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Donnerstag, April 05, 2007

Verteilung von Ungleichheit

Indizes gibt es zu vielen Dingen des Lebens. Sei es zur Abschreibung von Wirtschaftsgütern, sei es bei Versicherungsprämien oder einfach zur Messung, ob man ein fetter Klops ist. In diesem Fall würde dann der BMI zur Berechnung herangezogen werden.

Und bei einer solchen Vielzahl von Indizes ist es nicht verwunderlich, dass es auch einen Index zur Messung der Verteilung von Ungleichheit gibt. Genannt wird er Ginikoeffizent oder einfach Gini-Index. Benannt ist er nach seinem italienischen Entwickler Corrado Gini. Er dient zur Darstellung von Ungleichverteilungen innerhalb einer Gesellschaft und kommt vor allem in Bereichen Wohlfahrtsökonomie zum Einsatz.

Im Index werden, durch eine mehr oder minder komplizierte Berechnungsmethode, Werte für die jeweiligen Untersuchungsgebiete, Nationen etc. erstellt. Je näher der Wert bei "1" liegt, umso geringer ist die Ungleichheit der Verteilung des Vermögens, je näher er bei "100" liegt, umso größer ist die Ungleichheit. Ich machte mir einmal die Mühe und suchte mir einige Werte zu ausgewählten Ländern.

So beträgt der Gini-Index für die USA "41". Dies bedeutet, dass das Vermögen zwar ungleich verteilt ist, jedoch noch unter dem Median liegt. Hervorragend ist das nicht, es überrascht aber auch nicht, zumal die USA eine stark individualistisch geprägt Kultur sind. Überprüfen wir die These, wonach eine individualistische Kultur gleichbedeutend mit Ungleichheit assoziiert werden kann durch ein Beispiel einer kollektivistischen Kultur. Und was erhalten wir, wenn wir die (zumindest nominell) kollektivistische Volksrepublik China betrachten? Ein Gini-Index von "44", also eine höhere Ungleichheit als bei den USA. Soviel zu Mao´s Erben und den Segnungen des dortigen Kommunismus.

Nun aber zu einem wirklich reichen Land. Jeder weiß, dass die Schweizer reich sind und auf einem Goldberg sitzen, ähnlich wie die Kobolde am Ende des Regenbogens in Irland. Doch sitzen alle Schweizer auf dem Goldberg? Gini sagt: "31". Was lernen wir hieraus? Viele Schweizer sitzen am Goldberg, manche verpassten jedoch den Gipfelaufstieg.

Nach einem reichen Land, kommt unweigerlich ein armes Land. Darf ich vorstellen: Peru, ausgestattet mit einem Gini-Index von "50", also genau den Median. Wie langweilig... da steigen die Brasilianer mit einem Index von "57" schon mehr auf den Bleifuß. Ungleich verteilt ist das Vermögen in beiden Ländern.

Es ist interessant zu erkennen, dass gerade die westlichen, individualistischen Kulturen, entgegen ihres Rufes, die Ungleichheit einigermaßen gering halten - wiewohl sie für sehr viel Ungleichheit in Entwicklungsländern, zumindest indirekt, verantwortlich sind. Und bevor ich es vergesse: Österreich erfährt der Bewertung "31", wie die Schweiz, ein Wert, der auch den Gini-Index der gesamten Europäischen Union ausmacht. Österreich ist also nicht nur im Zentrum der EU, sondern verteilt auch gleich gerecht bzw. ungerecht wie die gesamten EU-27.

Wie wichtig dieser Gini-Index nun wirklich ist, dies sei dahingestellt. Aber man sollte einmal davon gehört haben, oder?

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, April 02, 2007

PR(opaganda) und Krieg

Der Konflikt "Westen" versus Iran ist zur Zeit, neben seiner diplomatischen Komponente, vor allem ein Konflikt, bei dem die wechselseitige Propaganda eine Rolle spielt. Konflikt-Propaganda, oder auch Konflikt-PR, ist nichts Neues. Es handelt sich hierbei um ein probates Mittel um, via gelenkter und zielgerichteter Kommunikation, eine jeweilige Änderung oder Beibehaltung von Meinungen, Verhalten etc. zu erreichen. Im weiteren will ich mich der verschiedenen Stufen, einer Art der dynamischen Eskalierung eines PR-Konfliktes, widmen. Wenn man so will: Die Kommunikationsstufen vom Frieden in den Krieg. Dabei betrachte ich den Anlassfall dieses Postings, den Konflikt "Westen" versus Iran jedoch nicht. Zuviel Porzellan wurde auf beiden Seiten zerschlagen um neutral hiervon zu berichten. Ich würde mich bei einer speziellen Widmung zu beiden "Parteien" nur dazu hinreissen lassen, mein kleines Scherflein beizugeben, um weiterhin Feindbilder zu schüren. Dies überlasse ich lieber den Massenmedien und manchen Bloggerkollegen und will hiervon Abstand nehmen. Feindbilder schaffen nichts, sondern zerstören nur. Sinnlos...

Die harmloseste Stufe der Beziehung stellen "peacefull relations" dar. In dieser Phase ist die Kommunikation darin begründet, dass ein Austausch von Nachrichten und Meinungen stattfindet. Kommunikation findet zwischen einzelnen Organisationen, als (beinahe) gleichberechtigte Partner gleichsam statt, wie zwischen offiziellen Stellen der Länder. Es findet ein Kulturaustausch via der internationalen Kulturindustrie und den Massenmedien statt.

In etwas verschärfterer Form können wir "contentious relations" einteilen. In dieser Phase eines Konfliktes ist Diplomatie sowie die Sprache der Diplomatie angesiedelt. In der Kommunikation wird großes Augenmerk auf die öffentliche Meinung zu einem Ausbruch von Krieg gelegt und auch die Rolle der Massenmedien wird thematisiert. Im Vordergrund steht jedoch noch immer die bilaterale Kommunikation. Ein Kulturaustausch findet jedoch nur in verminderten Ausmaß statt.

Während sich die PR(opaganda) in diesen beiden Formen noch durchaus für friedliche Zwecke einsetzt, findet sie in folgenden drei Bereichen eine zunehmend destruktivere Anwendung. Die erste Eskalationsstufe, bei sich verschärfenden Konflikten, äußert sich zwar noch immer durch diplomatische Kommunikation, sie wird aber zunehmend von Propaganda, Desinformation, und der Bildung von Feindbildern überlappt.

Die nächste Stufe stellt eine Steigerung dar, in der mittels PR(opaganda) die Feindbilder verstärkt werden. Ziel hieraus ist es, die Akzeptanz weiterer "Schritte" in der Bevölkerung zu erhöhen. Durch gezielte Propaganda und Falschinformation wird auch versucht, die "gegnerische" Bevölkerung zur "Revolution" gegen ihre eigene Regierung zu bewegen.

Die letzte Stufe befindet ist bereits in einem kriegerischen Konflikt eingebettet. Hierbei werden Nachrichten von Militärs gelenkt und zunehmend durch militärische Sprache zersetzt. Kommunikation findet nicht mehr statt - wir nennen diese Form der Berichterstattung Kriegsberichterstattung. Lösungen sind nicht mehr durch Kommunikation möglich, sondern nur noch durch militärische Gewalt. Und wenn genug zerbombt und getötet wurde, egal von wem, dann kann man wieder versuchen auf eine niedrigere Form der Eskalation zurück zu kehren und den Scherbenhaufen aufzuräumen. Doch wer bezahlt den Preis? Es sind nicht die Politiker, die ihr grausames Spiel treiben. Es sind nicht die Religionsführer, die den Geist der Menschen durch falsche Lehren vergiften, es sind nicht die Kriegsgewinnler die ihre Claims abstecken... nein, es sind die Bevölkerungen aller Nationen, die am Konflikt beteiligt sind und auch jene, die damit eigentlich nichts zu schaffen haben.

Am Krieg gewinnen einige, dies will ich nicht bestreiten. Und das alte Spiel wiederholt sich. Teils wahnsinnige, teils kühl berechnende Mörder ziehen die Fäden und spinnen ein Netz aus gegenseitigen Haß und Angst. Und die Zeche zahlen die Bevölkerungen.

Und im Fall des jetzigen Konfliktes "Westen" versus Iran? Ich gehe jede Wette ein, dass sowohl im "Westen", als auch im Iran nur die wenigsten "scharf" auf Krieg sind. So wie der Großteil im "Westen" nicht will, dass in Zukunft Bomben auf den Iran niedergehen und der Iran mit der Vernichtung bedroht wird, wollen auch der Großteil der Iraner nicht, dass britische Soldaten festgehalten werden, dass Israel mit der Vernichtung gedroht wird und dass das Land, was zwar nicht bewiesen ist, aber auch nicht verneint werden kann, an der Atombombe baut. Die Menschen wollen schlichtweg keinen Krieg - auf beiden Seiten... was soll also das Getöse? Warum lassen sich die Menschen immer wieder vor dem Kriegskarren einspannen, wenn sie dabei doch gar nichts zu gewinnen haben, sondern nur verlieren können? Im Grunde, und dies wage ich zu behaupten, will doch jeder Mensch, egal welcher Kultur, doch bloß eine faire Lebensperspektive für sich und seine Familie, eine Zukunft, in der man selbst eingreifen kann und dazu noch etwas Spass im Leben... wirklich zu viel verlangt?

Was vor allem fehlt ist Kommunikation, fernab von den Massenmedien und diplomatischen Strukturen. Kommunikation zwischen den Bevölkerungen um von- und übereinander zu lernen. Denn nur damit können "Mißverständnisse" vermieden werden und sich ein klares Bild der jeweiligen Ansichten ergeben. Ein Dialog, Kommunikation.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, März 19, 2007

The Yes Men

Ein, von mir ob seiner Persönlichkeit und fachlichen Kompetenz sehr geschätzter ehemaliger Kollege, ließ mir vor einigen Tagen in einem e-Mail einige nette Informationen zukommen. Es handelte sich hierbei um einen Dokumentarfilm mit dem Titel "The Yes Men", der vor einiger Zeit im Bayrischen Rundfunk lief. Der Film handelt von einer Gruppe von Globalisierungskritikern, die sich der Thematik in stark satirischer Weise nähern. Ihr Konzept beinhaltet, dass sie sich für offizielle Vertreter von Organisationen ausgeben, daraufhin auch wirklich zu Konferenzen etc. eingeladen werden und hier ihr satirisches "Unwesen" treiben.

Doch ihre vorrangige "Spielwiese" ist das Internet. Und hier sorgten sie etwa für Aufsehen indem sie eine "gefakte" und zum Verwechseln ähnliche Homepage, gefüllt mit satirschem Material, zur offiziellen Webpage von George W. Bush installierten - der als Reaktion hierauf ziemlich stinkig wurde und laut über eine "Begrenzung von Freiheiten" nachdachte.

Aber auch die WTO bekommt ihr Fett weg. Und so installierte die "The Yes Men"-Gruppe auch eine Webpage, die der offiziellen Homepage der WTO im Layout sehr stark gleicht. Zum Vergleich: Das Fake und die offizielle Webpage der WTO.

Ich finde die Gruppe bemerkenswert, da sie ihr Anliegen in humorvolle und satirischer Weise verpacken. Ernste Kritik ist notwendig und unabkömmlich, aber auch mit Humor und Satire lässt sich einiges erreichen. Die Globalisierung ist nichts Schlechtes oder gar Böses. Vielmehr noch ist die Globalisierung eine Chance für die gesamte Welt und ihre Bevölkerung. Nur die Art und Weise, wie sie derzeit stattfindet, ist nicht der beste Weg - und dies ist der Grund, weshalb Kritik gehört werden muss um zu einem Mehr an Frieden, einen Mehr an Wohlstand und einem Mehr an Freiheit für die gesamte Welt zu führen!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, März 14, 2007

Die Blogosphäre und der Terror

Ich habe mir einmal die Mühe gemacht und einige deutschsprachige Blogs abgeklappert. Thema meiner Suche: Die Berichterstattung über das echte oder vermeintliche "Terroristenvideo", welches auch Österreich "bedroht". Und ich fand es erschreckend, wie sehr auch die Blogosphäre in den Mainstream verfällt.

Besonders AutorInnen libertärer (oder liberaler) Blogs taten sich besonders hervor, wenn es darum ging, die gängigen Propagandasprücherl zu wiederholen. Man müsse eben "Flagge bekennen", man müsse "die Terroristen bekämpfen und ausräuchern", der Westen führe einen Kampf für "Frieden, Menschenrechte und Demokratie"... es wurde eben genau jener Müll nachgeschrieben, der auch die Mainstreammedien bevölkert. Hier sei gesagt: Bei den meisten Libertären scheint sich ihr Libertarismus leider nicht durch ihr Denken zu zeigen.

Die tollste Propagandalüge: Der Westen zieht (bewaffnet) aus um Demokratie, Frieden und Menschenrechte in die geknechteten und rückständigen Länder dieser Erde zu bringen. Und wie macht man das? Natürlich mit Bomben, Kugeln und Raketen. Mir drängt sich hier statt dem Bild der Friedenstaube dann schon eher das Bild der Kolonialmacht auf. Der Westen bringt keinen Frieden, der Westen "schnappt" sich Kolonien und damit Einfluss und Ressourcen. Und wer sich (wie im Irak und Afghanistan) gegen die Besatzungs/Kolonialtruppen wehrt ist ein Terrorist? Schön langsam frage ich mich, wer der wirkliche Terrorist ist... die Mudschaheddin/Aufständischen oder doch der selbstgefällige "Friede, Freiheit, Menschenrecht auf Erdöl"-Westen.

Ja, es wurden blöde Klischees von "Gute Truppen des Westens versus böse Terroristen" bemüht. Verkürzende Darstellungen, die einmal mehr zeigen, dass die Kriegspropaganda erfolgreich war. Alles ist erlaubt, sofern es gegen die bösen, bösen und nochmals bösen Terroristen geht... denn immerhin schlottern uns die Knie. Einmal kurz die Ohren aufsperren: Seit der Westen Krieg gegen den Terror führt, in jener bewaffneten und kriegerischen Weise, haben terroristische Organisationen vermehrten Zulauf erhalten. Soviel dazu, dass ein bewaffneter Angriffskrieg Probleme lösen würde.

Ich hätte mich gefreut, wenn der Frage nachgegangen wäre, was österreichische Soldaten, deren Abzug im Video gefordert wird, überhaupt in Afghanistan zu suchen haben? Österreich ist ein neutrales Land (so steht es in der Verfassung) und nun mischen wir in einem Krieg mit, in dem die NATO unter dem "Oberkommando" der USA eindeutig das Sagen hat?

Afghanistan wurde durch einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg durch die NATO erobert - seit wann ist Österreich Mitglied oder Helfer der NATO? Österreichische Soldaten raus aus Afghanistan, nicht wegen eines echten oder vermeintlichen "Terroristenvideos", sondern einfach weil dort österreichische Soldaten nichts zu suchen haben. Es sei denn wir wollen auch ein Wenig kolonialisieren und bei den "Großen" mitmischen. Aber dann seid bitte so ehrlich und erzählt der Bevökerung, warum die Soldaten wirklich dort stationiert sind. Und redet euch nicht auf humanitäre Aufgaben heraus, denn dafür braucht man zwar eine Menge an Geld und guten Willen, aber sicher keine bewaffneten Soldaten.

Und bevor ich es vergesse: Wer glaubt wirklich, dass das "Terroristenvideo echt" ist? Seit wann beschäftigen sich Terroristen/Mudschaheddin/Aufständische mit der österreichischen Innenpolitik iw z. B. Studiengebühren? Nicht das sie es nicht könnten, die Welt ist ja vernetzter denn je, aber es ergibt in diesem Zusammenhang einfach keinen Sinn.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Februar 28, 2007

Weltkrieg gegen Arme

Während sich das Gros der Medien auf den, sich anbahnenden, kriegerischen Konflikten zwischen USA/Israel/Europa und dem Iran stürzt, kommt eine Realität mehr und mehr ins Vergessen: Der Weltkrieg gegen die Armen dieser Welt!

Darf man von Krieg sprechen, wenn jeden Tag tausende von Kindern an Mangelernährung sterben? Ja, natürlich darf man, muss man das. Denn es ist im Endeffekt einerlei, ob ein Mensch durch eine Bombe oder durch Hunger stirbt. Es ändert am Resultat nichts - der Mensch ist Tod. In beiden Fällen ein sinnloser Tod. Und betrachten wir ein Zitat von Jean Ziegler, so erschließt sich der ganze Wahnsinns des Weltkriegs gegen die Armen: "Obwohl wir grundsätzlich über die Mittel und Ressourcen verfügen, jedem Menschen eine Existenz ohne Not zu sichern, sind Hunger und Elend auf der Welt schlimmer als je zuvor. Die global operierenden Grosskonzerne drängen im Streben nach Gewinnmaximierung der Welt ihr Gesetz auf, und die elementaren Bedürfnisse der Menschen bleiben dabei auf der Strecke." Dieses Zitat erfährt um so mehr Bedeutung, da Jean Ziegler immerhin anerkannter Soziologe und UN-Sonderbeauftragter für das Recht auf Nahrung ist - er ist also keiner jener, die oftmals verächtlich als utopische "Weltverbesserer" bezeichnet werden.

Wenn also die Ressourcen zur Verfügung stünden, die Menschen jedoch von ihnen abgehalten werden, so haben wir es hier nicht mit tragischen, gott- oder schicksalgewollten Tragödien zu tun, sondern schlicht und einfach mit Mord. Während wir das Irak-Fiasko noch auf die USA abschieben (obwohl Europa genauso beteiligt ist), so können wir uns hier der Verantwortung nicht mehr durch flache Argumente Entziehen. Beispiele liefert etwa der Dokumentarfilm von Erwin Wagenhofer, "We feed the world", der sehr anschaulich zeigt, wie die (stark subventionierte Agrarindustrie) Europas die Subsistenzwirtschaften Afrikas zerstören. Europas Agrarkonzerne treten als direkter, ungleich stärkerer und mächtigerer Konkurrent, zu afrikanischen Landwirten auf. Wir zerstören ihren Markt, ruinieren die Preise... und wenn jene Leute, deren Existenz zerstört wurde, vor dem Hungertod nach Europa flüchten... ja, dann nennen wir sie "Wirtschaftsflüchtlinge" und schieben sie wieder ab - zurück in den, von uns geschaffenen, Tod.

Aber man muss nicht nur nach Afrika blicken, auch in Südamerika trägt der "Westen" einen beträchtlichen Teil zu Armut und Hungerstod bei. Es sind nicht nur die, immer wieder klischeehaft platzierten Bilder, von südamerikanischen Juntas und Regimen, die ihre Bevölkerungen ausbeuten... auch wir sind maßgeblich an Not und Elend beteiligt. Wenn etwa riesige Anbauflächen (allzuoft werden dazu der Regenwälder abgeholzt) dafür genutzt werden, Sojabohnen für die europäische Agrarindustrie herzuzustellen, währenddessen die Menschen ihr angestammtes Ackerland, ihre Lebensgrundlage, verlieren. Menschen verhungern in unmittelbarer Nähe zu riesigen Ländereien voller Ackerland und Sojabohnen.

Aber es muss nicht immer die direkte Landwirtschaft sein, die zerstört wird. Die Schaffung von Armut kennt auch weit perfidere Methoden. Etwa durch die Patentpolitik des "Westens", wodurch sich entwickelnde Länder vom Fortschritt ausgeschlossen werden. Ein besonders perverses Beispiel bietet die derzeitige Diskussion über Software-Patente. Oder die Weltbank, die unannehmbare Bedingungen für dringend benötigte Kredite stellt. Durch all jene Faktoren werden Menschen in Entwicklungsländern vom Fortschritt ausgeschlossen, diskreminiert und weiter in die Armutsfalle abgedrängt.

Der "Westen" verschleudert Unsummen an Geldern in der Waffenindustrie, um seine "Kolonien", auch nach der vermeintlichen Kolonialzeit, weiter beherrschen zu können. Doch sei gesagt: Bei einer globalen Betrachtung ergibt dies ein Spiel, welches im Endeffekt keine Gewinner, sondern nur Verlierer kennt. Jeder investierte Euro in die Entwicklungschancen von Menschen der ärmsten Länder, sind neun ersparte Euro in den Rüstungsausgaben. Ganz zu schweigen von der moralischen Komponente.

Als Fazit bleibt: Es müssen nicht Bomben fallen, um Krieg zu führen. Denn der Weltkrieg gegen die Armen, ein perverser, perverser und nochmals perverser Krieg, ist für sich schon schrecklich genug. Solamente por pensar...

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Februar 19, 2007

Das Spiel um die Supermacht

Putins Ankündigungen der letzten Zeit brachten wieder einen Hauch von "Kalter Krieg" mit sich. Die vielbeachtete, und vielkritisierte Rede zum Sicherheitsgipfel in München stellte nur den Anfang einer Reihe von Muskelzuckungen dar, die man in nächster Zeit erwarten darf. Und fürwahr, Russland ist eine Supermacht - jedoch nicht auf militärischer, gesellschaftlicher oder innovativer Ebene, sondern einzig und alleine in seiner Rolle als wichtigster Rohstofflieferant Europas. Europa braucht zurzeit Russland, und Russland braucht zurzeit Europa. Und dass es um die "Einflusssphäre Europa" gewisse Zankpunkte zwischen Russland und den USA gibt, erklärt sich hiermit beinahe von alleine.

Es wäre aber verquer nun davon zu sprechen, dass das aufsteigende Russland den absteigenden USA den Rang ablaufen würde. Die USA sind, und werden es auch in Zukunft sein, die einzige globale Supermacht, die ihre Trümpfe mit ihrer militärischen, diplomatischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Macht ausspielt. Und daran wird auch Putin nichts ändern, dessen Aussagen eher Nationalismen bedienen, anstatt wirkliche Relevanz für die übrige Welt zu besitzen.

Wer nun meint, dass diese Einschätzung zu kurz greift und die Rohstoffressourcen der Russischen Föderation unterschätzt, der könnte, oberflächlich betrachtet, recht haben. Rohstoffe sind heutzutage, mehr denn je, begrenzter Luxus und Futter für die Wirtschaft. Doch die wichtigste Ressource eines Staates stellt die Gesellschaft an sich dar. Die Fähigkeit einer Gesellschaft, sich auf verändernde Umwelten einzustellen. Die Fähigkeiten zur Innovation und Adaption. Und hierin sind die USA noch immer ungeschlagener Weltmeister, während die russische Gesellschaft langsam vergreist und sich Klüfte zwischen Moskau, der Metropole der Superreichen wie der "los nadies", und dem restlichen Russland weiter und weiter auftun. Die große Herausforderung Russlands wird es nicht sein, die Supermacht USA herauszufordern, sondern aus dem Rohstoffreichtum das bestmögliche zu erreichen. Um die russische Gesellschaft zu stärken und zukunftsfähiger zu machen.

Abseits von Russland wird auch China immer wieder als "Bedrohung" der einzig verbliebenen Supermacht gezeichnet. Aber auch hier genügt ein Blick auf die gesellschaftliche Stärke der USA und jener Chinas um zu konstatieren, dass zwischen beiden Staaten noch große Unterschiede bestehen. Was auch auf Indien zutrifft. Während China an der erzwungenen Homogenität der Gesellschaft scheitern wird, wird Indien durch die verwirrende Heterogenität seiner Gesellschaften die großen Bewährungsproben finden.

Die USA sind das innovativste Land der Erde. Sie sind führend in Forschung und Entwicklung, Wirtschaft, im Export ihrer Kultur als auch, wenn alle Stricke reißen, in militärischer Hinsicht. Und wenn die Herrschaft von George W. Bush und seinen religiösen Fanatikern ein Ende nimmt und der marode Staatshaushalt wieder in geordnete Bahnen gelenkt werden kann, wenn das Land keine unnötigen und unmoralischen Kriege mehr führt, wird das derzeitige Bild, der moralisch und budgetär maroden USA, alsbald wieder von jenem Bild der einzig verbliebenen Supermacht abgelöst werden. Es mag sein, dass sich dies im Laufe der Jahrzehnte ändern wird. Doch für die nächsten zwanzig Jahre wird die USA die Supermacht sein. Die einzige Supermacht. Und auch danach werden die USA eine maßgebliche, wenn nicht die maßgeblichste Rolle, in einer globalen Weltordnung spielen. Da können selbsternannte Experten ruhig weiterhin vom anbrechenden "asiatischen Jahrhundert" sprechen. Und wo bleibt die Europäische Union in diesem Ränkelspiel? Europa wird sich dort positionieren, wo es sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eingefügt hat. Als wichtigster Verbündeter der USA und attraktiver Marktplatz für Produkte aller Herren Länder.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Donnerstag, Februar 15, 2007

Kriegsrethorik und Informationslücken

Die derzeitige Berichterstattung über den Iran betrachte ich, zuweilen, mit Sorge. Kriegsrethorik und einseitige Betrachtungen, fehlendes Verständnis für die Region und zuvor eilender Gehorsam zeichnen sie aus. Dabei wäre eine Kursänderung gar nicht so schwer.

Der Iran ist zur Zeit, teils zurecht, teils aus nicht rationellen Gründen, Zielscheibe Nummer Eins der "westlichen" Berichterstattung. Der Krieg der Worte, hüben wie drüben, nimmt an Intensität von Woche zu Woche zu. Wohl gemerkt auf Seiten des "Westens", wie auch von iranischer Seite. Die Zeichen stehen, folgt man den Berichten, auf Sturm.

Aber es müsste nicht so sein. Anstatt mit dem Feuer zu zündeln, könnten die Massenmedien einen wertvollen Beitrag dazu leisten, Unsicherheiten und Ängste abzubauen, Informationslücken zu schließen. Wie wäre es etwa mit Berichten über das tatsächliche politische System im Iran? Wer weiß schon, was so ein "Mullah" ist und welchen Einfluss sie im Staate Iran haben? Kaum jemand. Aber wir wissen, dass "Mullahs" böse sind. Und vor bösen Leuten muss man Angst haben, sie bekämpfen, zuerst mit Worten, dann mit Bomben. Es wäre einfach notwendig, sich mit diesem Staat auseinanderzusetzen, statt Hetze aufgrund von einzelnen Persönlichkeiten zu betreiben. Wiederum, im "Westen" sowie im Iran. Kriegerische Kommunikations hat keinen Sinn, denn fallen erst Bomben, ist dies das Ende der Kommunikation.

Ich bin mir im klaren, dass im Iran, aus unserer, aber auch aus generell humanistisch-aufgeklärter Sichtweise, so einiges falsch rennt. Doch sollten wir, wir im "Westen", jene Kräfte im Iran unterstützen, die für Menschenrechte, für Demokratie, für Fortschritt und für Frieden eintreten... anstatt ihnen ständig durch die Zeichnung eines "Gesamtfeindbildes Iran" ihre harte Arbeit noch zu erschweren.

Am wenigsten Vorwürfe mache ich hier "unseren" RedakteurInnen und JournalistInnen. Die würden schon bessere und ausgewogenere Berichte verfassen, wenn ihnen die Ressourcen dazu zur Verfügung stehen würden und wenn sie nicht an so kurzer Leine der Marketing- und Verkaufsabteilungen (die wahren Machtzentralen) ihrer jeweiligen Medien gehalten würden. JournalistInnen sind wohl die Letzten, die an dieser Entwicklung die Hauptschuld tragen. Meist unterbezahlt und überarbeitet muss man halt mit dem vorlieb nehmen, was einem die großen Nachrichtenagenturen vorsetzen.

Aber ich kritisiere das Publikum, also auch mich, die sich mit einer, beinahe "Desinformation", zufrieden geben. Würden wir uns nicht mit Halbwahrheiten und Halbinformationen abspeisen lassen, dann würden wir bessere Informationen und ausgereiftere Wahrheiten erhalten. Doch fragte nicht schon Theodor Wiesengrund Adorno einst: "Kann das Publikum wollen?"

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Donnerstag, Februar 01, 2007

Geschäfte mit dem Iran

Eine gestrige Meldung des österreichischen Rundfunkes löste bei mir eine gewisse Verwunderung aus. Sie handelte von der Kritik der US-amerikanischen Regierung an europäischen Staaten, etwa auch Spanien und Österreich, die noch immer "fette" Geschäfte mit dem Iran machen. Es verwunderte mich nicht, dass in einer freien (?) und globalisierten Wirtschaftsordnung Geschäfte mit einem Staat gemacht werden, der sich im (gerechtfertigt oder nicht sei dahingestellt) Kreuzfeuer der Kritik befindet. Kritikpunkte an den Iran gäbe es ja zuhauf. Man bedenke nur die Holocaust-Leugner-Konferenz, an der sich widerliche Figuren aller Herren Länder beteiligten. Aber Moral ist für gewöhnlich keine Konstante im internationalen Geschäftsverkehr.

Der Grund meiner Verwunderung lag darin begründet, dass es überhaupt noch österreichische Betriebe zu geben scheint, die es sich "leisten" können, mit dem Iran Geschäfte zu machen. Besonders vor dem Hintergrund der Druckausübung, die die US-amerikanische Regierung auf Banken ausübte. Dieser Druck wurde, um es vereinfacht darzustellen, folgendermaßen aufgebaut: Es wurde Banken angedroht, dass ihre US-Geschäfte- und Verbindungen erheblichen Schaden erleiden würden, falls sie weiterhin direkte Geschäfte mit dem Iran machen würden, oder Geschäfte mit dem Iran durch europäische Betriebe, in Form von Bankgarantien und Finanzierungsmöglichkeiten, unterstützen würden.

Meldungen über diese Druckausübung, die auf den Banken liegt und lag, wurden in Europa bisweilen tunlichst in der öffentlichen Berichterstattung vermieden. Einzig in der Schweiz war eine hochoffizielle Meldung in einem renommierten Schweizer Printmedium zu lesen, in dem die Schweizer Bankhäuser erklärten bzw. "Meldung erstatteten", sie hätten nun alle ihre Iran-Geschäfte eingestellt oder zumindest auf Eis gelegt. Wohl eine kleine, im Übereifer, entstandene Panne.

Einen durchaus witzigen Aspekt stellt wohl jener Umstand dar, dass das US-Ölunternehmen Halliburton, jenes Unternehmen mit großem Naheverhältnis zu US-Vizepräsident Cheney, von solchen Begebenheiten unbeeindruckt und ungestört weiterhin gut dotierte Geschäfte mit dem Iran macht. Gilt dieses "de-facto-Geschäftsverbot" also nur für Europäer und Unternehmen, die keine starke Lobby in der US-Regierung haben?

Diese Druckausübung der US-Regierung auf europäische Banken fand auch in Österreich ein prominentes Opfer. Nämlich die ÖBB-Infrastruktur-Betrieb-AG Tochter ARCC, die den Auftrag zu einem großen Bauprojekt im Iran hatte. Infolge der "verschwundenen" Bankgarantien, aber auch der schiefen Optik von Geschäften mit dem Iran, wurde dieses Unterfangen gestoppt, der Vorstandsvertrag von Alfred Zimmermann aufgelöst und der ARCC Leiter und FPÖ-Bahngewerkschafter Alexius Vogel suspendiert. Alle Auslandsaktivitäten der ARCC, die auch Geschäfte mit Staaten wie China und Sri Lanka machte, wurden eingestellt.

Es wäre vielleicht ein Fehler, das Scheitern dieser Geschäfte alleine an den Druck der US-Regierung festzumachen. Und auch wenn die moralische Komponente für gewöhnlich keinen Platz in internationalen Geschäften hat, so wäre sicherlich, durch die Brisanz eines "Geschäftspartner Iran", ein Schaden für das Image der ÖBB entstanden. Wiewohl - durch die Reaktion der ÖBB auf die Thematik entstand auch so ein Schaden - der des Weiteren zu einem mittleren bis größeren Krach mit der hiesigen Printlandschaft führte, denen die ÖBB wichtige Inserateinschaltungen entziehen wollte. Diese Auseinandersetzung hat die ÖBB jedoch schmählich "verloren", was ein kräftiges Lebenszeichen der Macht der Medien darstellte. Aber dies wäre nun wohl ein Stoff für ein anderes Posting.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Jänner 24, 2007

Titanic-Kurs mit Affen

Kleines Ratespiel gefällig? Ja? Na gut, starten wir also: Was findet gerade in Nairobi statt? Wißt ihr es, verehrte Leserinnen, geehrte Leser und geneigte Sozialvoyeuristen? Na kommt schon, strengt einmal eure grauen Zellen an und denkt nach.

Okay. Diejenigen unter uns, die in Geographie brav aufgepasst haben, werden sicherlich wissen, dass Nairobi die Hauptstadt von Kenia ist. Was ja bekanntlich in Afrika liegt. Soweit so gut, und ein dickes Mitarbeitsplus an diejenigen, die an dieser Steller der Geschichte mit Fug und Recht behaupten können: "Da erzählt er mir nichts Neues, der Schreiberling!" Aber noch einmal meine Frage: Was könnte da sein?

Ich kann beruhigen. Es herrscht kein Krieg. Dies erwähne ich deshalb, weil wir im Normalfall nur Kriegs-, Krankheits- oder Hungersstories vom Kontinent Afrika in unsere Wohnzimmer geliefert bekommen. Nicht weil es in Afrika nicht auch viele positive Dinge geben würde... die gibt es... aber die negativen Aspekte, die Probleme und das tödliche Schicksal von Menschen lässt sich einfach besser "verkaufen". Wiewohl... auch dies ist nicht immer der Fall. Denn von großen Tragödien erfahren wir oftmals gar nichts - was vielleicht damit zusammen hängt, dass wir Europäer oft nicht unwesentlich unsere Finger im Spiel haben. Sie wissen schon - Rohstoffe und Macchiavelli-Prinzip - denn dies sind unsere wahren "Werte". Wer glaubt denn wirklich, dass "wir" Demokratie und Menschenrechte exportieren würden? Nein! Da importieren wir lieber billige Rohstoffe, die "wir" uns nur allzu oft durch krumme, tödliche Touren sicherten.

Aber zurück zur Ausgangsfrage. In Nairobi findet zur Zeit das Weltsozialforum statt. Wer hat es gewusst? Keine Angst, wer es nicht wusste ist nicht etwa dumm oder ein Ignorant. Dieses "Nicht-Wissen" liegt darin begründet, dass wir einfach nicht informiert werden von "unseren" Medien. "Unsere" Medien sind wohl zu sehr damit beschäftigt, ihre Leser an die Werbewirtschaft zu verkaufen und ihre Informationen aus einigen wenigen der großen Nachrichtenagenturen zu beziehen. Auf das der verzerrte, gefilterte und sieben Mal gesiebte Einheitsbrei tagtäglich über uns herein breche. Hat nun jemand Lust auf Chomsky´s und Herman´s Propagandamodell bekommen?

Aber zurück zum Weltsozialforum: Ein Treffpunkt für NGO´s aller Länder, Intellektuellen und allgemein jenen Leuten, die meinen, dass die Globalisierung, wie sie derzeit stattfindet, in einem großen Desaster enden wird. Diese Leute nennen sich selbst gerne Globalisierungskritiker. Eine Bezeichnung, die zutrifft. Denn sie sind nicht gegen die Globalisierung, sondern in erster Linie gegen die Art und Weise, wie sie vorangetrieben wird. Durchaus berechtigt.

Der Eine oder die Andere wird diese Menschen wohl eher unter der Bezeichnung Globalisierungsgegner kennen. Eine nette Bezeichnung der "Mainstreammedien", die die Globalisierungskritiker ins Eck der Suderanten, Krakeeler, Zukunftsverweigerer und blöden Utopisten stellt und ganz und gar nicht zutrifft. Wer hat also was gehört von diesem Forum? Wenige unter uns, oder?

Anders verhält es sich mit dem Weltwirtschaftsforum in Davos, dass gerade begonnen hat. Dort treffen sich die Mächtigen, die Lenker und all jene, die ihre Muskeln Tag für Tag auf Kosten anderer spielen lassen. Davon wird natürlich schon berichtet - natürlich in einem stark kontrolliertem Umfeld. Die wichtigen Beschlüsse bleiben nämlich eher im verborgenen. Wir, die wir nicht mächtig, reich und vermögend sind, dürfen jedoch trotzdem in gewisser Weise partizipieren. Nämlich in jener Form, dass wir einmal mehr ein paar Aussagen des Einen oder Anderen "Propheten der Weltwirtschaft" lauschen dürfen, die uns einmal mehr einreden, wie wichtig es doch wäre, dass wir in Zukunft noch mehr und noch härter arbeiten sollen. Denn wenn es darum geht, (Mehr)Wert zu erzeugen, dann gibt es "uns" schon noch. Auch wenn wir ansonsten diskreminiert und aus allen wichtigen Vorgängen ausgeschlossen werden. Motto: "Arbeiten, nicht aufbegehren, Versicherungen abschließen und euer sauer verdientes Geld in unsere Aktien stecken!"

Abschlussfrage: Was wäre für die Menschen, ganz "normale" ohne Schweizer Bankkonto und Leichen im Keller, wichtiger zu erfahren? Die weisen Sprüche eines selbstherrlichen Sklaventreibers am Weltwirtschaftsforum, oder interessante Alternativen für eine gerechtere Weltordnung vom Weltsozialforum? Ich denke, jeder wird sich die Antwort selbst geben können. Doch eines ist klar. Unsere "Mainstreammedien" sind Teil der internationalen Kulturindustrie, abhängig von Werbeeinnahmen, oftmals im Besitz von Konzernen, sie sind "Agenten" der Globalisierung nach derzeitigem Muster... unsere "Mainstreammedien" werden also keinen Finger krumm machen für Ideen von Menschen, die ihre Besitzer und Geldgeber auf eine intellektuelle, humanistische und nachvollziebahre Art und Weise kritisieren. Dann schon lieber weiter im gewohnten Text: Titanic-Kurs mit voller Kraft auf den Eisberg. Dazu noch drei Affen. Einer bedeckt seine Augen, der zweite seinen Mund, der dritte hält sich die Ohren zu. Kurs Richtung Crash eben!

Schwarz-Weiß Malerei? Mag sein. Ich bin ja selbst stark dafür, an den Grauzonen teil zu haben. Aber eine Grauzone ergibt sich eben nur aus der Vermischung von Schwarz und Weiß. Eine Vermischung, die in diesem Bereich unserer (Lebens)Welt nicht stattfindet, weil dies bewusst nicht zugelassen wird.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Sonntag, Jänner 21, 2007

Der Schmäh mit der Verantwortung

Das soziale Ungleichgewichte hauptsächlich darin begründet sind, dass der freie Markt doch nicht alles zur Zufriedenheit regelt und es bisweilen krasse "Verteilungsprobleme" gibt, dürfte allgemein bekannt sein. Besonders markant lassen sich diese "Verteilungsprobleme" in den Gehältern von Managern feststellen - wenn man sie in Relation zu den durchschnittlichen Löhnen/Gehältern von "normalen" Menschen setzt.

Ist es eine Art gottgegebene Erscheinung, dass ein hochrangiger Manager ein Vielfaches von dem verdient, was ein "Normalsterblicher" zu erwarten hat? Sind diese Spitzengagen gerechtfertigt? Und vor allem, wie werden sie legitimiert?

Es sind vor allem zwei Aspekte, die zur Rechtfertigung von astronomischen Gehältern heran gezogen werden. Der erste Aspekt ist der Faktor Zeit. Hochrangige Manager haben keinen 8-Stunden-Tag. Dies können wir als Tatsache festlegen. Doch lässt sich die Arbeit von hochrangigen Managern, in ihrer Intensität, mit der eines Hilfsarbeiters vergleichen? Ich vertrete die These, dass man hierbei die sprichwörtlichen Äpfel und Birnen vergleichen würde. Denn die 8 Stunden eines Hilfsarbeiters sind in ihrer Intensität bei weitem komprimierter als jene Arbeitszeit, von Managern - zu deren Arbeitszeit ja auch Geschäftsessen, Golfspielen mit der Kundschaft usw. usf. gezählt werden. Also hinkt die Legitimation der Mehrarbeit, in vielen Fällen, doch einigermaßen.

Der zweite Aspekt ist das Thema Verantwortung. Manager tragen, so der öffentliche Diskurs, ein hohes Maß an Verantwortung, welche ihnen durch monetäre Leistungen abgegolten werden. Doch wie sieht diese Verantwortung in der Praxis aus? Versagt ein Manager im Job, so verliert er ihn. In vielen Fällen wird ihm der Abschied durch einen wahrhaft goldenen Handshake schmackhaft gemacht. Also klar: Wer scheiße baut, der verliert seinen Job - verdient aber in einigen Fällen sogar noch recht gut daran.

Frage: Was passiert wohl mit einem "gewöhnlichen" Angestellten, der in seiner Arbeit "versagt". Kurze Überlegung... ja, ich denke man weiß, was jetzt kommt. Wer scheiße baut, der verliert seinen Job. Nicht mit einem goldenen Handshake, sondern einfach mit dem blauen Brief. Wo ist also der Unterschied? "Normalen" Mitarbeitern wird ihre Last der Verantwortung nicht abgegolten. Hochrangige Manager haben also die selben Auswirkungen für ihr etwaiges Scheitern zu erwarten, bekommen aber mehr Geld dafür und kassieren sogar noch bei Versagen.

Und wenn das Versagen wirklich grauenhaft erschreckend war... dann passiert... wie wir etwa am Beispiel des gescheiterten Bankers Elsner sehen... gar nichts. Denn Kraft ihrer monetären Ressourcen haben solche Menschen auch vom Gesetz nur wenig zu befürchten. Gleich sind wir nämlich alle, manche halt ein wenig gleicher.

Und zu guter Letzt: Die Vertreter der freien (oder vielleicht gar neoliberalen) Marktwirtschaft propagieren das Leistungsdenken bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Doch leistet ein hochrangiger Manager wirklich, nehmen wir einmal an, 30mal mehr Leistung als ein anderer Mensch, was ein 30fach höheres Gehalt rechtfertigen würde? Ich denke wohl nicht und aus diesem Grund erfährt das Leistungsdenken einen schalen Beigeschmack. Denn wie es scheint, gilt es nur bedingt.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Samstag, Jänner 13, 2007

Iran = Evil Empire?

Geht es um den Iran, so beginnen Klischees, Stereotype und Vorurteile zu blühen. Jenes Land, der islamische Gottesstaat, war uns "Westlern" noch nie wirklich suspekt - immerhin stürzten sie den Shah und beendeten so unseren freien Zugriff auf "Tausendundeine Nacht" sowie die Erdölreserven. Und spätestens wenn wir das Wort "Mullah" hören, beginnen wir endgültig damit, auszuticken. Mullahs? Sind dies nicht diese buckligen, bösartigen Fanatiker, die eine Mischung zwischen "Teennage Mutant Hero Turtle" und Derwisch darstellen, in Höhlen hausen und den ganzen Tag nichts besseres zu tun haben, als sich zu überlegen, wie sie uns wohl am besten den Tag vermiesen könnten? Meine Damen und Herren, es wäre Zeit dafür, die Angst-Gemüter abzukühlen, um dem Iran stattdessen mit etwas Hirn zu begnegnen!


Während im Irak tagtäglich Menschen ermordet werden, die USA und ihre Verbündeten mehr und mehr die Kontrolle über die Aufständischen verlieren, wird gleichsam an einem anderen globalen Konfliktherd gezündelt. Brennpunkt Iran, Brennpunkt Urananreicherung. Die USA und ihre Verbündeten, vor allem aus der EU, werfen dem Iran vor, an der „Atombombe zu basteln". Der Iran hingegen betont, nur an der friedlichen Nutzung der Atomenergie interessiert zu sein. Die Urananreicherung zum Zweck der Gewinnung von nutzbarem radioaktiven Material ist der Konfliktpunkt, der den Zankapfel zwischen den Fronten darstellt.

Es ist sehr viel Polemik und Propaganda zwischen beiden Seiten zu vernehmen. Die „westlichen“ Vertreter werfen dem Iran das Trachten nach der „Atombombe“ vor, einer Waffentechnologie, die jene Staaten meist selbst besitzen, und als probates Druckmittel zum "diplomatischen Rabaukentum à la Nordkorea" vorzüglich geeignet ist. Jene "westlichen" Vertreter reichern ihre Vorwürfe durch, oft irrationale Meldungen an. So wird der Präsident Ahmedinadschad als religiöser Eiferer, als Antisemit oder schlichtweg als Wahnsinniger hingestellt. Vielleicht mag er dies auch sein – wer weiß es mit Sicherheit zu sagen – doch sind dies keine rationellen Gründe, die es verbieten würden, dass das Land die Atomtechnologie nicht, wie so viele Staaten dieser Erde, friedlich nutzen dürfte. Denn jene aufgezählten Attribute, die man Mahmoud Ahmedinadschad zuschreibt, werden viele Menschen dieser Erde auch dem US-Präsidenten Bush zuweisen - und er ist immerhin der Präsident jenes Staates mit dem größten Arsenal an Atomwaffen. Mit Ausnahme der Bezeichnung als Antisemit – jenes Attribut kann man, wenn man so will, aber auch gegen das Wort „Rassist“ tauschen – was für den US-Präsidenten dann schon eher passen würde. Man verzeihe dem Autoren diesen Einschub einer persönlichen Wertung. Doch vergessen wir kurz diese Polemiken, Beleidigungen und, oft unsachlichen, Bewertungen und betrachten wir den Konflikt nüchtern.

Laut dem Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen vom 1.7. 1968, sind die Mitglieder jenes Vertrages dazu verpflichtet, Kernwaffen weder herzustellen, noch sie anderweitig zu erwerben. Während der Vertrag die militärische Nutzung beschränkt, erlaubt er in Artikel IV ausdrücklich die friedliche Nutzung der Atomenergie. Einzige Bedingung hierfür, für die ausdrücklich friedliche Nutzung, sind vertragliche Kontrollen der IAEO. Sofern der Iran diese Kontrollen zulässt (bzw. nicht wieder aussetzt) ist es ihm völkerrechtlich gestattet, die Atomenergie zu nutzen.

Es gibt Berichte, wonach der Iran, in der Vergangenheit, mehrmals unter Verdacht stand, einzelne Bestandteile des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen zu umgehen. Es mag sein, dass dies wirklich geschehen ist, bewiesen konnte es nicht werden. Dies war auch einer Erklärung des Director of National Intelligence John Negroponte zu entnehmen. John Negroponte dürfte, alleine schon wegen seiner früheren Verstrickung in der Iran-Kontra-Affäre, keinerlei persönliche Gründe haben, den Iran beschönigend darzustellen – somit ist diese „Entlastung“ durchaus als bemerkenswert anzusehen.

Der Artikel IV des Vertrages über die Nichtverbreitung von Kernwaffen geht so weit, dass er die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet "den weitestmöglichen Austausch von Ausrüstungen, Material und wissenschaftlichen und technologischen Informationen zur friedlichen Nutzung der Kernenergie zu erleichtern". Ein Umstand, von dem zurzeit Brasilien besonders profitiert. Warum also nicht auch der Iran? Denn betrachtet man die Geschichte beider Staaten, so erscheint Brasilien wohl nicht sehr viel stabiler als der Iran.

Nüchtern betrachtet erschließt sich somit das Bild, dass der Iran das Recht auf die friedliche Nutzung der Atomenergie hat. Und ebenso das Recht auf die Anreicherung von radioaktivem Material. Das Argument, dass der Weg von der friedlichen zur militärischen Nutzung der Atomtechnologie kein großer ist, ist berechtigt. Und eine neue Atommacht ist wohl das Letzte was diese Erde braucht. Dennoch ändert dies nichts an der Tatsache, dass der Iran, nach derzeitiger Rechtslage, das Recht zur friedlichen Nutzung der Atomenergie hat. Nüchtern betrachtet – wenn man das polylaterale und wechselseitig drohende Säbelrasseln einmal kurz vergisst…

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Freitag, Dezember 15, 2006

Gezielte Tötungen

Ich habe eine gewisse Zeit gebraucht, um mich zu entschließen, diesen Artikel zu verfassen. Wieso? Aus dem einfachen Grund, dass er von Israel handelt. Zu schnell wird man bei Kritik an Israel, und sei sie auch noch so berechtigt, ins Eck der Antisemiten gestellt. Aber ich denke, dass die LeserInnen sehr wohl unterscheiden können, ob ich den weltlichen Staat Israel kritisiere, oder ob ich antisemitische Äußerungen tätige.

Es sind zwei Dinge, die mich zur Zeit an der Thematik "Israel" beschäftigen. Die erste Thematik ist ein Richterspruch des obersten Gerichtshofes Israels, der "gezielte Tötungen" als nicht ungesetzlich erklärte. "Gezielte Tötungen"? Dies klingt so verharmlosend, wie das altbekannte "Setze eine Runde aus, gehe nicht über Los und kassiere keine Kohle" beim Brettspiel Monopoly. In Wirklichkeit ist eine "gezielte Tötung" nichts anderes als ein Mord. Und Mord ist nichts harmloses, sondern, neben Vergewaltigung und Kindesmißbrauch, das schlimmste Verbrechen gegen einen Menschen, gegen eine Familie, gegen eine Gesellschaft, und, wenn man so will, gegen Gott.

Und dieses Verbrechen ist gesetzlich gedeckt? Es ist erschaudernd. Ein Grundstein unserer "westlichen" Welt, zu der Israel für mich immer gehörte, ist doch der Rechtsstaat. Ein Rechtsstaat, der jedem ein faires Gerichtsverfahren gestattet (ich weiß, dieses "faire" Gerichtsverfahren ist auch in der restlichen "westlichen" Welt oft nur eine schöne Utopie). Aber gesetzlich gedeckter Mord?

Wer entscheidet wer "gezielt getötet", gezielt ermordet wird? Irgendwelche Militärs oder Geheimdienstler, Söldner? Leute, die sich niemals eine demokratische Legitimierung einholten und sich deshalb auch, dank des Richterspruches, vor nichts und niemandem verantworten müssen. Müßten wir, vor dem Hintergrund legalisierter Morde, nun nicht auch israelische Politiker, die hier nicht eingreifen, genauso ächten, wie wir es bei Politikern wie dem iranischen (rest-persischen) Präsidenten Ahmedinadschad auch machen?

Die zweite Seite der "Medaille" in diesem unwürdigen Spiel betrifft uns selbst. Wir - wir anderen, die den "Westen" darstellen - und nicht eingreifen. Wir - die wir diese Vorgänge zulassen, nur damit wir "unsere Ruhe" vor dem Palästinenserkonflikt haben. Wir - die wir Israel und junge isrealische Soldaten vorschicken, bluten lassen. Wir, die wir junge Palästinenser durch Wahnsinnige verheizen lassen, die, aufgrund der Not, der Enge und es Elends, ihr Heil in der Gewalt suchen (müssen)? Menschen die gegen ihren Nachbarn vorgehen, weil ihnen keine Chance gelassen wurde, um anders zu handeln - das sie niemals ein friedliches Miteinander erleben durften. Weil wir es zuließen. Wir, die wir so mächtig, wir, die wir so viel Geld, wir, die wir soviele Waffen, Spitzfindigkeiten, Hintertüren und Argumente haben... nur damit wir uns mit dem Pulverfass Israel-Palästina nicht beschäftigen müssen?

Unsere Medien - die schweigen. Unsere Politiker - die schweigen. Die UNO - die schweigt. Wir schweigen und lassen zu, statt einzugreifen und konstruktive Lösungen zu den Problemen der Region zu erbringen. Wir - die wir uns immer einmischen, wenn es um unsere "berechtigten" Interessen geht - aber wir - die wir schweigen, wenn es einmal häßlich wird. Wir - die wir jene Menschen in Israel und Palästina, jene Menschen, die sich für Frieden einsetzen, jene Menschen die auf beiden Seiten die Mehrzahl und Opfer sind, alleine lassen. Wenn es um Kapital und Bodenschätze geht, ja, dann sind wir nicht so schweigsam!

Ich sehe bei der Thematik der "gezielten Tötungen", der Morde, eine Reihe von Opfern und Tätern. Die Täter sind jene, die solche Mordpraktiken legitimieren, sie vorantreiben und ausführen. Jene die sie totschweigen und stillschweigend dulden. Jene alten, grauen Krawattenträger in ihren Büros, die über Leben und Tod von Menschen am Schreibtisch entscheiden, in ihrer Arroganz, Menschenverachtung und Selbstherrlichkeit, sind die Täter. Täter in Israel, Europa, Palästina, den USA, der UNO und den arabischen Staaten. Die Täter sind die Medien, die nicht informieren, sondern verfälschen und unter dem Teppich kehren. Jene Täter, die durch die Verbreitung von Angst, Horror und Tod ganze Länder, Völker, Regionen terrorisieren - Terroristen! Spuckt ihnen ins Gesicht!

Doch die Opfer sind mehr. Die Opfer sind Isrealis und Palästinenser gleichermaßen, die mehr und mehr und mehr und mehr in einer Schraube sinnloser Gewalt gefangengehalten werden. Ausnahmenzustand 24 Stunden am Tag - immer und überall. Angst. Das nächste Opfer: Unsere "westlichen Werte", für die wir uns rühmen und für Menschen, die nicht aus "unserem" Kulturkreis stammen, wohl nichts anderes mehr als einen zynischen Mief darstellen müssen. Das nächste Opfer: Der Friedensprozess zwischen Israel und Palästina, dessen tönerne Füße mehr und mehr abgeschlagen werden. Und natürlich jene, die ermordet werden. Denn "die falschen" trifft es immer - denn jeder Mensch der ermordet wird, ist "der Falsche". Egal ob Krieg, Terror oder Unfall. Werden wir sie wieder zynisch "Kollateralschäden" nennen? Oder erfahren wir, aufgrund unserer Medien, die schweigen, nichts davon?

Wenn ein größerer Krieg (und im Libanon gab es Krieg, in Palästina brennt es, in Israel erscheint die Lage nicht besser) verhindert werden soll, dann muss das Schweigen ein Ende haben. Wir müssen jene Israelis und Palästinenser unterstützen, die sich oft unter Einsatz ihres Lebens, für ein friedliches Zusammenleben in der Region einsetzen. Wir können uns nicht zurücklehnen und "denen dort in Nahost" die ganze Arbeit des Friedens überlassen, um uns kurz darauf zu wundern warum "der Frieden" nicht kommt. Der Konflikt ist global - also muss er global gelöst werden. Ein Beginn ist ein Ende des Schweigens! Jeder Israeli der stirbt, stirbt auch wegen unseres Schweigens. Jeder Palästinenser der stirbt, stibt auch wegen unseres Schweigens. Es mag "5 vor 12" sein, aber zu spät ist es sicher noch nicht. Schrei!

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gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, November 22, 2006

Gut versus Böse?

Vielleicht kann sich ja der Eine oder die Andere noch an jene Zeit erinnern, als Bush der Vollidiot und die Lachnummer der Welt war. Es war eine schöne Zeit, oder? Immer mal wieder gab es die neuesten Hoppalas, die peinlichsten Aktionen sowie immer wieder frisches Bildmaterial, welches die Unfähigkeit von Bush unterstrich. Auch er selbst schien sich in der Rolle nicht wirklich wohl zu fühlen. Als Präsident der Vereinigten Staaten mit der Lizenz zur Dummheit verbrachte er seine Zeit lieber an einem Ort und mit einer Tätigkeit, die er konnte und mochte. Als Rancher auf seiner Ranch in Texas - der Bush-Bauer eben.

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Bild: Der "Führer der freien Welt"

Vier explodierte Flugzeuge, zwei eingestürzte Türme, ein beschädigtes Pentagon und eine verwüstete Wiese am Arsch der Welt später, sah die Sache anders aus. Bush war der "Führer" (besonders Deutsche und Österreicher sollten bei diesem Wort kurz zusammen zucken) der freien Welt und seine "heilige" Mission war es, den Krieg gegen den Terror zu führen. Wieder einmal ein Krieg gegen ein Substantiv... dies funktionierte ja schon im Krieg gegen die Drogen und im Krieg gegen die Armut so hervorragend! (Achtung-Ironie-Schild ist nun hoch erhoben)

http://www.foodjustice.net/ha/images/ha-01-2004/3.jpg
Bild: Sieg im Krieg gegen den Hunger

Was geschah daraufhin? Während zwei Kriege geführt wurden, völkerrechtswidrige Kriege, und junge Menschen auf den Schlachtfeldern verbluteten, während tausende und abertausende Zivilisten im Bomben- und Kugelhagel ihren gewaltsamen Mord sterben mussten, während all diese Dinge geschahen, für die sich eine freie Wertegesellschaft schämen müsste... wurde auch eine zweite Front aufgezogen.

Denn Kriege werden nicht nur mit Explosionen und Blut geführt. Es gibt immer die zweite Front, die Meinungsfront. Und so wurden die "westlichen" Gesellschaften einer Gehirnwäsche unterzogen. Wir wehrten uns nicht, wir ließen es zu. Aufständische waren auf einmal Terroristen. Jede Form von Widerstand, jede Form anderer Meinungen, waren plötzlich verdammt dazu, als Gegner der "freien Welt" da zu stehen. Kritik war nur legitim, wenn es die anderen betraf. Denn der "Westen" war der "Gute", der islamisch geprägte Kulturkreis das "Böse".

http://archives.cnn.com/1999/WORLD/meast/12/28/iraq.strikes/link.no.fly.jpg
Bild: "Böser" Irak

Das Wort "Mudschaheddin" alleine genügte schon, um den verängstigten Bürgern das bloße Grauen zu lehren und der Anti-Depressiva-Industrie neue Rekordverkäufe zu bescheren. "Mullahs" erschienen uns als bösartige Kreaturen, trollgleich, die in finsteren Höhlen hausen, um dort Pläne zu schmieden, wie sie uns den Tag am besten vermiesen könnten. Regte sich leise Kritik, so wurde die Terrorwarnstufe in den fantasievollsten Farben hochgeschraubt. Beispiel gefällig? "Für die Weihnachtsfeiertage gilt Alarmstufe violett!" Verdammt, was hat denn "Violett" mit Terror zu tun? Während also die Soldaten des "Westens" durch den Krieg entmenschlicht wurden, wurde der "Feind" an der Meinungsfront durch die Berichterstattung entmenschlicht. Und mit ihm Millionen von Mitbürgern dieser Erde und eines Kulturkreises, der einige der wertvollsten Entwicklungen dieser Erde hervorbrachte. Man denke nur an die Bereiche Astronomie oder Literatur.

http://kd4dcy.net/rthumor/to-taliban.jpg
Bild: Karrikaturen zum lachen und gruseln

Aber wir hatten eben eine Heidenangst und so nahmen wir es auch mit leichtem gemotze in Kauf, dass "unsere Wertegemeinschaft" nicht davor zurückschreckte, diese "bösen Terroristen" zu verschleppen, zu foltern und zu morden. Eine "Wertegemeinschaft" wie unsere muss so ein bisschen Folter und Menschenrechtsverletzung schon vertragen, so dachten wir uns wohl insgeheim. Und die Sache mit den Konzentrationslagern? Na die sind ja eh weit weg, in irgendwelchen Bananenrepubliken. Ein bisschen wegschauen und nur ja nicht daran denken, anstatt sich dafür zu schämen. Ja, wir sollten uns schämen! So wie auch ich mich schämen sollte. Anstatt pixelweise Unsinn auf "Planeta Eskoria" zu verbreiten, hätte es nur eine Überschrift und einen Text geben müssen - und zwar jeden Tag:

"Stoppt die Konzentrationslager und Folterungen - Unsere Wertegemeinschaft pfercht Menschen in Konzentrationslager, foltert sie und morded sie. Unsere Wertegemeinschaft gibt einen Dreck auf die Menschenrechte und wir sehen einfach weg wie es früher die Menschen im NS-Regime taten. Dies muss aufhören, wir müssen hinsehen und dies beenden - heute!"


Bild: Pforte KZ Ausschwitz

Und da wir in unserer Arroganz davon ausgehen, dass wir sowieso die fortschrittlichsten Menschen der Erde sind und Menschen anderer Völker nicht lesen können, geschweige denn so etwas wie ein Nachrichtenwesen aufgebaut haben, dachten wir, wir würden damit durchkommen, ohne dass es wer merkt. Frei nach dem Motto: Wenns keiner sieht, dann ist es nicht passiert - wie einst beim Schweigen der Menschen zu den Gräueltaten der Nazis.

Aber soviel sei gesagt: Auch Menschen in Ländern, die nicht zum "Westen" gehören, können lesen. Auch dort gibt es Zeitungen und sie haben sehr wohl gesehen, welche Scheiße der "Westen" am laufenden Band fabriziert. Wir dürfen uns also nicht wundern, wenn sie uns auslachen, wenn wir, als "der gute Westen" wieder einmal die Moralkeule schwingen, um an deren Bodenschätze zu kommen oder sonstwelche "berechtigten" Interessen durchsetzen wollen. Sie haben gesehen, was man von "uns" erwarten kann und was "unsere" Gesellschaft" wert ist.

http://www.columbia.edu/cu/chicanocaucus/images/Protest%2002.23.04%20009.jpg
Bild: Stummer Protest

Doch kommen wir zurück zu Bush. Nach den verlorenen Wahlen, dem Verlust von Macht seiner Administration, wird es nun leer in seinem Kriegskuschelzimmer. Berater und willige Journalisten verlassen ihn und sprechen mehr oder weniger deutlich davon, dass in den letzten Jahren eine gewaltige Misere, eine menschliche Tragödie, angerichtet wurde. Die Europäer distanzieren sich sowieso, denn sie waren ja "eh nie dabei" - obwohl ihre Soldaten genauso mordeten wie es US-Soldaten taten. Aber die Europäer meinen halt, sie könnten sich fein aus der Affäre ziehen. Zu blöd, dass die gesamte restliche Welt dennoch weiß, wer sich hier mit wem ins Bett legte, um unschuldige Menschen zu morden, eine Wahnsinnsideologie durchzusetzen und nebenbei fürs Big-Business zu sorgen.

http://dca.boozle.net/halliburton.jpg
Bild: Glücklicher Kapitalist


Ja, Bush wird wohl bis zum Ende seiner Präsidentschaft wieder mehr und mehr demontiert werden. Vielleicht ist er beim Abgang für alle Welt wieder jener Idiot, der er sowieso schon immer war. Genugtuung ist dies jedoch keine. Es wurden Kriege geführt, die Welt wurde mehr und mehr destabilisiert, humanitäre Katastrophen wurden ausgelöst und es fand vor allem ein großer Anschlag statt. Ein Anschlag auf die Menschenrechte, die anscheinend nicht einmal mehr das Papier wert sind, auf das sie gedruckt wurden.

http://www.freethefive.org/multimedia/photos/guantanamo.jpg
Bild: Menschenrechte treten

Wird ein neuer US-Präsident wieder alles ins Lot bringen? Nein, auf keinen Fall. Denn es war und ist nicht nur Bush, der einen stinkenden Haufen Scheiße produziert. Dieser unselige Geist der Zerstörung, dieser unselige Gestank des Todes, weht auch aus den Parlamenten Europas, er mieft aus den Konzernzentralen die ein riesiges Geschäft machten. Er weht aus den Bankhäusern, die die Kriege finanzierten und sich goldene Eier damit verdienten. Und er stinkt von jener Ideologie der Menschenverachtung und Angst, die sich in den letzten Jahren in unseren Geist geschlichen hat. Die Zeit wird weisen, wie es hier weitergeht - doch mit der Einsicht, einen Fehler gemacht zu haben und einer Entschuldigung können wir, der "Westen", wohl nicht mehr unseren Hals aus der Schlinge ziehen. Dies wäre nur ein Anfang eines langen Prozesses, den wir gehen müssten, wenn wir wirklich glauben, dass wir "Werte" und nicht bloß Massa Kapital und Macht vertreten.

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Bild: Ohne Worte
gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Oktober 16, 2006

Pressefreiheit

"In Kriegszeiten wird überall die Presse zensiert". Das war der offizielle Tenor zu diesem Thema; das bekam ich von meinem anonymen Bekannten von der [...] zu hören, von [...] und von allen und jedem. Aber damit konnte ich mich nicht zufriedengeben. Ich erinnerte mich an meine Zeit in [...] im Jahre [...], während des Krieges mit [...], wie es war, wenn man Nachtrichten vorgesetzt bekam, bei denen nur eines sicher war, dass sie nämlich gänzlich und absichtlich in die Irre führten.

Ich erinnerte mich, wie man damals gelernt hatte, die [...] Meldungen über abgeschossene [...] Flugzeuge durch zehn zu dividieren und die Anzahl der eingestandenen eigenen Verluste mit demselben Faktor zu mulitplizieren. Dann begannen die Zahlen sich einander anzunähern und man fing an zu glauben, einen Zipfel der Wahrheit erhascht zu haben. Ich erinnerte mich auch an meine Empörung über die Manipulation der Nachrichtenmedien durch die [...] Regierung während des [...]-Krieges. Was ich dort nicht hatte hinnehmen können, konnte ich auch hier nicht hinnehmen.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Mai 24, 2006

EULAC Gipfel die Zweite

Nun geht es in die zweite Runde, die ungesunde. Im vorigen Artikel zu behandelte ich die "Armut" der medialen Berichterstattung. Doch was sind die Gründe hierfür? Warum weiß niemand genaueres zu diesem, an und für sich so wichtigen Meeting der Großen der Europäischen Union und Südamerikas (und der Karibik, der Vollständigkeit halber)?

Warum verschränkt sich die Berichterstattung auf einzelne Persönlichkeiten wie dem, durchaus sympathischen und in seinen Reden intelligenten, Hugo Chavez? Ist doch Lateinamerika nicht eine Person, genauso wie Europa nicht aus einigen wenigen Personen wie Blair, Chirac oder den EU-Rats Präsidenten Schüssel besteht?

Es liegt an der mangelnden Kooperation der Journalisten untereinander. Diese Nicht-Kooperation europäischer und südamerikanischer Journalisten, die alle ihre eigene Suppe löffeln, führt zu ebenjenen Klischees und Stereotypen die beim Gipfel auftraten. Hier die revolutionären Südamerikaner, dort die kapitalistischen Europäer die noch immer meinen, sie wären Kolonialherren. Eine Darstellung, die so in der Realität einfach nicht stimmt.

Doch wenn ich von einem mangelnden Kooperationswillen der Journalisten spreche, so habe ich nicht unbedingt recht. Die Zusammenarbeit von Journalisten verschiedener Kulturen mit verschiedenen Sprachen ist nicht nur zeitaufwendig sondern auch, und auch dadurch, kostenintensiv. Kosten, die die Medienanbieter in Europa und Südamerika wohl nicht zu decken bereit waren.

Und so verbleibt die Berichterstattung dort, wo sie immer schon war. Die großen westlichen Nachrichtenagenturen filtern und sieben die Informationen so lange, bis aus der Information eine verwaschenes "Etwas" entsteht. Und dieses "Etwas" wird den Lesern unserer Kontinente dann als die Wahrheit vorgegaukelt.

Ein Detail am Rande: Für unabhängige Journalisten war es teilweise unmöglich, Interviews mit den "richtigen" Personen zu führen, da die Kommunikationsstrukturen des Gipfels, mit Absicht oder auch nicht, mehr als undurchsichtig waren. Ja, man konnte Interviews führen. Aber nicht immer mit jenen, die man interviewen wollte.

En español muy extraño...

Cumbre del EULAC el segundo

Ahora esto entra en la segunda ronda, el perjudicial. En el artículo anterior con tema "la pobreza" del reportaje de medios. Sin embargo, cuáles son los motivos de este? Por qué sabe nadie más preciso a este, realmente tan la reunión importante de la altura de la Unión Europea y Sudamérica (y el Caribe, el completo mitad)?

Por qué hace informar sobre la cruz de personalidades sola sí mismo como él, absolutamente agradable y en sus discursos inteligentes, Hugo Chavez? América Latina no es sólo una persona, sólo cómo Europa no existe sólo por algunas personas como Blair, Chirac o los presidentes de consejo de Unión Europea Schussel?

Esto está con la cooperación faltante de los periodistas juntos. Esta no cooperación de los periodistas europeos y sudamericanos que la cuchara toda su propia sopa conduce a estereotipos de ebenjenen y clichés en la cumbre apareció. Aquí los Sudamericanos revolucionarios, allí los europeos capitalistas todavía quieren decir, ellas serían reglas coloniales. Una representación que no es simplemente correcta así en la realidad.

Sin embargo, si hablo de una cooperación faltante van a de los periodistas, soy no necesariamente el derecho. La colaboración de periodistas de culturas diferentes con lenguas diferentes no es sólo entretenida sino también, y también es así intensiva por el coste. Los gastos que no estaban probablemente listos a cubrir a los proveedores de medios en Europa y Sudamérica.

Y así el reportaje permanece donde era siempre. El filtro de agencias de noticias occidental grande y siete la información tan mucho tiempo, hasta de la información descolorada origina "Algo". Y este "Algo" es conseguido para creer en los lectores de nuestros continentes entonces como la verdad.

Un detalle en el borde: Para periodistas independientes era en parte imposible conducir entrevistas con las personas "derechas", porque las estructuras de comunicación de la cumbre, a propósito o también no, eran más que opacas. Sí, uno podría conducir entrevistas. Pero no siempre con aquellos un, él quiso entrevistar.+

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Mai 17, 2006

EULAC Gipfel... und die Medien

Bunte Seiten bringen Hugo Chavez, schaurig, gruselig und abenteuerlich zugleich, den Papagei an der Hand. Evo Morales - welch mysteriöser Indio hat den "Thron" Perus erklommen? Wilde Geschichten über Revolutionäre, Enteignungen und dem Erstarken der indigenen Bevölkerung. Ist doch alles nur Infotainment!

Worum ging es bei diesem Gipfel eigentlich? Natürlich, mit ein wenig Suche in den Suchmaschinen des Internetzes könnte man schon die eine oder andere verwaschene Zielformulierung finden. Diese Suche würde auch gar nicht lange dauern... ein paar Minuten dürften genügen. Aber hat es Sinn, danach zu suchen? Bei einem Gipfel, der das Potential hätte, in seiner Tragweite das mediale Echo, fernab wildromantisch-schauriger Personalia, zu erzeugen?

So durfte der geneigte Gebührenzahler des öffentlich-rechtlichen Schwarzfunkes das kleine Männchen beim Fussball spielen bewundern, wenn man dieses alberne gekicke überhaupt als Fussball bezeichnen kann. Durchaus legitim für einen TV-Sender wie ATVplus, doch ist ein solcher Beitrag wirklich im Sinne der Informationsfunktion des öffentlich-rechtlichen Schwarzfunkes? Auch wenn man sich über die Arschlandung des kleinen Männleins freuen kann, es bleibt der schale Geschmack, dass so etwas bei der Berichterstattung über ein Polylaterales Gipfeltreffen nichts zu suchen hat. Wenn das kleine Männlein wenigstens auf den Kopf gefallen wäre...

... doch eigentlich kann man über dieses Infotainment noch froh sein, schont es doch die Nerven. Denn in anderen Beiträgen konnte man erspähen, wie rückständig die "Führer" Europas doch sind, allen voran ihr Semester-Oberchef... unser kleines Männlein.

In bester Kolonialherrscher Manier wird den "bösen Buben" Lateinamerikas erklärt, sie sollten doch bitte keine Investoren abschrecken. Und Enteignungen? Nein, das geht schon gar nicht. Die gottgegebenen Interesse der Konzerne müssen gewahrt bleiben. Wenigstens eine ordentliche Abfindung müsse bezahlt werden. Der Pink Floyd Fan würde bei solch einem Gehabe in Richtung des Lehrmeisters Europa ein lautes "hey, teacher, leave the kids alone" rufen. Doch dies wäre insofern nicht Richtig, da die "kids" keine "kids" mehr sind.

Fernab unserer Berichterstattung regt sich am südlichen Kontinent eine Bewegung, die durch das Volk getragen wird, da das Volk durch sie profitiert. Die reinste und einfachste, wenn nicht die älteste Form der Verteilung wird (zumindest in Ansätzen) durchgeführt. Nationale Ressourcen sollen der Nation und damit ihrer Bevölkerung dienen. Welcher Mensch könnte dagegen was haben? Der Sozialist sicher nicht, der Kommunist genausowenig... ja, sogar ein christlich-sozialer Mensch müsste bei dieser (halbwegs) gerechten Teilung des natürlichen Wohlstandes jubeln anstatt zu belehren. Aber was machen diese europäischen Heuchler? Sie belehren jemanden, der die Schulbank nach Jahrhunderten endlich verlassen wird.

Ego-Show des kleinen Männleins, peinliche Belehrungen und Kolonialstilauftritte, schaurige Geschichte - das ist es, was übrig blieb vom Gipfel.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes