dezember 25, 2006

Weihnachten essen Seele auf!

Und nun mal ohne Schnörkel, Fanfaren und Wunderkerzen.... Weihnachten ist gräßlich! Subrahiert man vom Weihnachtserlebnis sämtliche alkoholischen Getränke, so bleibt eine Erkenntis: Jede gute Famile funktioniert dadurch, dass die Mitglieder und Beitragszahler versuchen, sich bestmöglichst aus dem Weg zu gehen. Klingt gräßlich, doch dies ist scheinbar ein probates Mittel, dass die west- und mitteleuropäischen Gesellschaften seit Jahrhunderten zusammen hielt.

Es ist immer grauenhaft, wie sehr die Menschheit, verführt durch Kitschengel und Sterneschmeißer, versucht, ihre Problemchen miteinander, durch garantiert unqualifizierte Bemerkungen zu lösen. Um nur wieder beim, oft jahrzentealten, Anlasspunkt, festzustecken... und wie schnell doch Unbeteiligte dabei, roh und gewissenlos, aus ihrem "es wird scho glei dumpa" - Feeling gerissen werden... einfach ungeheuerlich!

Weihnachten, und die Dinge, an denen man dadurch sterben kann - the dark side of X-Mas:

1. Lebensmittelvergiftung: Nur ein Narr frisst ohne Rücksicht auf Verluste Fleisch und Fischprodukte in seinen blöden Schädel rein. Ganz zu schweigen von Salmonellen-Mayonaise (Frauen, die Mayonaise zubereiten können, sind bei mir sowieso unten durch - hey, du siehst zwar gut aus, bist witzig, intelligent und schlagfertig und im Grund könnte ich mir mit dir mein weiteres Leben vorstellen... wenn da nicht die verdammte Mayonaise wäre... ich wünsche dir noch ein schönes Leben). Einfach widerlich! Wer hierbei an Lebensmittelvergiftung verstirbt, hat sie sich redlich angefressen.

2. Alkohlvergiftung (die Falschschreibung sollte meine Phonetik darstellen): Wer kann schon all den Stumpfsinn, den Verwandte erzählen, nüchtern ertragen? Kein Mensch, mit gesundem Selbstbewusstsein, so denke ich. Und deshalb: Jeder, der etwas auf sich hält, trinkt bis zu jenem Zeitpunkt, der den point-of-no-fuckin´-return darstellt. Lieber kotzen mit Würde, als würdeloses Gewäsch ertragen!

3. Geschenkpapierstrangulation: Wenn man so weit ist, dass man endlich zu seinen Geschenken, liebevoll von der Verkäuferin des jeweiligen Ladens eingepackt, kommt... ja, dann ist nur noch das Risiko des Auspackens zu überwinden. Zu schnell dreht sich die Schlinge, eines Norweger-Pullover-Packerls (wer kommt eigentlich auf die blöde Idee, dass ich Norweger-Pullis tragen würde? Habe ich schon jemals einen Norweger-Pulli getragen, oder laufe ich seit bald 23 Jahren in Longsleeve und/oder Trainingsjacke herum?), um den Hals... und nur selten ist Robin Hood in der Nähe, der den Strick des Anstoßes in zwei Teile schießt. Mit Pfeil und Bogen - denn sonst wäre es ja langweilig. Wie viele Menschen erhängten sich wohl im Laufe der Jahre, Jahrhunderte und Jahrtausende mit jenen Bändchen, die das Geschenkpapier zusammenhalten?

4. Lebenskrisen: Wer bis zu diesem Zeitpunkt durchgehalten hat, der denkt sich sicherlich: "Was mache ich eigentlich hier? Der Wein ist scheiße, die Geschenke waren wieder einmal die Falschen und im Endeffekt läuft es ja sowieso wieder darauf hinaus, dass ich der Schräge, der Unverständliche und Schwierige bin. Wäre ja nichts Neues. Was mache ich also noch hier?" Eine Frage, die sich für das gesamte Leben stellt. Einen Psychiater aufsuchen oder sich gleich selbst in der Klomuschel ertränken (wie dramatisch)? Wäre natürlich eine Lösung. Man sagt hierbei: "Goodbye", oder besser, "Adieu". Doch eine Lösung, obwohl langfristig, ist auch dies nicht.

5. Abhauen: Ist erst einmal die Klomuschel-Suizid-Lebenskrise aus der Welt geschafft, so beginnt das Weihnachts-Opfer neuen Mut zu schöpfen. "Nächstes Jahr bin ich sicher nicht hier... Indien, Argentinien oder was auch immer... hauptsache nicht am selben Kontinent wie die Wahnsinnigen..." so schießen die Gedanken hoch. Die nächste kleine Depression lässt sich dadurch erklären, dass die Erkenntnis, selbst einer der Wahnsinnigen zu sein, immer klarer vor dem geistigen Auge erscheint. Traurig aber wahr.

6. Akzeptanz: An diesem Zeitpunkt der Geschichte sollte der Alkoholpegel schon ziemlich hoch sein. Wenn dem nicht so ist, dann liegt dies entweder an mangelnder Bildung, oder daran, dass man ein wirklich cooler Typ ist. Beides Kanditaten für den Titel "Das Ende der Welt". Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass sonder Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit ist jener Zustand, den es zu erreichen gilt, wenn die Rede von Sippen-Weihnachten ist. Koma- wie vorteilhaft!

7. Erlösung: Man reisst sich los. Egal ob mit oder ohne Eklat. Obwohl ein Eklat natürlich denkwürdiger ist (wer´s kann, der kann`s). Zieht sich, wimmernd, jammernd und keuchend zurück, um wieder einmal zu erkennen: "Das war das letzte Weihnachten mit den Wahnsinnigen - nie mehr - ich bin ja nicht irre!" Um gleich darauf zu merken, dass man gefangen ist im Netz der Spinne... der Weihnachtsspinne... diesem grindigen und elenden Geschöpf aus den Molochs der ewigen Verdammnis um Weihnachtsnostalgien.


Rückwärtsgang rein, Handbremse raus und einmal ins Gaspedel getreten: Witzig wars, und gar nicht mal so übel. Ist doch alles nur Spass und überzogene Übertreibung. Und es gibt sogar Weihnachtspics (eines von fünfundzwanzig ist meist, zumindest ein Wenig, zivilisiert), die halbwegs vorzeigbar sind:


gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Donnerstag, Dezember 07, 2006

Einkaufswagen, Kartenfehler und rauchende Pelatti

Zu Beginn der Geschichte stand mein fester Vorsatz, wieder einmal meine berühmt-berüchtigte Lasagne zu kochen. Doch wie jeder begeisterte Hobby-Koch musste auch ich feststellen, dass zum Kochen vor allem eines gehört. Nämlich Zutaten. Der Stein der Weisen ist leider noch nicht erfunden, der es erlaubt, Speisen ohne Nahrungsmittel zu kochen. Was ich persönlich, wenn ich mir eine Wertung erlauben darf, schade finde.

Doch der Hobby-Koch von heute lässt sich durch derlei Kleinigkeiten nicht aufhalten und schwingt sich auf sein Fahrrad um zum örtlichen Supermarkt zu treteln. Denn dort gibt es, Sie erraten es sicher, Nahrungsmittel. Welche Erkenntnis - dazu muss man studiert haben; im besten Falle Kommunikationswissenschaften!

Beim Anblick des Einkaufswagens, den ich bald hitch-hiken würde, begannen meine Augen vor Freude zu strahlen. Denn ich ziehe 22-jährig mit der geistigen Reife eines Kindes durchs Leben. Dies beinhaltet auch, den Einkaufswagen als Tretroller zu mißbrauchen. So kann der kochende Kindskopf mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit durch die Regale rauschen und dabei noch alte Damen erschrecken.

Doch spätestens an der Kasse wird das freudige Einkaufserlebnis zum Martyrium. Ganz besonders im ländlichen Raum, in dem ich nun mal eben lebe. Denn dort gibt es immer dicke, feiste Bauern, die zwar Traktor-fahren können, deren Umgang mit Einkaufswagen in Warteschlangen jedoch zu wünschen übrig lässt. Und so stand ich in der Warteschlange vor einem dieser Bauern, der es schaffte, mich ständig mit seinem Wagen anzufahren. Eigentlich wollte ich meine proletarische Herkunft mit einem freundlichen "Wüst sterben, du Depp?" unterstreichen, in Anbetracht meiner an sich friedlichen Grundeinstellung und des Advents beließ ich es jedoch bei haßerfüllten Blicken. Die jedoch nichts nutzten. Der Einkaufswagen puffte trotzdem in Abständen von fünfzehn Sekunden gegen meinen geschundenen Körper.

Doch endlich schien es, als wäre ich an der Reihe. Doch nichts da... wie immer. Ich frage mich echt, ob dies nur mir passiert, oder ob auch andere davon betroffen sind. Frauen, direkt vor einem selbst an der Reihe, die mit der Handhabung von Bankomatkarten als "Zahlungsmittel" schlichtweg überfordert sind. Gibt es denn hierzu keine Kurse auf der Volkshochschule? Zuerst dreimal den Code falsch eingegeben. Danach wurde die Karte nicht akzeptiert. Jeder vernünftige Mensch würde es noch ein- oder zweimal versuchen und es dann lassen.

Nicht so jene Dame, die wohl meinte, es würde ihr etwas nützen, wenn sie die Karte geschlagene vierzehn Mal hintereinander in den Terminal schiebt. Um daraufhin immer wieder die selbe Fehlermeldung zu erhalten. Minuten zogen vorüber und mittlerweile mischten sich noch zwei weitere Kassierinnen ein, was eine längere Diskussion zur Folge hatte, währenddessen ich mir, aufgrund meiner Genervtheit und Ungeduld, kreative Wege ausdachte, wie ich mich wohl am besten mit meinem Schal am Kaugummiständer erhängen könnte.

Kurz bevor zu weinen angefangen hätte, kam ich dann aber doch an die Reihe. Endlich konnte ich meine 4 Artikel aufs Förderband legen und bezahlen. Was bei mir niemals zu Komplikationen führt, da ich es in 95 % der Fälle bevorzuge, bar zu bezahlen.

Endlich aus dem Supermarkt draußen und wieder aufs Bike geschmissen. Doch ich hatte mich zu früh gefreut. Rush-Hour auf der Bundesstraße. Ich frage mich echt, wieso ich überhaupt auf dem Land lebe, wo dann ja doch der selbe Verkehr wie in einer Metropole herrscht. Ich lege die Vermutung nahe, dass der Benzin- und Dieselpreis wohl doch noch etwas zu niedrig ist. Es dauerte geschlagene sechs Minuten, bis ich die Bundesstraße endlich überqueren konnte. In der Zwischenzeit rauchte ich eine Zigarette und schlang rohe Pelatti aus der Dose in mich.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Dezember 06, 2006

Alle Jahre wieder...

Alle Jahre wieder, kommt unweigerlich das Weihnachtsfest mit großen, bedrohlichen Schritten näher. Und damit die Qual der Wahl derjeniger Geschenke, die man sich wünschen sollte. Weihnachten ist eben das Fest der... ähhhhm... Geschenke eben!

Nun stößt der Wohlstandsmensch, wie es der Schreiber dieser Zeilen in einer relativierten (nämlich relativ relativierten) Sicht ist, an die Grenzen seiner Phantasie. Denn was soll sich dieser relative Wohlstandsmensch denn Wünschen?

Für Wünsche wie "Gesundheit" ist es noch zu früh. Dies hat noch Zeit bis zum ersten Herzinfarkt, den ich im zarten Alter von 110 zu erleiden gedenke. Wahrscheinlich aufgrund eines cholerischen Anfalles der mich wohl alle 100 Jahre ereilen wird. Den letzten hatte ich im Alter von zehn Jahren.

Auch der Wunsch nach einer wasserstoffblonden Geliebten, sowie eines Sportwagens ist nicht ausgeprägt. Meine Midlife-Crisis pflege ich in gesunden Dosen zu genießen. Außerdem wünschte ich mir schon letztes Jahr ein Supermodel und ein Superauto und bekam im Endeffekt nichts von beiden. Viel schlimmer noch... nicht nur, dass diese Wünsche nicht erfüllt wurden und auch der dicke Scheck von der Industriellenvereinigung (in grasser´schen Dimensionen) ausblieb... ich bekam stattdessen eine böse Magenverstimmung. Man lernt hieraus: Bier, Wein, Schnaps, Lachs und Unmengen an Keksen ergeben eine Mischung im Magen, die es wahrlich in sich hat.

Was aber das Problem noch immer nicht klärt: Was soll ich mir verflixt noch einmal, gebunden und zugeschnürt mit Sakkrament wünschen? Doch hierbei kommt endlich der Lauf der Weltgeschichte ins Spiel. Bei einem dieser Persönlichkeitstests kam zum Vorschein, dass ich einen ungemein hohen Dominanzfaktor in meiner Persönlichkeit berge. Es geht sogar das Gerücht um, dass ich gerne Leute herumkommandiere. Stimmt natürlich nicht... ich kommandiere nicht, ich delegiere!

Was liegt also näher, als Diktator zu werden. Da ich nicht davon ausgehe, dass ich Liechtenstein übernehmen kann, wie es immer mein Traum war, begnüge ich mich eben als Weihnachtswunsch ans Christkind mit einer alternativen Location: KUBA - viva el presidente, feliz navidad!



Christkind; oversexed but underfucked

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, November 15, 2006

Rage against the beast

Da der halblustige Schreiberling, der auch den Helden dieser Story darstellt, einmal mehr alleine in der elterlichen Wohnung saß, ergab es sich, dass sich etwas ergab, dessen Ergebnis es nun zu berichten gilt. Wie gesagt, der Held der Geschichte saß alleine zuhause. Die elterlich Abstinenz wurde dadurch verstärkt, dass nicht einmal die "ich-ihr-zugemutete" es als der Mühe als wert erachtete, den Helden der Geschichte in seiner Einsamkeit zu stören. Zum Einen aus dem Grund, da sie kein Interesse an Fußballländerspielen hat (im Gegensatz zum Helden der Geschichte), zum Anderen aus dem simplen Grund, weil sie eine bösartig-gemeine "ich-ihr-zugemutete" ist und keinerlei Rücksicht auf die Neurosen und Phobien des Helden nimmt.

Da sich nicht einmal Freunde des Heldens dazu bereit erklärten, mit ihm die Fußballübertragung im Fernsehen zu genießen, blieb ihm nichts anderes übrig als, bewaffnet mit Soletti und Bier, die Fernsehübertragung alleine zu rezipieren. Sagte ich alleine? Nein, keine Spur davon. Wie der Held der Geschichte allsbald merkte. Er war nicht alleine... es gab da noch etwas anderes... etwas dunkles und bedrohliches... etwas, dass kleinen Kindern und Mindestrentnern ohne Vandal-Gelsenschutz das Blut in den Adern gefrieren lässt... eine Fliege.

Doch keine normale Fliege. Es war eine riesige Fliege, direkt von der Happy-Tchernobyl-Farm. Zwei Zentimeter im Durchmesser, mindestens einen Dekagramm schwer und mit gelblicher Zeichnung an den Flügeln.

Wer mag es dem Helden der Geschichte verdenken, dass er bei deren Anblick kreischte wie Mädchen - auch wenn er bis zu diesem Augenblick nicht wusste, dass er wie ein Mädchen kreischen konnte. Die folgenden Minuten verbrachte er, leise vor sich hinschluchzend und wimmernd, in einer Ecke des großen Raumes, den die Menschen seiner Hemisphäre als "Wohnzimmer" zu bezeichnen pflegen. Wohnzimmer? Für ihn glich dies nunmehr einem Gruselkabinett, in stetiger Bedrohung durch die, offensichtlich irre und hyperaggressive, Fliege. Kein Mobiltelefon in Griffnähe und der Ausgang versperrt durch die Bestie. Es schien aussichtslos...

Doch nun packte es ihm, dieses kümmerliche und weinerliche Häuflein Elend, dass in der Ecke kauerte. Er sagte sich: "Heute ist nicht der Tag, an dem ich sterben werde. Nein, im Geiste meiner Vorfahren, die sich als Bergarbeiter in den Gruben der Reichen verdingten, im Geiste der Vorfahren, die für die wahnwitzigen Ideen der Mächtigen auf den Schlachfeldern Europas verbluteten, werde auch ich die Schlacht meines Lebens schlagen. Es kommt der Zeitpunkt, an dem der Junge zum Manne werden muss. What better time than now, what better place then here?"

Er wischte sich die Tränen der Angst von den Wangen. Er erhob sich (beinahe aufrecht). Er erspähte sein Umfeld. In bester Parcour-Manier hechtete er über die Couch, rollte unter den Tisch durch, sprang auf, rollte sich wiederum über den Boden... und stieß sich seinen linken großen Zeh an dem Bein eines Sessels.

Wiederum begann der Held der Geschichte zu weinen und zu verzagen. Denn der Held der Geschichte hat nicht nur Angst vor Insekten, sondern ist auch sehr wehleidig. Zurück in die Ecke. Den Kopf zu ebener Erde, um den Tiefflager-Attacken des wahnwitzigen Insektes vorzubeugen, erreichte er sie. Er atmete auf. Bemitleidete sich und erflehte den Segen aller Götter dieser Erde.

Und sie waren ihm gnädig. Ein Exemplar der "Kronen Zeitung", prädestiniert zum erschlagen von fiesen Insekten, befand sich nun durch die glückliche Fügung Fortunas in seinen Händen. Endlich bewaffnet. Bewaffnet und entschlossen zum letzten Kampf seines Lebens. Dem alles entscheidenden. Dem finalen. Gut gegen Böse... Demokrat gegen die faschistische Polizei Österreichs... Allianz gegen Horde... Highlander gegen bösen Highlander... Österreich gegen Deutschland... Amis gegen Terroristen... Autor versus Text... James Bond gegen Goldfinger... Alexander van der Bellen gegen Heinz-Christian Stricher... Donald Duck gegen die Teletubbies... ich denke, man weiß nun, worauf ich hinaus will.

Motivierender Schlachtruf, Hechtsprung auf die Fliege, klatschender Klatscher mit der "Kronen Zeitung" (dafür ist sie allemal gut)... und es war vollbracht. "Ich brauche Gegner, keine Opfer!", war die Verhöhnung, die der Held seinem sterbenden Opfer in einem übermaß an Übermut entgegenbrachte. Es war vollbracht - jener, der als Junge auszog um die Bestie zu besiegen, kehrte wieder... als Mann.

Der Junge von einst starb in dieser apokalyptischen Schlacht. Es ist immer so, man tauscht das, was man verliert, gegen das was man kriegt. Das Leben würde ab diesem Zeitpunkt nicht mehr das selbe sein. Zuviele Opfer wurden aufgebracht. Wer dem Tod von Angesicht zu Angesicht in die dunklen Augen starrte, der ist verändert. Der Junge war nicht mehr vorhanden, er lebt weiter im Helden. Dramatisch, oder?

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Statistik ist Dschungel, nur ohne Sound

Während ich mich durch sämtliche Wirtschafts- und Demographiestatistiken des Burgenlandes kämpfe (ja genau, ich habe die Arschkarte gezogen), drängen sich mir einige Fragen auf. Die erste hierbei ist jene, ob ich nun überhaupt weiterschreiben sollten - ist doch das Burgenland an und für sich schon ein Witz, den der Satiriker nicht toppen kann. Aber doch, mein Blick wendet sich wieder einer jener halbabstrusen Grafiken zu, die ein findiger Beamter stolz erstellte - nachdem er einen Excel-für-Anfänger Kurs besucht hatte. Daf ich appellieren: Bitte keine Tortendiagramme mehr; ich kann sie echt nicht mehr sehen, sie sind nicht innovativ und überhaupt... sie sind ekelig!

Der Statistikwahn nimmt überhand. Wenn es für so etwas unbedeutendes wie das Burgenland (nur Vorarlberg ist noch uninteressanter) eine derart hohe Fülle an Datenmaterial gibt... was könnte es dann noch geben?

Ein Balkendiagramm zur Veränderung der prozentuellen Anteile derjeniger Österreicher, die noch immer meinen, sie würden die Umwelt schützen, wenn sie Kondome mehrfach verwenden - im Vergleich zum Jahr 1965? Als Erweiterung: Wieviele "ungewollte" Kinder entstehen durch diesen Umweltgedanken? Eine Tabelle zum durchschnittlichen Nährwert von Rotz eines durchschnittlichen Österreichers? Die durchschnittliche Anzahl von Tuberkuloseerregern, die sich auf einem Kaugummi befinden, der unter die Bank eines Uni-Hörsaales geklebt wurde? Haben Kaugummis unter Hörsaalbänken im Westen mehr TBC-Erreger als Kaugummis unter Hörsaalbänken im Osten Österreichs? Wieviele Fahrräder fallen am Tag im Bezirk Hallein um und wieviele davon wurden dreist umgeworfen - also einer Fremdeinwirkung ausgesetzt? Wie lange brauchen Miguel de Cervantes´ Haare, um nach einem Attentat der Frisörin seiner Wahl, wieder ihre ursprüngliche Länge und Strubbeligkeit zu erreichen?

Die verehrte Leserin, der geehrte Leser oder geneigte Sozialvoyeurist sieht also, dass Statistiken so mannigfaltig sind, wie es das Leben an sich ist. Vielleicht könnten wir ohne Statistiken gar nicht mehr leben. Es wäre interessant zu erfahren, wie hoch die Wahrscheinlichkeit hierzu ist... dazu müsste es doch eine Statistik geben...

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, Oktober 31, 2006

Motto des Tages

Von Zeit zu Zeit setze ich einen Tag unter ein gewisses Motto. Nicht aus eigenem Antrieb. Es ergibt sich eben zufällig. Etwa heute, als mich eine Freundin fragte, warum ich eine strubbelige Frisur hab. Dazu kann ich nur das Motto des Tages anmerken:

I don´t wanna hear anything about how shitty my hair looks, ´cause I know all about it.

Klar?!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes