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Donnerstag, April 19, 2007

Von Fremdgehern, schweigsamen Ehen und dem PRVA

Aus dem "lokalen Durex Report" von 2004 geht hervor, dass 42 % der befragten Österreicher ihren Partnern und Partnerinnen bereits fremd gingen. Ich hege den Verdacht, dass diese Zahl auch heute noch eine gewisse Gültigkeit besitzt. Zugegeben wird dies selten, sonst hätten wir es ja alljährlich mit einer wahren Single-Schwemme zu tun. Der Fehltritt, moralisch nicht zu rechtfertigen, wird also geheim gehalten.

An anderer Stelle scheint die Geheimhaltung auch groß geschrieben werden. Da muss es sich nicht einmal um einen Seitensprung handeln. Etwa beim Ehepaar Wolf, welches der Öffentlichkeit wirklich weismachen will, dass Herr Wolf nichts von Herrn Steiningers Zuwendungen an Frau Wolf bzw. das Unternehmen der Wolf´s gewusst hätte. Ich weiß, ein übel formulierter Satz.

Aber wer glaubt dies? Ich wage die kühne Behauptung aufzustellen, dass selbst ein Geriatriker, eben aus einem langdauernden Koma erwacht, mit Anzeichen von fortgeschrittenem Alzheimer dieser Darstellung der Wolf´s keinen Glauben schenken würde. Und durch die widersprüchlichen Aussagen des Ehepaars Wolf wird es wohl nicht allzu schwer sein, die unrichtigen Versionen von den tatsächlichen Vorkomnissen der Ereignisse zu trennen. Wenn dazu der (politische) Wille gegeben ist - was ja gerade bei der ÖVP nicht immer der Fall zu sein scheint.

Aber werfen wir einmal kurz sämtliche Denkfähigkeiten und kritischen Haltungen über Bord. Gehen wir, nur einmal ganz kurz, davon aus, dass jeder Mensch, auch die Wolf´s, die Wahrheit sagt. Und glauben wir , nur für eine Sekunde, dass Herr Wolf wirklich so ahnungslos war, wie er und seine Gattin es nun behaupten. Ja, dann bleibt uns nur eines übrig: Liebes Ehepaar Wolf! Ihr habt ein Problem. Ihr schweigt zu viel. Aus Geheimniskrämerei entsteht selten Gutes. Ihr scheint nicht zu reden, nicht zu kommunizieren. Dies beeinträchtigt das Eheleben nachhaltig, wie es euch Gerti Senger sicherlich erklären könnte. Geht zur Paartherapie. Die Scheidungsraten sind hoch genug in diesem Land. Ich mache mir ehrlich, aus dem tiefsten meines Inneren, Sorgen um euch. Aber nun wieder Scherz beiseite...

Neben den Steuerzahlern, die bei wirklichen oder tatsächlichen Korruptionsfällen die geneppten sind, gibt es auch ein weiteres Opfer der "Causa Eurofighter". Die Kommunikationsbranche insgesamt. Da versucht etwa der Public Relations Verband Austria (PRVA) Jahr für Jahr Fortschritte in der Professionalisierung zu erreichen, das Image und die Glaubwürdigkeit von Kommunikationsberuflern zu erhöhen... doch dann kommen ein paar Steininger´s, Rumpolt´s und Wolf´s daher und vernichten alle Anstrengungen durch Geschäftspraktiken, die in keinster Weise den, nicht verpflichtenden, ethischen Codizes der Branche entsprechen. Die Kommunikationsberufler (vornehmlich der PR) sind in der öffentlichen Wahrnehmung wieder das, was sie nicht sein wollen. Lügner, Progagandadrescher, gierige Abzocker. Dies ist auch schade für PR-Praktiker, die einen hohen Grad an (auch moralischer) Professionalität an den Tag legen. Derer Beispiele kenne ich nämlich auch und zweifle bei einigen PR-Tätigen in keinster Weise an ihrer Integrität. Sie sind auch Leidtragende, denn auch sie werden in einen Topf mit den Steininger´s, Wolf´s und Rumpolt´s geworfen. Zu unrecht...

Doch solange sich immer wieder schwarze Schafe in der Branche finden, die der Professionalität fremdgehen, wird sich am Image der Kommunikationsberufe nicht viel ändern. In beinahe keiner anderen Branche ist ein Seitensprung so leicht getan.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, April 11, 2007

In einem absurden Land

Da gibt es ein Land, in welchem die Presseförderungen allzu oft davon abhängig sind, wie es den politischen Entscheidungsträgern gerade in den Kram passt. Bei positiver Berichterstattung über die Partei gibt es mehr Geld, bei negativer Berichterstattung weniger.

Da gibt es ein Land, in welchem ein Versicherungsbetrüger, der ein Schiff versenkte und die Besatzung mit dazu, jahrelang vor dem Gesetz beschützt wurde. Seine Freunde nahmen erst ihre schützende Hand von ihm, als es, ob des öffentlichen Druckes, nicht mehr anders möglich war.

Da gibt es ein Land, in dem die sauren Wiesen trocken gelegt werden sollten. Und dennoch sind sie noch so sauer wie eh und je. Trocken ist nicht einmal der Humor des Landes und die Bierzelte schon gar nicht.

Da gibt es ein Land, in welchem ein Finanzminister, zur Kosmetik des Budgets, gewinnbringende Unternehmen unter Wert verscherbelte. Der Finanzminister verkaufte dies als Erfolg und die Bevölkerung jubelte.

Da gibt es ein Land, in welchem Polizisten einen Menschen folterten. Diese Folterung wurde zwar von NGO´s stark verurteilt, die Folterer kamen jedoch mit bedingten Haftstrafen, über ein paar läppische Monate, davon. Die Folterer tun nun wieder ihren Dienst, das Opfer scheint egal.

Da gibt es ein Land, in welchem ein Landeshauptmann die Erkenntnisse des Verfassungsgerichtshofes schlichtweg ignoriert. Ganz zu schweigen vom rechtlichen Aspekt, macht sich das Land, welches solcherlei Unfug toleriert, einfach lächerlich.

Da gibt es ein Land, in dem Migranten, die genauso wie die "native" Bevölkerung Tag für Tag für ihren Lebensunterhalt arbeiten, von politischer Seite beschimpft und verleumdet werden. Von Politikern, die mit der Angst ihr Geschäft machen. Und nur den wenigsten scheint dies zu stören.

Da gibt es ein Land, in welchem ein Finanzminister eine "Spende" von ca. € 280.000,-- von der Industriellenvereinigung erhielt. Offiziell wurde damit eine Homepage erstellt, doch der Geruch der Geldwäsche kam beinahe niemandem in die Nase. Und die Bevölkerung bejubelte den Finanzminister.

Da gibt es ein Land, welches sich Jahr für Jahr rühmt, eines der reichsten der Erde zu sein. Da stört es auch nicht, wenn immer mehr Menschen in die Armut gedrängt werden, immer mehr Kinder immer weniger Chancen erhalten, der Neid und die Isolation, vornehmlich durch wirtschaftliche Schräglagen, immer größer wird.

Und da gibt es ein Land, in welchem eine simple Pressekonferenz knapp € 100.000,--- Euro kostet, auch wenn dies schier utopisch ist. Und da gibt es ein Land, in welchem der PR-Mann eines Rüstungsunternehmens der Frau eines wichtigen Entschädigungsträgers, als "Freundschaftsdienst", einfach mal ein größeres "Darlehen" gewährt. Natürlich ohne Rückzahlungsplan, ohne Hintergedanken und ohne Zinsen. Und da gibt es ein Land, in dem eine Gewerkschaftsbank durch inkopetenz und eines politischen Kreuzzuges im Wahlkampf zerstört wird, sodass sie schlussendlich verkauft werden muss und die Gewerkschaftsgelder, jahrelang von den Gewerkschaftern bezahlt, den Bach runter gehen.

Es gibt nicht nur dieses Land, sondern auch andere Länder, die so sind. Doch wie heißt dieses kein schöner Land nun? Nennen wir es einfach: Absurdistan!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, April 04, 2007

Abschiebung im "Freistaat"

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, warum ich über die blau-orange-braunen Rülpser, Politiker der FPÖ und des BZÖ, so ungern schreibe? Nun ja, abgesehen von der Dummheit, dem Rassismus, der Provinzialität, der Engstirnigkeit, der Unmenschlichkeit und der hohlen Sager, die in diesen Parteien, laut meiner Ansicht, verbreitet sind, gibt es auch noch einen weiteren Grund: Es ist mir einfach zu blöd!

Aber von Zeit zu Zeit begehe ich dann doch den Fehler, über diesen oder jenen der Rülpser zu schreiben, die eigentlich der Rede nicht wert sind. Heute ist es einer der Oberrülpser. Der Jörg, der schon seit Jahren deutlich macht, dass er irgendwelche, undefinierbaren, Probleme haben muss. Er ließ in einem offenen Brief an Justizministerin Berger von sich hören. In diesem forderte er die sofortige Verlegung (Abschiebung???) des Helmut Elsner aus dem kärtnerischen Kurort Althofen zurück nach Wien. Helmut Elser, der im Brief als "Wirtschaftskrimineller" bezeichnet wird, obwohl für ihn die Unschuldsvermutung gilt, würde dem Image von Kärnten abträglich sein.

Dass die Rülpser eine generelle Neigung haben, alles und jeden abschieben zu wollen, ist ja gemeinhin bekannt. Doch dass dies mittlerweile solche Ausmaße annimmt, dass selbst innerhalb von Österreich abgeschoben werden sollte, ist doch eine völlig neue Illussion. Wieso tun mir die Rülpser nicht einmal den Gefallen und schieben sich selbst aus der politischen Landschaft ab? Dorthin, wo die Rülpser hingehören - ins Wirtshaus, fernab der politischen Bühne, wo die Rülpser keinen Schaden anrichten können.

Auch wenn Herr Elsner alles andere als ein Sympathieträger ist, so hat er doch das Recht auf die bestmögliche medizinische Betreuung im Rahmen der Gesetze. Wenn dies eine Rehabilitation nach einer Herzoperation in einem Kärntner Kurort einschließt, so schließt es dies eben ein. Österreich ist ein Rechtstaat und das ist gut so - da können die Rülpser rülpsen wie sie wollen, sie werden daran, zum Glück, nichts ändern können.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Donnerstag, März 29, 2007

Kinderarmut in Österreich

Mit einem errechneten Pro-Kopf-Reichtum von EURO 400.455,-- liegt Österreich an siebenter Stelle der reichsten Länder der Erde. Dieser Umstand spiegelt jedoch nicht die tatsächlichen Vermögensverhältnisse der Bevölkerung wieder. Besonders gravierend ist vor allem die Kinderarmut im siebtreichsten Land der Erde. In Österreich gelten, lt. Statistik Austria, bereits 114.000 Kinder als akut arm. Ihre Eltern finden sich meist in den Gruppen der Erwerbslosen, Alleinerziehenden oder der Migranten. Aber auch die Thematik der "working-poor", Menschen die von ihren Jobs nicht leben können, fällt hierunter.

Von Chancengleichheit für alle Kinder kann kaum gesprochen werden. So ergab etwa eine Studie von Johann Bacher vom Jahr 2003, dass nur ca. ein Drittel der Kinder aus den untersten Einkommenschichten eine AHS oder BHS besuchen. Bei einem Erwerbseinkommen der Eltern von über EURO 2.500,-- hingegen, finden ca. 70 % der Kinder ihren Ausbildungsweg in Schulen der AHS/BHS wieder.

Neben Kindern von Erwerbslosen, Migranten oder Alleinerziehenden sind es vor allem Kinder von Hilfsarbeitern oder einfachen Angestellten, die von Armut betroffen sind oder stark armutgefährdet sind. So wechseln jene Kinder nach der Volksschule auch vorwiegend auf Hauptschulen anstatt zu Gymnasien. Selbst wenn sie die Aufnahmekriterien für eine AHS erfüllen. Das Einkommen der Eltern steht in ursächlichem Zusammenhang zum weiteren Ausbildungsweg eines Kindes. Dieser Umstand gilt durch umfangreiche Studien als erwiesen.

In weiterer Folge ergibt sich ein Teufelskreis der Armut. So führt eine weniger weitreichende Bildung zu einem erhöhten persönlichen Armutsrisiko der betroffenen. Aus einem armen Kind wird, infolge der mangelnden Chancen zur Bildungswahrnehmung, ein armer Bürger des Landes. Eine Abwärtsspirale die, sollte sich an den realen Einkommenschancen nichts ändern, wieder fortgeführt wird und wiederum an die nächste Generation "vererbt" wird. Mit höherem Bildungsabschluss hingegen sinkt das Risiko an Armut zu "erkranken".

An Armut zu "erkranken" wurde bewusst so formuliert, da Armut krank macht, also eine Form von sozial gestalteter Krankheit darstellt. So leiden Menschen niedriger Einkommensstufen, und vor allem deren Kinder, laut einer Studie der Statistik Austria ungleich höher an chronischen Kopfschmerzen oder Schlafstörungen. Dies sind Erkrankungen, die nicht nur die Lebensqualität beschränken, sondern auch zu einer verminderten Leistungsfähigkeit führen. Damit werden die Chancen auf dem Arbeitsmarkt wiederum eingeschränkt und der Teufelskreis erfährt einer weiteren Komponente.

Die, von Armut aktut betroffenen Kinder finden sich nicht auf der Straße. Sie sitzen nicht am Gehsteig und betteln um Geld. Doch man findet sie in Ballungsräumen genauso wie in ländlichen Gebieten. Ihre Armut äußert sich nicht marktschreierisch sondern diskret und durch Anzeichen. Etwa durch mangelhafte Kleidung (v. a. im Winter), durch mangelhafte Materialien am Schulanfang oder auch dadurch, dass sich die Eltern der Kinder die Kosten für Schulausflüge oder Schulreisen nicht leisten können. Und wenn jeder auch nur einige Minuten nachdenkt, so wird er sicherlich ein Beispiel eines Kindes wissen, welches als arm zu bezeichnen ist.

Auch der Schreiberling wurde nicht mit jenem überdurchscnittlichen Notendurchschnitt geboren, mti dem er die Universität abschließt. Aber er hatte das Glück, dass er zwar nicht aus reichem, aber auch nicht aus armen Haus kommt. Der Schreiberling hatte die Möglichkeit einen Bildungsweg zu bestreiten, der ihm nun den Abschluss eines Universitätsstudiums berschert. Und er hatte vor allem das Glück, dass seine Neugierde von frühester Kindheit an geweckt wurde, indem er, Kraft der wirtschaftlichen Möglichkeiten seiner Eltern, immer wieder "Inputs von außen" erhielt, die seinen Geist forderten und förderten. Es gibt keine gescheiten oder dummen Kinder. Reiche und arme Kinder haben die selben Grundfähigkeiten und die selben Stärken. Es ist also nicht einzusehen, dass das Einkommen der Eltern über den weiteren Lebensweg eines Menschens mitentscheiden darf.

Jedes Kind hat die theoretische Chance einen hohen Bildungsweg zu bestreiten. Aus der theoretischen Chance muss jedoch eine realistische Chance werden. Erst dann können wir von Chancengleichheit sprechen und müssen uns nicht mehr dafür schämen, dass im siebtreichsten Land der Erde ca. 114.000 Kinder leben, die akut arm sind und ihrer Chancen beraubt werden. Sie sind nicht sozial benachteiligt, sondern sie werden sozial betrogen. Betrogen von einer Politik, die sich nicht die Mühe macht, wirksame Konzepte zur Lösung des Problems durchzusetzen. Betrogen von den Mainstreammedien, die das Thema nur marginalisiert aufgreifen. Betrogen von einer Gesellschaft, die ihre Augen und Ohren verschließt und teilnahmslos schweigt.

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Bild: www.gungfu.de

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, März 20, 2007

Privatisierung als (Teil)Unfug

Der aktuelle Fall der möglichen Übernahme der ehemals staatlichen Böhler Uddeholm durch den britischen Investmentfonds CVC Capital Partners wird einmal mehr die Diskussion zur Sinnhaftigkeit von Privatisierungen in Bewegung bringen. Privatisierungen sind per-se nichts Schlechtes, sie müssen jedoch, wenn sie durchgeführt werden, verantwortungsbewusst und vor allem unter betriebs- und volkswirtschaftlich ausgewogenen Gesichtspunkten erfolgen.

Dies war in der Vergangenheit wohl nicht immer der Fall. Nach der Verstaatlichtenkrise, an dem die Mißwirtschaft und Versorgungsposten ihren Höhepunkt erreichten, wurden die staatlichen Betriebe durch massive "Geldspritzen" von Seiten der Republik modernisiert und somit zukunftsfähig gemacht. Doch anstatt nun die Früchte der Investitionen, die Erträge von modernen Betrieben, zu "genießen", wurde damit begonnen, die teuer sanierten Betriebe unter Wert zu verkaufen. Denn immerhin: eine kleine Budgetkosmetik am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen... zumindest jene des jeweiligen Finanzministers und möglicher privater Investoren, die die Chance zur schnellen Bereicherung sehen.

Der Anfang wurde bereits von den SPÖ Kanzlern Vranitzky und Klima gesetzt. Die schwarz-blau-orangen Regierungen führten diese Politik zügig und exzessiv fort. Sie hatten eben noch weniger ideologische Bedenken und machten auch nie einen Hehl daraus.

Es mag in Ordnung sein, dass sich die Republik Österreich von der Austria Tabak getrennt hat, auch wenn dieses Unternehmen, nun Teil des Gallaher-Konzernes, ein wahrer Geldesel ist. Hier lässt sich die Privatisierung zumindest moralisch begründen. Denn wäre es moralisch vertretbar, wenn die Republik einen Betrieb besitzen würde, der Produkte herstellt, die nachweislich die Gesundheit gefährden - und dazu noch zu Impotenz führen können?

Bei Stahlbetrieben wie Böhler Uddeholm oder der VOEST sehe ich den Verkauf von Staatsanteilen jedoch als groben Unfug an. Die Unternehmen lieferten, nach der teuren Sanierung, bereits vor den Verkäufen nette Gewinne ab. Zusätzlich war voraus zu sehen, dass die wirtschaftliche Entwicklung von Asien (v. a. China) zu einem wahren Boom in der Stahlindustrie führen würde. Es ist Aufgabe des normativen und strategischen Managements, zukünftige Gewinnpotenziale frühzeitig zu erkennen. Und was tat die Republik Österreich als Anteilseigner jener Betriebe? Entgegen aller volks- und betriebswirtschaftlicher Vernunft? Die Republik verkaufte ihre Anteile an gewinnbringenden Betrieben mit großartigen Zukunftsperspektiven weit unter Wert. Kein Privatmensch würde so unvernünftig mit seinem Vermögen umgehen. Die Republik Österreich, vertreten durch die jeweiligen Regierungsparteien, handelte jedoch unvernünftig.

Natürlich kann man nun einwenden, dass "der Staat kein guter Unternehmer" sei. Dies ist ein Stereotyp, welches ich nicht befürworten, noch verleugnen will. Doch eines will ich anmerken: Der Staat mag vielleicht kein guter Unternehmer sein, ein guter Eigentümer könnte er aber allemal sein. Doch dies würde voraus setzen, dass die Handelnden Akteure einen Betrieb anhand von betriebswirtschaftlichen und volkswirtschaftlichen Überlegungen betrachten und nicht durch die ideologische Brille betrachtet. Die gesamte Thematik erinnert mich etwas an die Geschichte mit der Gans, die goldene Eier legt. Und wer sie schlachtet handelt, gelinde gesagt, nicht sehr intelligent. Gradmesser für Privatisierungen sollte immer eine rationelle Analyse der Sinnhaftigkeit einer solchen sein - dies vermisse ich leider. Und wenn nun vermehrt ein weiterer Rückzug der Republik aus OMV-Anteilen angedacht wird, so befürchte ich, dass der Unfug weiter seinen Lauf nimmt - und damit Vermögen der Republik weiter unter Wert versilbert wird. Vermögen der Republik ist, als Staatsbürger, auch mein Vermögen. Meine Interessen nach sorgsamen Umgang mit diesem Vermögen werden also, aus meiner Sicht, nicht gewahrt.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Februar 12, 2007

Rüstungsgeschäfte im Schweigen

Man kann der abgewählten Regierung ja vieles Anlasten. Von der höchsten Arbeitslosigkeit der zweiten Republik bis zur verpatztesten Steuerreform. Vom deutlichen Anschnellen der "working poor", bis zu Polizisten, die Menschen foltern, und damit glimpflich davonkommen. Aber bei einer Sache will ich nicht den ersten Stein nach der abgewählten Regierung werfen. Die "Causa Eurofighter". Denn dieses Geschäft hätte auch jede andere Regierung in jener Form, eher nicht so tollen, Performance ausgeführt, wie es uns durch den Untersuchungsausschuss erschlossen wird.

Nicht etwa, weil ich glaube, dass beim Abschluss des Geschäftes alles korrekt abgelaufen wäre, auch wenn ich natürlich niemandem etwas unterstellen möchte.. Die Ergebnisse des parlamentarischen Untersuchungsausschusses, bzw. die Hinweise hierauf, lassen bis dato jedoch vermuten, dass doch ein paar dunkle Flecken auf der weißen Weste erscheinen werden. Aber ich gehe davon aus, dass JEDE Regierung genauso stümperhaft "bestellt" hätte, wie es die ÖVP/FPÖ/BZÖ Regierung getan hatte. Und wieso?

Ganz einfach: Das Rüstungsgeschäft gehört nicht nur zu den dreckigsten, sondern auch zu den lukrativsten Geschäften. Hier ist viel Geld zu verdienen und wo die lukrativen Jobs sind, da sind auch fähige Mitarbeiter, mit wenig Skrupel aber harten Verhandlungsmethoden, nicht weit. Die Verhandler der Regierung, des Bundesheeres etc. saßen also absoluten Vollprofis gegenüber, die nebenbei noch über eine der stärksten Lobbies verfügen. Schlechte Karten für den Steuerzahler, dies gleicht einem "Kampf Panzer versus Taschenmesser", einer Verhandlung von Laie gegen Profi. Dies musste ja daneben gehen.

Der österreichische Steuerzahler, als eigentlicher Käufer des Kriegsgerätes von EADS, hatte also niemals eine faire Chance, nicht über den Tisch gezogen zu werden. Und wer dazu einige Einblicke in diese Finanzwelt hat, der wird an dieser Stelle merken, dass dieses "über den Tisch gezogen werden" in den meisten Fällen vielleicht einigermaßen verwerflich wäre, in moralischer Hinsicht, doch man wird im gleichen Atemzug erkennen, dass die Rüstungsfirmen hier durchaus auf legalem Boden bauen. Sie verstehen es eben, sich in Bereichen des Rechtsrahmens zu bewegen, der anderen Menschen/kleineren Organisationen etc. wohl auf ewig unbekannt bleiben dürfte. Und wenn es eng wird, dann werden eben Gesetze aus der Zeit des kalten Krieges strapaziert - das alte Spiel mit der Verschwiegenheit und der nationalen Sicherheit. Glasnost und Perestrojka? Gerne, aber nicht bei Rüstungsdeals. Aber das ist Business, das ist eben das Geschäft. Und im Geschäft geht es um viel, um sehr viel Geld. In diesem Falle Geld, bezahlt von den österreichischen SteuerzahlerInnen. Dies ist aber nur meine persönliche Ansicht der Story, vielleicht war ja auch alles ganz anders?

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Februar 07, 2007

Bartensteins Pflegenovelle

Österreichs Wirtschafts- und Arbeitsminister, Martin Bartenstein, machte sich in der Vergangenheit ja nicht sonderlich durch wirksame Ideen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, oder Lösungen zur Abwendung des Trends der "working-poor" verdient. Lieber trat er in der Rolle des Wirtschaftsministers auf - auch hier eher reaktiv denn aktiv. Wirklich begeistert schien er nur immer zu sein, wenn die Rede von "Flexibilisierung" war.

So auch in den vergangenen Tagen, als er sein neues, "bahnbrechendes" Pflegemodell vorstellte. Die Rede ist hierbei, in der Hauskrankenpflege, von 14-Stunden Diensten. Zwölf stündige Dienstzeiten sind ja auch im Krankenhaus- und Seniorenheimbereich durchaus üblich. Also was solls? Zwei Stunden mehr oder weniger machen das Kraut wohl auch nicht fett, oder?

Aber das Modell geht noch weiter. Es wird den PflegerInnen zwar eine 10stündige Pause zugestanden (zum Schlafen), diese Pause kann aber durchaus wieder durch Tätigkeiten unterbrochen werden. Somit ergibt sich, vereinfachend gesagt, eine reguläre Arbeitszeit von 14 Stunden, angereichert mit 10stündigem "Bereitschaftsdienst". Eigentlich schade, dass der Tag nur 24 Stunden hat!

Weiters sollte es, zumindest nach 14 Tagen, einen freien Tag geben. Die Kosten bemaß Minister Bartenstein um die EURO 3.000,-- brutto. Will jemand den Nettostundenlohn berechnen, der sich hierbei ergeben würde? Ich werde meinen Taschenrechner nicht bemühen, sondern gebe einfach ein grobe Schätzung an: Der Stundenlohn würde sich in jenen marginalen Bereichen finden, mit denen ich einst als Zivildiener abgespeist wurde. Und dies waren ca. EURO 1,80,-- die Stunde. Mit diesem Stundenlohn könnte sich Frau Fuhrmann, "Chefin" der jungen ÖVP, nicht einmal eine Wurstsemmel kaufen.

Minister Buchinger erteilte diesen Plänen, völlig zurecht, eine klare Absage. Könnte man den Pflegeberuf, dessen Ruf seit dem vergangenen Wahlkampf ohnehin im Keller ist, noch ärger entwerten? Wo bleibt der Aufschrei der Interessensvertrungen, der Gewerkschaften? Leider, man hört ihn nicht.

Der Pflegeberuf verlangt ein hohes Maß an sozialen Fähigkeiten, wie auch einer theoretisch und praktisch fundierten, langjährigen, Ausbildung. Pläne, wie eben jene von Martin Bartenstein, führen das (international gesehen hervorragende) Pflegesystem Österreichs nicht nur ad-absurdum, sondern auch ins Grabe. Pflege bedeutet eine hochspezialierte Tätigkeit, die eine hohe Leistung abverlangt. Diese Tätigkeiten, die die meisten PflegerInnen aufopferungsvoll erbringen, dürfen nicht durch diesen Bettellohn entwertet werden. Gegen dieses Modell zu sein verlangt die Solidarität mit den PflegerInnen, wie auch mit ihren PatientInnen.

Und betrachten wir noch einmal die Kosten? Dreitausend Euro Brutto sind nicht viel Geld für eine Rund-um-die-Uhr Betreuung, wie wir ja auch schon in der Betrachtung des Stundenlohnes feststellen konnten. Doch für den Null-Acht-Fünfzehn Österreicher dürfte auch diese Summe schwerlich aufzubringen sein. Profitieren würden also jene, die es sich auch jetzt leisten können, sich selbst oder ihre Angehörigen zu Hause professionell pflegen zu lassen. Für jene Menschen, man darf annehmen dass sie nicht zur ärmsten Bevölkerungsschicht gehören, würde "der ganze Spass" merklich billiger werden. Aber wie dem nun einmal ist, es kann nicht jeder Besitzer eines erfolgreichen Pharmaunternehmens sein.

Die Pflege von älteren Menschen ist eine teure Angelegenheit - zu der wir uns, als aufgeklärte Gesellschaft, jedoch verpflichten MÜSSEN. Anstelle die Belastung durch Mehrarbeit und niedrigere Löhne auf die direkt betroffenen zu verteilen, wäre es zielführender, sich ganzheitlichen Lösungen zu widmen. Ein Ansatz hierzu ist etwa "betreutes Wohnen". Ein Platz in einer betreuten Wohnanlage könnte teils privat (in Form von Miete), teils öffentlich (Finanzierung der pflegerischen Leistungen) finanziert werden. Auch hier wird der Staat, die Gesellschaft, unterstützend eingreifen müssen, denn es gibt genügend Mindestpensionisten, die sich selbst, trotz jahrzehntelanger Arbeits- und Steuerleistung, ein solches "Service" nicht leisten könnten. Aber dieses Modell, sofern des Patientens Zustand dieser Form von Betreuung erlaubt, ist bei weitem günstiger als ein Platz in einem Seniorenheim. Nebenbei kann der Patient, durch Erledigung verschiedenster Aufgaben in Eigenregie, länger aktiv in seinem Leben verhaftet bleiben. Was die Lebensqualität langfristig erhöht. Wir sind eines der reichsten Länder der Erde, eine professionelle Pflege werden wir unseren Großmüttern und Großvätern wohl zugestehen. Und alt werden wir, so alles nach Plan verläuft, alle einmal werden!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, Jänner 30, 2007

Buchinger und der Zaubertrank

Abseits von widerlichen, verurteilungswerten und mehr als empörenden blau-braunen "Paintball-Spielen" mit Schlagstöcken , Neo-Nazis (wann wird Österreich endlich von dieser Pest verschont werden?) und "Kühnen-Gruß", sowie den verharmlosenden Umgang mit der Thematik, scheint die österreichische Innenpolitik vor allem durch ein großes Thema bestimmt zu sein - gähnende Leere.

Überall? Nein, ein unbeugsamer Minister eines kleinen Ressorts leistet Widerstand gegen die Übermacht der Leere und bekämpft sie tapfer. Sein Zaubertrank? Nennen wir sie Public Relations oder Öffentlichkeitsarbeit.

Die Rede ist von Erwin Buchingers. Den selbsternannten "ex-Mr. Arbeit" von Salzburg und nunmehrig selbsternannten "Mr. Sozial" von Österreich. Auf die "Mister"-Bezeichnung scheint er zu stehen, der Erwin. Doch wen wundert es, ist die Titelgeilheit, Ephraim Kishon bezeichnete es als Titelwalzer, in Österreich doch ein allgemein verbreiterter Virus, welches auch den Schreiberling dieser Zeilen Tag für Tag mehr erfasst. Da stört es auch nicht, dass "Mister", im Gegensatz zu "Doktor", "Magister" oder "Bachelor", gar kein Titel ist. Bis ich mir Letzteren in naher Zukunft hinter den Namen heften kann, ziehe ich es vor, mit "Herr Bloggerialrat" angesprochen zu werden. Soviel Zeit muss sein!

Erwin Buchingers Sozialressort ist nach der Regierungsbildung das, was man als pervertiert verkleinert bezeichnen könnte. Mit der "Abwanderung" der Familien-Agenden, und damit des großen Topfes des Familienlastenausgleichsfonds, stellt dieses Ministerium, mit Blick auf Kompetenzen und finanziellen Möglichkeiten, nur noch ein Gerippe dessen dar, was ein Sozialministerium sein könnte oder müsste. Doch diesen Mangel an Agenden und (finanzieller) Macht versucht Buchinger durch gezielte Public Relations zu vermindern. Ein Beispiel ist etwa die "EURO 5.000,-- Spenden Haar-ab-Aktion".

Diese Aktion mag vielleicht lächerlich erscheinen. Auf den ersten Blick. Aber sie schafft Aufmerksamkeit für die Person Erwin Buchinger. Und durch jene Aufmerksamkeit, die ihm eingeräumt wird, kann er die Mankos der Strukturen seines Rudimentär-Ressorts, zumindest zum Teil, ausgleichen. Vorausgesetzt er versteht es, auf der Klaviatur der öffentlichen Meinung zu spielen.

So wäre sein Vorschlag zur Wiedereinführung einer Vermögenssteuer (in ohnehin mickrigen Prozentchenbereichen) sicherlich im derzeitigen, blau-braunen, HC-Wahnsinn untergegangen. Doch dadurch, dass Buchinger es immer wieder versteht, seine Person in die öffentliche Wahrnehmung zu bringen, wurde sein Anliegen zumindest erwähnt und auch diskutiert. Ich wage zu behaupten, dass ein "unbunter" Minister wie der kreuzbrave Ex-Zivi Darabos diesen Vorschlag nicht medienwirksam unterbreiten hätte können. Zu Norbert Darabos kann ich mir folgende Anmerkung nicht verwehren. In Zeiten, wo Parteiobmänner im Wald Krieg spielen, in Zeiten, wo ein Minister wirklich oder vermeintlich auf das Bild eines andere (ex)Ministers schießt können wir uns eigentlich nur freuen, dass mit Norbert Darabos ein Mann Verteidungsminister ist, der als ex-Zivi keinerlei Vorlieben für Waffen und Schießübungen zu hegen scheint.

Aber zurück zu Buchingers Vermögenssteuer: Natürlich kam sofort ein reflexartiges "Nein" von Finanzminister und neo-ÖVP-Obmann Molterer. Dieser Mann weiß, was er seiner Klientel schuldig ist. Doch wenn Buchinger in dieser Frage nicht lockerlässt, wird aus der Thematik "Vermögenssteuer" über kurz oder lang eine Diskussion entstehen müssen. Ganz einfach aus einem Grund: Österreich ist ein Land, welches Arbeit, also Leistung, in hohem Maß besteuert. Während hingegen Vermögen durch großzügige Regelungen kaum einer gerechten Bersteuerung unterliegt. Hier herrscht eine eklatante Schieflage, die einen Lebensunterhalt durch Arbeit oder Leistung gegenüber einem Lebensunterhalt durch Besitz oder Kapital massiv benachteiligt. Sollte, durch öffentlichkeitswirksame Berichterstattung, ein Bewusstsein in dieser Richtung gebildet werden, so werden manche Politiker nicht umhin kommen, sich zumindest unbequemen Fragen stellen zu müssen.

Ob die Taktik "Haare-ab" als Eigen-PR dazu genügen wird, kann bezweifelt werden. Aber diese Aktion stellt eine unkonventionelle Maßnahme dar, um Aufmerksamkeit zu schaffen. In Zukunft wird sich Buchinger jedoch sicherlich schlauere PR-Taktiken überlegen müssen, sollte er ein ähnliches Interesse an seiner Person und seinen Vorstellungen erzeugen wollen. Denn: Einmal Haarverlust durch Spendengelder mag lustig sein, auf die Dauer würde es peinlich werden. Des Weiteren wachsen Haare (auch Barthaare) nicht über Nacht nach.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, Jänner 17, 2007

Arme Hoteliers?

Während sich heuer die Wintermuffel wohl freuen können, wie die Schnitzel, versinkt die Hotel-Branche zwischen Lethargie und panischen Hilferufen. Die Lethargie sei ihnen vergönnt, die panischen Hilferufe sind jedoch etwas, das einem etwas sauer aufstoßen könnte.

Genauer geht es bei diesen, "panischen Hilferufen" darum, dass die Hotel-Branche sich Hilfe vom Staat, also den österreichischen Steuerzahlern, erwartet. Der milde Winter und die Schneelosigkeit führt dazu, dass die Buchungslage sehr ungüstig ist. Was dies bedeutet? Die Hoteliers bzw. ihre Betriebe nehmen weniger Geld ein. Der Umsatz sinkt und aus der Gewinnzone, sofern vorhanden, wird schnell ein Verlustgebiet.

Die armen Hoteliers, könnte man nun denken. Sie könnten einem wirklich leid tun, die Hoteliers die in ihrem harten Tagwerk so arg vom Wetter abhängig sind. Ihr hartes Tagwerk? Küchenarbeiten? Stubendienste? Reinigungsarbeiten? Betriebswirtschaftliche Führung des Unternehmens?

Während die ersten drei Tätigkeiten meist auf Arbeitskräfte, oft unter katastrophalen Arbeitsbedingungen und Verdiensten, abgewälzt werden, wäre die Führung des Betriebes, unter betriebswirtschaftlichen Grundregeln, die eigentlich Aufgabe der Hoteliers. Und würden sie dieser Aufgabe nachkommen, für die sie sich ja aus Unternehmensgelder bezahlen, so wäre kein "Hilferuf" nötig.

Denn dann wären Rücklagen geschaffen worden. Dann würden sämtliche Gewinne nicht verschwenderisch entnommen und ebenso verschwenderisch ausgegeben werden. Dann würden Krisen-Pläne existieren, mit denen die derzeitige Situation locker gemeistert werden könnte. Dann wäre die durchschnittliche Eigenkapitalquote in der Branche nicht so katastraphol niedrig, wie es der Durchschnitt besagt. Ja, wenn die Hoteliers ihre Arbeit tun würden, dann hätten sie jetzt auch keine allzu großen Probleme. Und wieso genau sollte der Steuerzahler für die Risiken der Hoteliers aufkommen?

Weil die Hotel-Branche hochqualifizierte und gut bezahlte Arbeitnehmer beschäftigt? Nein, der Großteil der Beschäftigten verdient wenig, zu wenig, wenn man die Arbeitsbedingungen, Zeiten etc. bedenkt.

Weil die Hotel-Branche eine der wichtigsten Steuereinnahmequellen sind? Auch nicht... der Tourismus insgesamt ist wichtig für das Land Österreich... aber ein paar Hotels mehr oder weniger würden nicht ins Gewicht fallen. Eine Gesundschrumpfung der oft überboardenden Branche (Banken finanzieren aus seltsamen Gründen gerne Hotels) wäre vielleicht sogar wünschenswert.

Weil die Hoteliers so viel für Österreich getan haben? Nun ja, einige davon vielleicht. Aber der Großteil der Hoteliers hat nichts anderes gemacht, als sich über Gewinne der Vergangenheit zu freuen. Haben die Hoteliers eigentlich schon jemals angeboten, in besonders guten Jahren dem Staat, also den österreichischen SteuerzahlerInnen, zu helfen? Ich könnte mich an keinen diesbezüglichen Vorfall erinnern.

Weil es sozial ist, Unternehmern zu helfen? Menschen in finanzieller Not beizustehen ist sozial. Jemandem den nächsten Urlaub auf den Antillen oder die Golfmitgliedsgebühren für ein Jahr zu zahlen ist grober Unfug.

Und zu guter Letzt: Der freie Markt, das freie Spiel der Kräfte, wird gerade von der Wirtschaft immer propagiert... solange das Geschäft gut läuft... wenn es aber schwierig ist, dann sollen aber doch wieder die SteuerzahlerInnen helfen. Wo bleibt hier das Risikobewusstsein, dessen sich die Verfechter des freien Marktes so rühmen. Subventionen, Kreditstundungen, Zinsenfinanzierung etc. - haben nichts mit dem "freien Markt" zu tun!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, Jänner 09, 2007

60-Stunden-Sklaven

Während der Sandkistenkanzler Gusenbauer noch berechtigte Ohrfeigen vom gewichtigen Elmar Oberhauser bekommt, lässt es sich auch der spanische Köter nicht nehmen, ein paar Worte zu bellen. Und wenn der spanische Köter bellt, dann beißt er auch - also wird es etwas ungemütlich werden.

Auch wenn der spanische Köter der Universität in absehbarer Zeit "Adieu" sagen wird, findet er getätigte Aussagen des Sandkistenkanzlers mit einem Gefühl der Widerwärtigkeit und des Befremdens. Studenten? Zuvor wichtige Mitglieder der Gesellschaft, danach "Bummler", nunmehr "Krawallmacher, denen man soziales Bewusstsein lernen muss". ich bewege mich nun doch schon einige Jahre in jenen "Krawallmacherkreisen", die zuvor als StudentInnen bekannt waren. Ich habe dort viele Menschen getroffen, mit ihnen gearbeitet, geredet und getrunken - aber Krawallmacher traf ich bis heute leider nicht. Und "Bummler" traf ich nur ganz selten. Das Ding mit den "faulen StudentInnen"? Nun ja, ich persönlich habe meine Studiengebühren immer damit finanziert, indem ich den Sommer über in der Industrie gearbeitet habe. In einem 3-Schicht Modell, bei Nacht- und Schwerarbeit. Da war nix mit faulenzen, herumbummeln oder gar Urlaub machen. Denn die verdiente Kohle brauchte ich für die Bezahlung der Gebühren und um meinen 3. Welt-Lebensstil verteidigen zu können. Nix mit Luxus und dolce vita. Das witzige dabei: Mir geht es verhältnismäßig noch ganz gut... es gibt weit "ärmere" KollegInnen, deren Belastung noch um einiges größer ist, als es meine in den letzten Jahren war.

Das 60-Stunden-Sklavenarbeits-Gebührenbefreiungsmodell ist blankester Hohn. Verhöhnt werden hier Studenten und in Sozialberufen tätige gleichermaßen. Frei nach dem Motto: "Die faulen Studenten sollen ihren Beitrag zur Gesellschaft leisten!", wird hier ein Modell propagiert, dass jedem vernünftigen Menschen sauer aufstoßen muss. Ein übertragener Stundenlohn von 6 EURO? Hier sieht man, was den "Mächtigen" die Arbeit von Menschen in Sozialberufen wert ist. Ich warte noch immer auf den Aufschrei von SozialarbeiterInnen und Menschen in Pflegeberufen, der jedoch nicht stattfinden wird, da diese Berufsgruppen in den letzten Jahren durch ihre Verbände mehr verraten denn vertreten werden.

Der Sandkistenkanzler erklärt stolz, er will mit diesem Modell den "priviligierten Studenten" ein soziales Gewissen näherbringen, da er ja auch im Pfarrhof "Nachhilfe" gegeben hat. Ich spucke auf solche Aussagen, die von Dummheit und Propaganda getragen sind!

Mein "soziales Gewissen" ist ausgeprägt genug und wurde durch ein Jahr Zwangsarbeit beinahe überstrapaziert. Ich habe ein Jahr, unter Zwang, für € 1,20 die Stunde gearbeitet, oft 60 Stunden die Woche, Wochenendarbeit, Feiertagsarbeit, Nachtstunden - alles ohne Zuschläge. Da ich ein Jahr meines Lebens, ein Jahr in dem ich ansonsten "normale" Kohle verdienen oder mein Studium beginnen hätte können, mit "sozialer Arbeit" unter Sklavenbedingungen geleistet habe, werde ich es tunlichst vermeiden, mich jemals wieder in ein solches Sklavenverhältnis pressen zu lassen. Und schließlich sind StudentInnen StudentInnen, und keine Ersatzzivis oder soziale Rammböcke. Dies gilt auch für alle anderen jungen Menschen. Wenn die "Lenker" mehr soziale Arbeit wollen, dann sollen sie selbst solche Jobs machen und sich nicht immer an jungen Menschen abputzen, die ohnehin in einem Ausmaß belastet sind, welches das Maß des Erträglichen oftmals übersteigt. Ich habe zumindest keine Lust mehr, mich in unterbezahlten Drecksjobs abzumühen, nur damit dieses unfaire System, in dem sich einige Boarderliner und Soziopathen an unserer Arbeit betreichern, am Leben erhalten wird. Ich arbeite mir den Rücken krumm, mit Schwielen an den Händen, nur damit ein paar Arschlöcher weiter ihre Kohlen zählen können? Fickt euch - auf dieses Spiel habe ich keine Lust mehr. "Estyhasta" los cojones de aguantar a sanguijuelas, los que me roban mi dignidad. Mi vida se consume soportando esta rutina que me ahoga cada dìa mès!

Und jene Arbeit, die ich damals unter Zwang machte, ist jener Bereich, in dem die wirklichen "60-Stunden-Jobs" entstehen. Nämlich Dienste in Einrichtungen, denen nun schön langsam die Zivis ausgehen, da immer weniger bereit sind, sich durch eine Meldung zum Wehrersatzdienst nach Strich und Faden ausnutzen zu lassen. Dann schon lieber ein paar Monate bei den Wahnsinnigen vom Bundesheer.

Ich kenne aus eigener Erfahrung wie ungeeignet man in diesen "sozialen Sektoren" ist, wenn man nicht die nötige Ausbildung erhalten hat. Wenn man nun Studenten, zur Abarbeitung der Studiengebühr, in diese Bereiche drängt, dann ist dies für mich grob fahrlässig, wenn nicht gar schon kriminell. Unqualifizierte Personen, eigentlich egal ob Zivildiener oder Studenten, haben in diesen "sozialen Bereichen", die eine hohe Qualifikation erfordern, nichts zu suchen und werden hierbei keinerlei "soziales Gewissen" erhalten.

Und zu guter Letzt: Wenn wirklich jemand finanziell derart verzweifelt ist, dass er/sie sich auf dieses stinkende Modell einlassen muss... wer wird das dann sein? StudentInnen aus den "sozial schwachen" Schichten, die sowieso immer ums Ohr gehauen werden. Und wieder müssen die ärmeren Zusatzarbeit leisten, damit die reicheren ihr faules Leben, aufgebaut aus der Verwaltung von Vermögen, genießen können. Spuckt auf dieses Modell, spuckt auf den Sandkistenkanzler und alle anderen, die solche miesen Pläne verfolgen. Die Menschen sind keine schutz- und rechtlosen Dienstboten, keine Sklaven, also lasst euch auch nicht als solche behandeln!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Jänner 08, 2007

Gefickt werden bzw. Regierungsbildung

Nun scheint es ja fix zu sein, uns erwartet eine große Koalition aus Not und Elend. Immer noch besser, als wenn etwa eine der blau-orange-braunen Rülpserparteien beteiligt wäre... aber halt doch mit fiesen Nachgeschmack. Eine wirkliche Auswahl, die ein Mensch mit Hang zum Anarchosyndikalismus wählen könnte, ohne sich wie ein Heuchler zu fühlen, gibt es ja eh nicht.

Alles wird besser? Alles bleibt gleich. Nur das Gesicht des Kanzlers ändert sich. Die Sozialdemokraten ließen sich ja so etwas von dermaßen in den Arsch ficken! Pardon, anders kann ich es leider nicht ausdrücken. Denn wer überlässt schon der kleineren Partei, die massive Wählerverluste hinnehmen musste, die Schlüsselressorts Finanzen, Inneres, Wirtschaft, Äußeres... nur damit die Sozialdemokraten so wichtige Ressorts wie "Frauen" bekleiden können Frauenministerium? Eigentlich diskreminierend, oder? Dies impliziert, dass Frauen es, im Gegensatz zu Männern, nötig hätten, durch ein eigenes Ministerium vertreten zu werden? Wo bleibt der Aufschrei der Emanzipationsbeauftragten jeglicher Einrichtungen, die sagen: "Danke, wir haben so einen Bullshit nicht nötig!" Oder beschränkt sich deren Aufgabe darin, Schreiberlinge durch die gendergerechte Schreibweise in den Wahnsinn zu führen? Apropos: Wieso spricht man von SchülerInnen, HeldInnen etc. aber niemals von MörderInnen, TäterInnen oder BetrügerInnen?

Das Ding mit den Studiengebühren könnte mir zum jetzigen Zeitpunkt ziemlich egal sein - ich habe schließlich nicht vor, noch allzu lange Zeit die Universität mit meiner Anwesenheit zu beehren. Doch wenn ich daran denke, dass man sich von den Gebühren "frei" arbeiten kann , also als billiger Hilfsdepp in "sozialen" Einrichtungen seine Gebühren abstottern kann, dann zeigt dies wieder einmal, wie unglaublich unweitsichtig die "Lenker" dieses Staates doch sind. Macht also Arbeit, in diesem Fall, tatsächlich frei? Aber eine Frage stellt sich für mich persönlich nun doch: Bin ich, aufgrund meines Zivildienstes und den vielen unbezahlten Überstunden, den Nachtstunden und den Wochenendarbeitsstunden ohne Zeit- oder Geldzuschläge auf ewig von den Studiengebühren befreit? Ganz zu schweigen davon, dass ich sogar nett zu meinen Patienten war und ihnen Tagein, Taugaus den Kasperl und Clown gemacht habe.

Als Conclusio: Gusenbauer ließ sich nach Strich und Faden verarschen und verarschte dadurch seinerseits seine Wähler. Der fiese Schüssel sitzt mal wieder im Sattel und geht zwar als Wahlverlierer, aber doch als Verhandlungsgewinner, aus der ganzen Sache raus. Alles bleibt gleich, nur ein paar neue Gesichter wird es geben. Das ist aber auch schon alles.

Früher dachte ich immer, dass Konzernhochzeiten toll sind. Heute weiß ich aber, dass "Parteihochzeiten" auch nicht übel sind. Denn bei beiden Dingen wird jeder mehr oder weniger Beteiligte garantiert nach Strich und Faden gefickt. Wie schön, schließlich sagt man unserer Gesellschaft ja nach, dass zuwenig Nähe und Wärme bestehen würde.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Sonntag, November 26, 2006

Skandal um die FMA

Der Untersuchungsausschuss zur Finanzmarktaufsicht schlägt bekanntlich hohe innenpolitische Wellen. Es ist die Rede von einer "unverantwortlichen Maßnahme, die dem Finanzplatz Österreich schadet". Dieses Argument ist immer wieder zu vernehmen, begründet wird es nicht. Es scheint wohl ein gottgegebenes Gesetz zu sein, dass man die Geschäfte von Banken, bzw. die Finanzmarktaufsicht, die deren Geschäfte "kontrollieren" sollte, nicht untersuchen darf. Weil... nun ja... vielleicht wäre dies böse, oder so.

Man mag zu einem Untersuchungsausschuss in diesem Bereich stehen wie man will - hierbei spielen sicher ideologische Präferenzen eine Rolle - ein Aspekt müsste aber jeden Demokraten, egal welcher Colour, zur Weißglut bringen. "Expertengutachten", die besagen, dass Mitarbeiter der FMA nicht vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss aussagen müssen.

Wenn ich mich nicht irre, ist die Arbeit der FMA gesetzlich vorgesehen und wird aus öffentlichen Geldern finanziert. Dies bedeutet, dass die FMA demokratisch legitimiert ist und deren Finanzierung über Steuermittel, Gelder der Bevölkerung, erfolgt. Und diese öffentliche Einrichtung darf nun nicht von den gewählten Vertretern des Volkes untersucht werden? Beamte der FMA müssen nicht vor den gewählten Vertretern des Volkes, also indirekt vor dem Volk, dem Finanzier der FMA, aussagen? Aufgrund von Weisungen eines Ministers und einigen gefälligen Gutachten? Ein Skandal sondergleichen.

Wer sollte denn hierbei kontrollieren, wenn nicht die Vertreter des Volkes? Befindet sich die FMA in einem rechtsleeren Raum, einem Raum, der frei jeglicher Kontrolle sei? Wenn man der Entwicklung folgt, so hat dies den Anschein. Die Gesetze hierzu sehen jedoch anders aus. Egal wie es hierbei weitergeht - das Verhalten einiger Akteure in dieser Causa wirft ein bezeichnendes Licht auf deren Demokratieverständnis. Dies reicht vom österreichischen Finanzminister und Jet-Setter Grasser zu ÖVP-Kollegen Stummvoll, hinauf zu Noch-Kanzler Schüssel bis hinüber zu "Gewerkschaftsboss" Hundstorfer. Nicht zu vergessen: Bald-Kanzler Gusenbauer, dem dieser Ausschuss nun auch nicht mehr allzu wichtig erscheint. Ein Skandal eben - den die österreichische Medienlandschaft jedoch nicht erkennen will oder erkennen darf.

Alle Macht geht vom Volk aus - so steht es in der Verfassung. Bei der Finanzmarktaufsicht erscheint es nun in der Praxis so, als wäre die "Macht des Volkes" enden wollend. Kontrollrechte einer Demokratie scheinen nicht vorhanden zu sein. Oder kann doch noch das Ruder herumgerissen werden und diese Farce, die derzeit stattfindet, in vernünftige Bahnen gelenkt werden, der Ausschuss also seine Arbeit, ohne Querschüsse von innen und außen, fortsetzen?

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Bild: Mediales Schweigen

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, November 21, 2006

Das "böse" Kopftuch

Immer öfter flackert die so genannte „Kopftuch-Debatte“ im öffentlichen Diskurs auf. Im generellen geht es hierbei darum, religiöse Zeichen und Artefakte aus dem öffentlichen Raum zu „verbannen“, im speziellen geht es darum, die Angst von Xenophoben in Europa ein Wenig abzumildern.

Denn wie ich schon zuvor angemerkt habe, handelt es sich zumindest inoffiziell um eine „Kopftuch-Debatte“ – was gemeinhin mit Musliminen verbunden wird. Nun sei zu aller erst gesagt, dass ich fürwahr kein Freund jeglicher Religionen bin - es klingt lächerlich, aber als ich noch eingeschriebenes Mitglied der katholischen Ewiges-Leben-Versicherungsanstalt war, bin ich beinahe beim Firmunterricht durchgefallen, obwohl es da nicht mal Noten gab. Ja, auch ich war mal in einer religiösen Vereinigung und erfüllte das Klischee "reich, weiß und katholisch"... nun ja, zumindest "weiß und katholisch"... jetzt bin ich nur noch "weiß" und statt "katholisch" eben "4-Dioptrien-kurzsichtig"! Aber weiter im Text...

Egal ob organisiertes Christentum, organisierter Islam, organisierter Hinduismus oder jedwede sonst welche Form der Organisation und Pervertierung von Glauben. Denn ein Blick in die Geschichte, aber auch in die Gegenwart genügt, um ersehen zu können, dass sämtliche Religionen mehr Schlechtes denn Gutes erschufen. Des Weiteren erscheint mir, dass zumindest der Glaube, eine sehr persönliche Angelegenheit sein muss, die jeder für sich selbst klären sollte, anstatt sein Heil in Versprechungen von religiösen Organisationen zu suchen – die all zu oft zur Hierarchienbildung, zu Machtkonstrukten und Werkzeugen gefährlicher Strömungen werden.

Und doch finde ich eine „Verbannung“ von jeglichen religiösen Symbolen aus der Öffentlichkeit als fatal. Wie sollte dies erreicht werden? Durch Verbote? Es hinterlässt einen mehr als schalen Nachgeschmack, wenn eine anscheinend liberale und freie Gesellschaft durch ein Verbot „gerettet“ werden sollte. Denn dies ist oftmals ein Argument der Befürworter eines Verbotes in diesem Bereich: „Es geht darum, unsere Errungenschaften der Freiheit und der Menschenrechte, die Errungenschaften des säkularen Staates, zu wahren!“

Wie dumm! Hierbei wird gar nichts gewahrt, stattdessen wird Zorn und Unverständnis geschürt. Höchstens einige Xenophobisten würden ihre helle Freude haben… solange, bis fairerweise auch der frommen katholischen Religionslehrerin ihr großes Holzkreuz abgenommen wird. Denn dann würden sie wieder schreien vor Wut.

Und wie soll dies weitergeführt werden? Müssen alle Anhänger des Rastafari-Kultes ihre Dreadlocks abschneiden? Denn diese Haarpracht ist ein sichtbares Zeichen ihrer Religionszugehörigkeit. Dürfen die buddhistischen Shaolin-Mönche in Zukunft nur mehr mit Perücken auftreten, da ihre Glatzen ja einen Religiösen Hintergrund haben? Müssen alte Frauen in Österreich, die ja durchwegs keine Musliminen sind, auch ihr Kopftuch abnehmen, welches sie so gerne tragen? Stampfen wir Kirchen und Moscheen ein, da sie ja ein sehr sichtbares Zeichen von Religion sind? Verbieten wir das Kipferl, weil es einem Halbmond nachempfunden ist? Ja, dies alles müsste man machen, wenn man unbedingt meint, man müsste äußere Religionszeichen verbieten. Denn nur den Musliminen das Kopftuch abzunehmen fände ich im Sinne der Fairness gemein und inkonsequent. Wenn die Musliminen ihr Kopftuch lassen müssen, dann müssten auch alle anderen ihre Religionszeichen verstecken – denn die Gleichheit ist eine Errungenschaft, die es verdient, verteidigt zu werden.

Aber man kann sich diesen gesamten Unsinn einfach ersparen. Lasst den Musliminen ihr Kopftuch, den Christen ihr Kreuz und auch allen anderen ihre Religionszeichen. Denn wenn ein säkularer Staat, der die Werte Freiheit und Menschenrechte verteidigt, ein paar Kopftücher usw. nicht aushält, dann ist es mit der Freiheit, der Säkularität und den Menschenrechten ohnehin nicht weit her. Würde es etwas mehr gelebte Toleranz und Wissen von- und übereinander geben, so wäre die gesamte Debatte nicht notwendig – höchstens als 1.-April-Scherz.

gracias por estar ahì


Miguel de Cervantes

Mittwoch, November 08, 2006

Untersuchungsausschüsse

Wieder einmal ein toller Schachzug österreichischer Journalisten. Gehäuft melden sich nun journalistische Kommentatoren kritisch über die Einsetzung der Untersuchungsausschüsse - verhindern sie doch zügige Regierungsverhandlungen, wie die Agitation lautet. Dies ist mir im Grunde gänzlich unverständlich. Gerade Journalisten, deren Aufgabe ja nicht nur darin besteht, PRopaganda-Artikel umzuschreiben, sollte die Einsetzung der beiden Untersuchungsausschüsse zum Beschaffungsvorgang der Eurofighter sowie zur Finanzmarktaufsicht freuen. Sind es doch die Journalisten, die sich gerne das Prädikat der "4. Macht" des Staates in ihrem Selbstverständnis anheften - als kritischer Kontrollor öffentlicher Vorgänge.

Wenn die Untersuchungsausschlüsse Koalitionsverhandlungen behindern, so ist mir dies, gelinde gesagt, egal. Meine Geilheit aufs regiert-werden hält sich sowieso in Grenzen. Soweit ich weiß, findet sich auch in Maslow´s Bedürfnisspyramide kein Anzeichen dafür, dass eine Regierung zu den wirklichen Bedürfnissen des Menschens zählen würde. Vielmehr interessieren mich die Möglichkeiten, die beide Untersuchungsausschüsse, sofern sie sorgsam arbeiten, in sich bergen.

Was weiß der 0-8-15 Bürger schon von Waffengeschäften? Wenig, oder? Ich kann dies behaupten, da ich selbst nur wenig Ahnung davon habe. Dies liegt aber nicht darin begründet, dass jene Geschäfte so komplex wären, dass nur einige auserwählte Weise sie begreifen, sondern eher darin, dass sie bewusst im stillen Kämmerlein abgeschlossen werden. Nur ja nichts öffentlich machen, lautet die Devise, es geht ja immerhin um "die nationale Sicherheit"!

Vielleicht bringt ja der Untersuchungsausschuss einige Details jener Verträge hervor, die wir ohne seiner Einsetzung nicht erfahren hätten. Es kann nicht schaden, wenn ein Rüstungsgeschäft einmal, zur Abwechslung, in einem öffentlicheren Zusammenhang behandelt wird. Und sollte auch nur die kleinsten Fälle von Schiebung ans Tageslicht treten, so ist eine Umfunktionierung des Untersuchungsausschusses in ein "politisches Tribunal", wie es die ÖVP seit Tagen befürchtet, auch angebracht.

Der Untersuchungssausschuss zur Finanzmarktaufsicht wird vielleicht etwas weniger spektakulär ausfallen. Und doch ist mein Interesse auch hier mehr als nur vorhanden. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, einen kleinen Einblick in die Geschäfte der Banken zu werfen - oder zumindest in manche Geschäftspraktiken. Ich finde es sogar mutig von jenen, die die Ausschüsse beschlossen haben, denn es werden sicherlich im Vorfeld mehr als genug Lobbyisten ihre "Argumente" gegen den Einsatz dieser Ausschüsse vorgebracht haben. Ich habe es wohl schon öfter angeführt, werde es aber auch diesmal tun. Die dreckigsten Geschäfte der Erde sind die Geschäfte mit Drogen, Menschen, Waffen und die internationalen Bankgeschäfte. Und zwei dieser Geschäfte sind legal!

Es bleibt nun nur mehr zu hoffen, dass die Ausschüsse in ihren Resultaten und ihrer Ausführung auch die Bezeichnung "Untersuchungsausschuss" verdienen. Denn dies wäre eine, vielleicht nicht weltbewegende aber immerhin greifbare, Verbesserung der politischen Kultur im Land zwischen Neusiedler- und Bodensee.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Freitag, September 08, 2006

Hojac und das Fake

Gestern amüsierte ich mich noch über die Paranoia-Schübe von Peter Hojac in der TV-Debatte mit Alfred Gusenbauer. Doch schon am heutigen Tage wird die Lächerlichkeit der Hojac-Paranoia durch die Lächerlichkeit seines Irrtums verdrängt.

Vollmundig las Hojac, er hatte wohl sicher das Gefühl ein Meister der Aufdeckung zu sein, Zitate aus einem vermeintlichen Briefwechsel eines SPÖ-Gemeinderates und Vertreters der islamischen Glaubengemeinde und des österreichischen Alpenvereines vor. Der Tenor daraus: Islamische Mitbürger fordern die Installierung von Halbmonden auf den Berggipfeln.

Heute stellte sich heraus, dass die Briefe von einer "Künstlergruppe" gefälscht wurden und an einige Politiker versendet wurden. Neben Hojac unter anderem auch an Heinz-Christian Stricher, der zumindest so intelligent war, die Echtheit nachzuprüfen.

Hojac tat dies nicht und ist aus diesem Grund zurecht der Depp vom Dienst im laufenden Nationalratswahlkampf. Wie kann man nur aus nicht-geprüften Material vor einem TV-Publikum zitieren? Meine ernst gemeinte Frage ist hier wirklich: Wie dumm muss man dazu sein? ... denn einen andere Begründung als Dummheit fällt mir zu diesem Fall echt nicht ein.

Alleine von der Optik müsste man stutzig werden. Zum Einen finden sich Fehler im Datum, zum anderen sind die Positionen von Sender und Empfänger vertauscht. Die "Künstlergruppe" schien fair zu sein, denn durch diesen, sicherlich absichtlichen, Dilletantissmus in der Verfassung der Schreiben, gaben sie ihren "Opfern" die Chance, mit nur ein klein Wenig Hausverstand, von vornherein stutzig zu werden.

Doch nicht so Peter Hojac. In seiner Verzweiflung, die im BZÖ wirklich groß sein muss, verlas er seine Zitate vor tausenden Menschen am TV-Bildschirm. Und diese Partei, mit diesem Parteivorsitzenden... jene Partei, die sich so leicht aufs Glatteis führen lässt... befindet sich zurzeit in der Regierung und will auch wieder Regierungsverantwortung tragen. Diese Leute wollen weiterhin Gesetze beschließen, die jetzt und in der Zukunft das Leben von ÖsterreicherInnen beeinflussen werden? Man kann nur hoffen, dass diese Partei nach dem 1. Oktober in der Versenkung der politischen Unwichtigkeit verschwindet.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Donnerstag, September 07, 2006

Analyse des TV-Duells SPÖ vs. BZÖ

Entgegen meines vorherigen Entschlusses, nichts zur heutigen TV-Debatte anzubringen, werde ich nun, in reinster flip-flopper Manier doch eine kurze Analyse wagen. Heute einmal in einer Form, die die Boxersprache außer Acht lässt. Denn dies würde ja auch langweilig auf die Dauer.

Im TV-Duell standen sich Alfred Gusenbauer und Peter Hojac (bekannter unter seinem "Kunstnamen" Westenthaler) gegenüber. Zu Beginn der Debatte war das Duell noch einigermaßen ausgeglichen, doch gerade in der letzten halben Stunde verlor Hojac immer mehr an Boden gegen einen, ungewohnt lockeren und launigen Gusenbauer.

Besonders bemerkenswert waren die Paranoia-Schübe von Hojac, mit denen er sich selbst demontierte. Ingrid Thurnher reagierte auf diese Hojac-Aktionen sehr souverän und erreichte beim heutigen Duell erstmals jene Form, die man von ihr auch zurecht erwarten darf. Eine große Siegerin der TV-Debatte war demnach Ingrid Thurnher, die eine starke Diskussionsleiterin war. Wenn sie das Niveau ihrer Moderation in dieser Weise halten kann, dann kann sie dadurch den katastrophalen Erstauftritt und den, zwar verbesserten, aber dennoch schwachen Auftritt der zweiten Debatte vergessend machen.

Gusenbauer traf mit dem Ausspruch, dass es ihm vor der propagierten Abschiebepolitik von Hojac "grausen" würde, den Nagel auf den Kopf. Gusenbauer ist oftmals ein Laberkopf, der stur seine Wahlbotschaften runterklopft, die nur durch "rührige Gschichtln" unterbrochen werden. Heute konnte er sich teilweise von dieser Unkultur emanzipieren.

Mit dem Schlusssatz von Gusenbauer bewies er Humor und die Fähigkeit, launige "Wuchteln" bringen zu können. Auf Thurnhers Aufklärung, dass Hojac insgesamt 30 Sekunden länger gesprochen hätte, entgegnete Gusenbauer: "Was aber auch egal ist, weil er trotzdem weniger gesagt hat!". Schlagkräftig gibt er so Hojac den Rest. Und auch abseits der politischen Wertigkeit gefiel mir persönlich dieser Satz in dieser Situation. Klarer Punktesieg für Gusenbauer, Hojac nahm sich spätestens durch seine Paranoia-Anfälle aus dem Spiel!

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Miguel de Cervantes

Donnerstag, August 24, 2006

Stricher-Rap

Dem blau-braunen Menschenhasser scheint jedes Mittel recht zu sein, um einige verwirrte Menschen dazu zu bewegen, ihm und seiner Partei die Stimme zu geben. Deshalb rappt der Stricher nun auch. Sozusagen der Stricher Rap!

Ehrlich: der Typ ist ja wohl der letzte Depp von hier bis Texas. Wie blöd kann ein Mensch sein? Wäre er kein Politiker, dann würde er wohl schon längst mit Haldol oder Prosac abgefüllt, weil er sonst einfach nicht verträglich wäre. Natürlich nur meine Meinung, ich bin ja kein Arzt, dass ich zum (geistigen) Gesundheitszustand des Strichers eine glaubwürdige Diagnose geben könnte. Doch die Meinungsfreiheit gehört genutzt.

Nun ja, wer den Irren "rappen" hören will, der klickt einfach mal auf folgenden LINK. (Mache ich jetzt nicht irgendwie Werbung für den Stricher, wenn ich einen Link zu ihm platziere? Nach dem Motto: "Auch schlechte PR (Propaganda) ist gute PR (Propaganda)?)

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, August 22, 2006

Die Wahlkabine

Viele Menschen meines Umfeldes vermuteten es ja schon seit langer Zeit... dank des "Wahltests" auf www.wahlkabine.at ist es nun Gewißheit. Miguel de Cervantes sympathisiert mit dem Kommunismus. Ehrlich überrascht war ich dafür, dass ich, laut diesem online Test, scheinbar große Sympathien für die Grünen und zumindest noch kleine Sympathien mit den blau-braunen Rülpsern hege. Ich dachte immer, dass ich die blau-braunen Rülpser beim Teufel nicht ausstehen kann... doch wie sich nun herausstellt, mag ich sie zumindest mit 26 Punkten.

Und die Grünen? Nein, ich kann sie ehrlich nicht leiden. Mit 16 Jahren mal, ja das stimmt. Aber da glaubte ich ja auch noch daran, dass das, was Politiker sagen, auch wirkich so gemeint wäre. Und ich glaubte daran, dass eine Frau nicht schwanger werden kann, wenn sie nach dem Geschlechtsverkehr dreimal von einem hohen Tisch springt. Zu meinem Glück interessierte ich mich damals mehr für Alkohol als für Frauen.

Aber ich sagte ja, dass ich die Grünen nicht leiden kann. Das liegt nicht mal so sehr an ihrem Parteiprogramm. Umweltschutz, Menschenrechte usw. liegen mir auch durchaus am Herzen. Das Programm geht schon in Ordnung, die Grün-Politiker aber nicht. Zumindest jene, die ich im Laufe der Jahre traf. Von der Grün-Landtagstussi bis zum Grün-Studentenpolitiker (der mir ganz besonders auf die Nerven ging), stellten sich alle Grün-Politiker als echt lästige Laberköpfe mit überzogenem Ego dar. Nein, muss ich echt nicht haben.

Nun ja, die Abneigunsskala umfasst dann noch das BZÖ und die ÖVP. Das überrascht mich nicht. Wie aussagekräftig so ein Test wirklich ist, das sei dahingestellt. Eine Wahlempfehlung stellt er für mich nicht da. Ich kreuze sowieso alle Parteien am Wahlzettel an und schreibe: "Lauter-Lobby-Arschlöcher" drauf!



KPÖ 277




SPÖ 256




Grüne 246




FPÖ 26



-146 BZÖ



-166 ÖVP


gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Juni 19, 2006

Bush Besuch - horrende Kosten und Bedenkliches

Ja, Morgen ist es so weit. Jener Mann, der meiner Meinung nach ein Kriegsverbrecher ist, kommt auf Visite nach Wien. Wenn man einmal davon absieht, ob es überhaupt moralisch vertretbar ist, diesen Menschen einzuladen, bleiben dennoch so einige Aspekte übrig, die ich sehr bedenklich finde.

Nicht nur, dass ich einen Tag meines Lebens im selben Land wie dieser Unmensch verbringen muss, nein, ich muss dafür auch noch bezahlen. Dreitausend österreichische Polizisten werden abgestellt um die "Sperrzonen" zu "beschützen". eintausend davon "konzentrieren" sich auf die zu erwartenden Demonstranten. Ich bin sehr gespannt, ob es wieder das alte Spiel wird. Demonstranten, die ihre Meinung kundtun und die Polizei, die gegen das eigene Volk auftritt. Gegen jene, die ihre Gehälter bezahlen. Schon oft erwähnt doch immer aktuell: Die Polizei als die Privatarmee der Reichen und Mächtigen.

"Sperrzonen"? Ich dachte immer, ich lebe in einem freien und demokratischen Land. Ein Land, in dem öffentliche Plätze der Öffentlichkeit, den Menschen, gehören. Nicht so am morgigen Tag. Es werden drei "Sperrzonen" eingerichtet. In der Wiener Innenstadt, jenen Teil der Donau-Metropole der besonders für Touristen von großem Wert ist. Sehe ich das richtig? Wir sperren tausende Gäste, die für die Tourismuswirtschaft wichtig sind, von unseren Sehenswürdigkeiten aus... nur damit Mr. Bush in Ruhe seine Sacher-Torte essen kann. Öffentliche Plätze gehören den Menschen, die Einrichtung von "Sperrzonen" ist mehr als bedenklich.

Eine besondere "Sperrzone" ist der hochfrequentierte Stephansplatz vor dem Wahrzeichen Wiens, dem Stephansdom. Er wird gesperrt, Österreicher und Touristen erhalten keinen Zutritt, da Mrs. Bush "vielleicht diese Kirche besuchen will". Leider kein Zutritt!

Doch halt, ja, Anrainer und Besitzer von Geschäften (müssen an jenem Tag geschlossen haben) dürfen schon in die "Sperrzonen". Gegen Vorweis eines Lichtbild Ausweises und einer grünen Identitätskarte. Sind wir schon so weit? Müssen wir uns in unserem Land mit Identitätskarten ausweisen, wenn wir uns bewegen wollen?

Ich weiß, es ist ja nur einen Tag lang. Am darauf folgenden Tag wird wieder alles seinen gewohnten Gang finden. Doch dennoch, die Optik erscheint mir mehr als schief. Wenn Bush ein solches Sicherheitsrisiko darstellt, dass solch hohe Aufwendungen für die Sicherheit eines Mannes aufgewendet werden müssen... dann kann man auf solche "Gäste" liebend gerne verzichten. Sollen sie doch eine Videokonferenz abhalten. Da wäre Mr. Bush sicher und die ganze Sache würde nicht so viel Kosten und Aufwand verursachen.

Nein zu ungerechtfertigten Kriegen, nein zur Todesstrafe, nein zum Konzentrationslager Guantanamo, nein zu Folter, nein zu einer Politik, für die die Würde und das Leben von Menschen nichts wert ist, nein an Mr. Bush!

Bush visita - gastos espantosos y dudoso

Sí, mañana es el día. Aquel hombre que es en mi opinión un criminal de guerra viene a Viena. Si uno se abstiene una vez de si es defendible generalmente moralmente para invitar a esta persona, así algunos aspectos que encuentro muy dudoso todavía son dejados.

No sólo que debo gastar un día de mi vida en la misma tierra como este monstruo, no, todavía debo pagar para ello. 3000 policías austriacos son dejados para "proteger "las zonas que se cierran". 1000 de ellos "se concentrarán" sobre los demostradores para ser esperado. Soy curioso muchísimo si esto se hace el viejo juego otra vez. Los demostradores que hacen conocido su opinión y la policía que aparece contra la propia gente. Contra aquellos que pagan sus sueldos. Sin embargo, bastante a menudo mencionado, siempre actualmente: la policía como el ejército privado de las figuras ricas y poderosas.

"Cerrando con llave zonas"? Yo siempre pensaba, vivo en una tierra libre y democrática. Una tierra en la cual los sitios públicos del gran público, la persona, pertenecen. No así durante el día de mañana. Tres "zonas que se cierran" son amuebladas. En el centro de la ciudad Vienés, aquella parte de la metrópoli de Danubio sobre todo para turistas del valor grande es. ¿Veo este derecho? Cerramos a miles de invitados que son importantes para la economía de turismo, de nuestras atracciones turísticas ... sólo con ello Sr. Bush en el resto que su pastel material puede comer. Los sitios públicos pertenecen a la gente, el equipo "de zonas que se cierran" es más que questionably.

Una "zona de cierre especial" es el lugar muy popular Stephans antes de la señal de Viena, el Stephansdom. Él está cerrado, los austríacos y los turistas no reciben ninguna admisión, porque Sra Bush "tal vez quiere visitar esta iglesia". Lamentablemente, ninguna admisión!

Sin embargo, sólo, sí, permiten a vecinos y los dueños de tiendas (debe haberse cerrado durante aquel día) ya en "las zonas que se cierran". Contra exposición de una foto de carnet de identidad y un carnet de identidad verde. Son nosotros ya hasta ahora? Debemos identificarnos en nuestra tierra con carnets de identidad si queremos movernos?

Sé, es sólo durante 1 día. Durante el día siguiente todo encontrará su camino habitual otra vez. Sin embargo, de todos modos, la óptica me parece más que torcida. Si Bush muestra tal riesgo a la seguridad que tales gastos altos deben ser usados para la seguridad de un hombre ... entonces uno puede renunciar a tales "invitados" que aman con el placer. Si ellos sostienen, sin embargo, una conferencia de vídeo. Allí Sr. Bush y todo el asunto estarían seguros no causaría tantos gastos y gasto.

"NO" a guerras injustificadas, "NO" a la pena de muerte, "NO" al campo de concentración Guantanamo, "NO" para torturar, el "NO" a una política para cual dignidad y la vida de la gente nada merece, "NO" a Sr. Bush!

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Freitag, Juni 02, 2006

Gewerkschaften - Zeit zur Erpressung

Eines vorneweg: In diesem Artikel geht es nicht um Gewerkschaften in Entwicklungsländern oder Schwellenländer. Jene Gewerkschafter riskieren in den meisten Fällen Kopf und Kragen um für die Rechte der Arbeiter zu kämpfen. Dieses Kopf und Kragen riskieren ist nicht nur ein Sprichwort. Jahr für Jahr werden viele, viel zu viele, Gewerkschafter ermordet. Getötet von Todesschwadronen, die durch die jeweiligen Regierungen, Großunternehmen... angeheuert und vor dem Gesetz geschützt werden.

Reden wir über die westlichen Gewerkschaften - und hierbei müssen die österreichischen Gewerkschaften als Stellvertreter herhalten - liegt einfach nahe für mich, denn dort kenne ich mich zumindest oberflächlich mit der Situation aus. Jedes Wort der Kritik fällt mir im Grunde schwer, entstamme ich doch aus einer Gesellschaftsschicht, in der die Gewerkschaften seit jeher einen großen Stellenwert hatten. Und auch heute ist noch beinahe jeder in meinem Verwandten-, Freundes- und Bekanntenkreis Mitglied der Gewerkschaft. Aber was man grundsätzlich mag, sollte man auch kritisieren, wenn man es weiterhin mögen will.

Die Gewerkschaft hat keinen Sinn, wenn sie sich auf die selbe Stufe mit den Vertretern der Wirtschaft stellt. Die Sozialpartnerschaft? Ein nettes Konstrukt der schlechten Lösungen. Das Finden von Kompromissen ist doch nur jener Weg, der keinen Sieger hervorbringt. Gewerkschaften und Interessensvertreter müssen keine Feinde sein, aber sie müssen Gegner sein. Es kann und darf nicht sein, dass der Vertreter der Wirtschaft zum persönlichen Freund des Gewerkschafters wird. Zumindest nicht am Verhandlungstisch.

Der einzige sinnvolle Weg der Gewerkschaften wäre jetzt der Weg der Erpressung. Harte Ansage in Zeiten der Abwanderung der Industrie in Billiglohnländer? Nein, gar nicht. Denn all jene Unternehmen, die Vorteile von einer Abwanderung hätten, sind schon abgewandert. Jene Unternehmen, die noch hier sind, sind auf die Arbeitskraft und die Qualifikation ihrer Arbeitskräfte, hier, angewiesen. Wäre dem nicht so, dann wären sie auch schon weg. Den sozialen Konzern gibt es nicht. Und wenn man nicht von Konzernen spricht, sondern von Unternehmen die noch patriarchalisch geführt werden, dann ist die Situation auch nicht anders.

Unternehmen meinen, frei nach modernen betriebswirtschaftlichen Überlegungen, dass der Sinn ihrer Existenz darin besteht, möglichst hohe Gewinne zu lukrieren. Im Grunde genommen egal wie. Und hier muss die Gewerkschaft einhaken und "Nein" sagen. "Nein" zu Verschlechterungen des Gehaltes. "Nein" zu aufgeweichten Kündigungsschutz. "Nein" zur Kürzung von Sozialleistungen der Unternehmen. "Nein" zu einseitigen Modellen zur flexiblen Arbeitszeit. "Nein" zu einer Ideologie, die keine Menschen kennt.

Der Sinn der Wirtschaft wäre es, Ressourcen gezielt und maßvoll einzusetzen. Dadurch sollten Werte lukriert werden die allen zum Wohl gereichen. Den Beschäftigten, der Volkswirtschaft, dem Staat... und, ja auch dem Unternehmer. In jenem Maß, dass er für sein Risiko und seinen Arbeitseinsatz verdient. Der einzige Weg für die Gewerkschaft, der uns zumindest ansatzweise in Richtung dieses Utopia führen kann, ist jener der Erpressung und der harten Verhandlungen ohne faule Kompromisse. Alles andere führt zurück in Zeiten, die wir wohl alle nicht erleben wollen.

Sindicatos - tiempo a la extorsión

En frente: En este artículo no es sobre sindicatos en tierras de umbral o países en vías de desarrollo. Aquellos sindicalistas arriesgan la cabeza y el cuello que lucha por los derechos de los trabajadores en la mayor parte de casos. Esta cabeza y cuello arriesgar no son sólo una palabra. Año tras año muchos sindicalistas son asesinados, demasiado. Matado por comandos de asesino que son contratados por los gobiernos respectivos, empresas en gran escala ... y son protegidos contra la ley.

Si hablamos de los sindicatos occidentales - y, en esta ocasión, los sindicatos austriacos debe resistir como un diputado - mentiras simplemente cerca para mí, porque allí sé mucho al menos superficialmente sobre la situación. Cada palabra de la crítica es difícil para mí básicamente, sin embargo, soy bajado de una clase social en la cual los sindicatos siempre tenían un valor grande. Y también hoy casi cada uno está todavía en mi círculo relacionado, círculo de amigo y el círculo del amigo un miembro del sindicato. Pero lo que uno gusta básicamente, también habría que criticar si uno quiere a parecido ello además.

El sindicato no tiene ningún sentido si esto se coloca en el mismo paso con los representantes de la economía. ¿La sociedad social? Un agradable construye de las soluciones malas. Sin embargo, el descubrimiento de compromisos es sólo aquel camino que no produce a ningún ganador. Los sindicatos y los representantes de interés no deben ser ningunos enemigos, pero ellos deben ser opositores. Esto puede y poder no ser que el representante de la economía se hace el amigo personal del sindicalista. Al menos no en la mesa de negociaciones.

Ahora el único camino sensible de los sindicatos sería el camino de la extorsión. ¿Anuncio difícil en tiempos del movimiento de la industria en tierras de salario baratas? No, de nada. Desde todas aquellas empresas que harían que ventajas de un movimiento hubieran alejado ya. Aquellas empresas que todavía son aquí son dependidas en el trabajador y la calificación de su mano de obra, aquí. Ello no ser de tal modo, entonces ellos estarían también ya lejos. Como las multinacionales hizo. Y si uno habla no de multinacionales, pero es conducido por la empresa todavía patriarcal, entonces la situación no es también diferente.

Emprende el mío, libremente después de consideraciones económicas modernas que el sentido de su existencia consiste en la fabricación del dinero máximo. Básicamente ellos no se preocupan como este objetivo podría ser conseguido. Y aquí el sindicato debe enganchar y decir "No". "No" a empeoramiento del sueldo. "No" a protección suave hecha contra despido improcedente. "No" a la mantequilla de logros sociales de las empresas. "No" a modelos unilaterales en las horas de trabajo adaptables. " NO" a una ideología que no conoce a ninguna gente.

El sentido de la economía sería apuntado usando ressources planeado y moderatley. Los valores que son hechos deberían hacerse así a todas las aclamaciones. El empleado, la economía nacional, al estado ... y, también al empresario. En aquella medida que él gana para su riesgo y su despliegue del trabajo. El único camino para el sindicato que puede conducirnos al menos sabio por el principio en dirección de esta Utopía es la extorsión y las negociaciones difíciles sin compromisos deteriorados. Todos otro conducen atrás en tiempos que probablemente no queremos experimentar.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes