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Sonntag, April 01, 2007

Unterschätztes Nahrungsmittel

Gestern machte mich eine Meldung im ORF-Teletext hellhörig. Hierum ging es um eine breit angelegte Studie der University of Leeds in Kooperation mit der Universität Orlèans. Untersuchungsgegenstand waren "typisch europäische" Snacks für zwischendurch, derer es ja viele gibt. So fanden sich, neben Fish & Chips auch etwa die deutsche Currywurst in den Reihen der untersuchten Nahrungsmittel. Für Österreich ging ein nur allzu bekanntes Gericht "ins Rennen" - das Leberkässemmerl.

Und die Studie ergab durchaus interessante Erkenntnisse. Wie nicht anders zu erwarten war, erfuhr die Semmel eine schlechte Bewertung durch die Ernährungswissenschafter. Doch der Leberkäse an sich? Der Leberkäse wurde auffallend gut bewertet. So ist er zwar eine Kalorienbombe, hat jedoch auch einige positive Eigenschaften. So finden sich im Leberkäse, durch die speziellen Gewürzmischungen, etwa Stoffe, die freie Radikale binden. So etwa den Catechinen verwandte Stoffe, wie sie ja im grünen Tee anzutreffen sind.

Doch der Leberkäse vermag nicht nur, wenn auch nicht im dramatischen Ausmaß, freie Radikale zu binden, sondern hat auch noch eine zweite interessante Eigenschaft. Durch den hohen Fettanteil, verbunden mit der Vielzahl an Gewürz- und Geschmacksstoffen, dient der Leberkäse als Aphrodisakum. Es wird sogar vermutet, dass sich durch regelmäßigen Konsum die Potenz leicht steigern ließe. Doch hierzu werden die Studien, gesondert konzentriert auf den Leberkäse, noch fortgeführt. Eines können die Ernährungswissenschafter jedoch schon mit Gewißheit sagen: Der Konsum von Leberkäse ist förderlich für die Gesundheit. Am gesündesten wird der Leberkäse jedoch, statt in einer Semmel, in zwei Scheiben Vollkornbrot genossen.

Und wie erging es der deutschen Currywurst und den Fish & Chips? Nun ja, wie erwartet wurden sie von den Ernährungswissenschaftern der beiden Universitäten nicht besonders gut bewertet, wenngleich sie festhalten mussten, dass beide Gerichte schmecken. Besonders jetzt, wo es schon ein Wenig wärmer wird, an diesen ersten Apriltag(en).

gtacias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Mittwoch, März 28, 2007

Murphys Gesetze

Der Schreiberling hat, zugegebenermaßen, eine kleine Vorliebe für gesetzesähnlichen Aussagen - wie z. B. jene von Paul Watzlawick. Mein derzeitiger Favorit ist jedoch Edward A. Murphy mit seinen gesetzesähnlichen Aussagen - bekannter unter dem Schlagwort "Murphys Law". Sie klingen einfach wunderbar fatalistisch und wunderbar polemisch - und sind im Grund auch witzig, wenngleich sie eine durchaus praktikable Anwendung (etwa im Bereich der Technik) finden. Und wie lauten Sie?

  1. Wenn etwas schief gehen kann, dann geht es schief.
  2. Wenn etwas auf verschiedene Arten schief gehen kann, dann geht es immer auf die Art schief, die am meisten Schaden anrichtet.
  3. Hat man alle Möglichkeiten ausgeschlossen, auf die etwas schief gehen kann, eröffnet sich sofort eine neue Möglichkeit.
  4. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Ereignis eintritt, ist umgekehrt proportional zu seiner Erwünschtheit.
  5. Früher oder später wird die schlimmstmögliche Verkettung von Umständen eintreten.
Quelle: Wikipedia

Was lernt man daraus? Am besten lange ausschlafen und gar nicht erst aufstehen... oder man schmunzelt einfach über Murphys Law.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, März 05, 2007

Urlaub, Klima und Österreich

Der Schreiberling ist begeistert von Tendenzen, die sich in den vergangenen Tagen ergaben. Zuerst regte sich der Urlaubspatriotismus bei deutschen Politikern, nun zog auch Landwirtschafts- und Umweltminister Pröll nach. Worum es geht? Um das Klima zu schonen, sollte auf Flugreisen verzichtet werden!

Und nun freut sich der Schreiberling wegen mehrerlei Gründe. Zum Einen hat der Schreiberling seit Jahr und Tag Flugangst, was ihn zwar noch nie gehindert hätte, zu fliegen, dasselbe jedoch etwa unangenehm erscheinen ließ. Aus diesem Grund zieht es der Schreiberling nach Möglichkeit auch vor, mit der Bahn zu verreisen. Auch wenn Interrail schon lange nicht mehr so günstig ist, wie es einst war.

Aber ich freue mich auch für die Österreich-Werbung. Und wundere mich gleichsam, dass all die glorreichen und grenzgenialen Werbe- und Marketinggenies, der österreichischen Tourismusbetriebe, den Umweltfaktor in ihrer Propaganda "pro Urlaub in Österreich" nie wirklich erkannten. Nein, da muss schon der Pröll kommen, um auf der Klaviatur des Umweltschutzes zu spielen. Doch wie dem auch sei - Urlaub in Österrreich wird in ökobewussten Gehirnen wohl wieder chic, wenn nicht gar "cool" werden.

Doch nun Spass bei Seite. Da wird seit den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Tendenz der Privatisierten Mobilität propagiert und auf einmal sollte es schlecht sein? Das ist nun doch einigermaßen gemein. Was gestern noch "hui" war wird auf einmal "pfui". Verpönt die Zeiten, an denen man nach getaner Fernreise die Zurückgebliebenen mit Fotos oder gar Dias langweilen konnte. In Zukunft gibt es wieder Fotos von der Zenzi, ihres Zeichens Tiroler Biokuh.

Klar, der Flugverkehr macht schon eine Menge Dreck. In anderen Worten: knapp 2 % des CO2 Ausstoßes in Österreich. Und warum man für einen schlichten Strandurlaub zehntausende Kilometer weit fliegen muss, sah ich noch nie ein. Denn Meer ist schließlich Meer. In Italien wie auf den Seychellen salzig, und mal mehr, mal weniger verschmutzt. Strandurlaube sind ja sowieso eines jener Dinge, die man getrost "den Anderen" überlässt. Doch wie dem auch sei - Urlaub in Österreich schont das Klima und lässt sich gut vermarkten... anscheinend... sagt er halt... der Pröll.

Nun könnte man Einlenken, dass die Thematik des Straßenverkehrs und der Industrieabgase im Grunde weit wichtiger wären. Demzufolge wäre dieses quasi-patriotische "Ösis bleibt zu Hause" wohl auch ein kleines Ablenkungsmanöver. Doch wollen wir dies wirklich unterstellen? Ich sage ja, ich sage nein...

Überdies ist die Einführung einer Kerosinsteuer durchaus eine Überlegung wert. Bezahlen würde sie, wie üblich, der Konsument. Doch wenn es so lustige Steuern wie die "Luftsteuer" gibt, die im Grunde nichts mit Umweltschutz zu tun hat, dann kann man auch eine Kerosinsteuer einführen. Im übrigen bin ich der Meinung, auch wenn ich zu nichts und niemandem eine Meinung habe, dass es nie zuviele Steuern geben kann. Denn damit kann man so toll steuern...

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Donnerstag, Jänner 04, 2007

Am Schauplatz: LAN-Party

Im Leben des Schreiberlinges kommen Momente, an denen er sich aus der vertrauten Umgebung, den Gewohnheiten und Präferenzen reißt, um zu... nun sagen wir einmal... recherchieren!

Und so befindet sich der Schreiberling zu diesem Zeitpunkt auf einem Event, dass unter Kennern und Noobies und im Grunde allen anderen, die noch nicht zum priviligierten Kreis der Pensionisten gehören, als LAN bekannt ist.
Dem Schreiberling bot sich ein irritierendes Bild, sah er doch vertraute Menschen, in einer vertrauten Location, vor gänzlich unvertrautem Hintergrund. Nämlich einer Vielzahl von Bildschirmen, PC´s, Pizzakartons, einem Sound wie in einer Spielhalle in Jesolo und einer Unmenge an... Bier.

Und an diesem Zeitpunkt der Geschichte beginnt der Schreiberling, der ansonsten Computerspielen gegenüber nicht einmal Gleichgültigkeit entgegen bringen kann, Gefallen an der Szenerie zu finden. Denn wenn Bier dabei ist, dann kann das Ganze ja nicht so schlimm sein, oder? Denn "Bier" ist im Grunde ja eine ganz nette und zivilisierte Erfindung!

Ein PC wird okkupiert, ein Spiel gestartet... und die Erkenntnis, woher das Wort "Killerspiel" kommt, wird deutlicher und deutlicher. Denn "Killerspiel" bedeutet wohl, dass Miguel de Cervantes nie länger als eine halbe Minute im Spiel überlebt, bevor er von jemandem "gekillt" wird, der wohl "absolutely no life" haben muss.

An diesem Zeitpunkt der Geschichte beschloss der Schreiberling ein Bier zu öffnen, eine Zigarette zu rauchen und die ganze Sache den wirklich kompetenten Menschen zu überlassen. Doch sobald dieser Artikel beendet ist, wird sich der Schreiberling wieder hinein wagen... in die Dimension der LAN-Parties und der tausenden Tode beim Ego-Shooter.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Dienstag, Dezember 12, 2006

Der spanische Köter und Weihnachten

Eigentlich wollte der spanische Köter gar nichts mehr zu Weihnachten schreiben - schon gar nicht, da ihm ja HIER das Weihnachtsstöckchen zugeworfen wurde und spanische Köter für gewöhnlich nicht gerne Stöckchen hinterherjagen. Doch der spanische Köter will nunmal nicht so sein und da ja Advent ist, wird er auch seinen gesalbten Senf zum Stöckchen reichen.

Erst einmal könnte man meinen, dass dem spanischen Köter nicht viel an Weihnachten liegt, da ihm ja generell sehr wenig an christlichen und weltlichen Feiertagen liegt. Selbst Geburtstage findet er nicht bahnbrechend und Silvester feierte er dieses Jahr bereits am 31. August - weils um diese Jahreszeit wärmer ist als im Winter. Aber Weihnachten? Ja, der spanische Köter mag Weihnachten...

Obwohl es viele Dinge geben würde, die ihm das Fest vermiesen könnten. Weihnachten ist vor allem eines: Erinnerung. Es mag dahingestellt sein, ob eine Erinnerung etwas ist, dass man besitzt, oder schon verloren hat. Aber der spanische Köter erinnert sich nun, warum er Weihnachten NICHT mögen könnte.

Da wären zum Einen die frühkindlichen Erinnerungen an die elendslangen Wunschlisten, von denen nicht einmal die Hälfte erfüllt wurde. Oder die Strafarbeit, die er in der Volksschule schreiben musste, weil er, von seinem großen Bruder im zarten Alter von fünf Jahren über den "großen Christkind-Schwindel" aufgeklärt, auch seine Mitschüler an diesem Wissen teilhaben lassen wollte. Oder die Hilflosigkeit, wenn einmal wieder sein Vater, mit gespielter Hilfsbereitschaft, die große Legoburg aufbaute, die eigentlich der spanische Köter aufbauen wollte (die Basis eines jeden großen Vater-Sohn-Konfliktes und der Grund, warum ich keine technische Berufslaufbahn einschlug). Oder jenes unselige Fest, bei dem der spanische Köter den Christbaum mitsamt den Weihnachtskugeln umwarf (der große Christbaumwurf von ´93 - es WAREN auch lila Christbaumkugeln dabei). Oder all die Verwandtenbesuche, bei denen dem spanischen Köter in die Backe gekniffen wurde - heute trauen sich das die fetten Verwandtengesichter nicht mehr, da der spanische Köter nun auch beißt, wenn er bellt.

Dies wären also alles Gründe, warum der spanische Köter Weihnachten nicht mag. Und der allgemeine Kommerzwahn ist hier noch nicht einmal angeführt. Doch wie zuvor gesagt, mag der spanische Köter Weihnachten doch - oder vielleicht trotzdem.

Weihnachten verbindet der spanische Köter auch mit diesen endlos langen Spaziergängen am Tag des Heiligabends, die er mit seinem Vater und seinen Bruder gemacht hatte, damit seine Mutter zu Hause etwas Ruhe bei den Vorbereitungen hatte. Bei diesen Spaziergängen wurde zum Glück nicht über christliche Werte geredet, sondern über fremde Länder und Reisegeschichten des Vaters. Weihnachten ist auch der betrunkene Großvater, der partout nicht einsehen wollte, warum ein 10jähriger nicht auch Schnaps trinken sollte und Stille-Nacht-Soli auf der Trompete spielte. Weihnachten ist auch Lachs und Rotwein - Keksduft und exzessive Völlerei. Weihnachten ist auch die Zeit, an der der Stress überhand nimmt, um kurz darauf vollständig abzufallen. Weihnachten ist jener Abend, an dem die Mutter des spanischen Köters ihre Familie zwingt, die Weihnachtsgeschichte anzuhören - was beim spanischen Köter immer in einem schlimmen Lachkrampf endet. Seit seinem 3 Lebensjahr beginnt der Lachkrampf bei der immer gleichen Stelle der Geschichte und hört erst auf, wenn er, mehr scherz- als ernsthaft, des Raumes verwiesen wird. Weihnachten ist also vieles - doch vor allem Erinnerung.

Erinnerung? Ist es etwas, dass man besitzt oder schon lange verloren hat? Oder doch etwas, was man immer wieder aufs Neue erschafft? Und wer weiß, vielleicht wird auch der spanische Köter eines Tages Hilfsbereitschaft vorgaukeln und die Weihnachtsgeschenke seiner Kinder an sich reissen. Um seinerseits einen Vater-Sohn-Tochter-Konflikt heraufzubeschwören.

Jetzt wäre es natürlich interessant, das Stöckchen weiterzuwerfen, um etwa zu erfahren, wie der Kollege mit dem anderen"Planeta Eskoria" in seiner südamerikanischen Heimat das Fest feiert. Doch da der spanische Köter auch Kettenbriefe/mails nicht weiterleitet, wird er auch das Stöckchen nicht weiterwerfen. Und außerdem: Wie würde denn das aussehen, wenn die Köter beginnen, mit Stöckchen zu werfen?

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes

Montag, Oktober 23, 2006

Zivildienstpapierkrieg die Zweite

Manche mögen sich vielleicht noch an den Post "Zivildienstpapierkrieg" erinnern... manche nicht... egal, denn die Saga geht weiter. Und aus dem Papierkrieg, der sich zuvor vor Bildschirmen und Druckern abspielte, wurde nun bitterer realer Ernst. Verhandlung mit dem Rechtsträger meiner Einrichtung, Verhandlung mit dem Gemeindebeamten Johann Wallinger, seines Zeichens Amtsleiter der Marktgemeinde Kuchl. Im Normalfall nenne ich nicht gerne Namen, doch dieses Mal gehe ich davon ab, denn Herr Wallinger hat sich eine namentliche Nennung redlich verdient. Ehre wem Ehre gebührt.

Und so fand ich mich, im Beisein meines Bruders, der wie ich noch ausständige Ansprüche aus seiner Zivildienstzeit hat, um 11:30 Uhr im Gemeindeamt ein. Pünktlich zum verabredeten Termin, denn Termine sind nun einmal dazu da, um pünktlich eingehalten zu werden. Leider musste man dann doch noch geschlagene 25 Minuten, und einen ÖVP-Bürgermeister später, warten, bis Amtsleiter Wallinger es der Mühe als wert erachtete, durch sein persönliches Erscheinen zu glänzen.

Mit einem Lächeln auf den Lippen lag es nun an ihm, das Entgegenkommen der Gemeinde, in Form von circa einem Zehntel der ausständigen Summe (nach meinen Berechnungen und den Erfahrungssätzen auf einschlägigen Websites) zu verkünden. Nun lag es aber eindeutig an meinem Bruder und mir zu lächeln. Besonders als sich Amtsleiter Wallinger gönnerhaft dazu hinreißen ließ, die angebotene Summe als Zeichen des "Entgegenkommens und der Wertschätzung für Ihre Tätigkeit im Haus der Senioren in Kuchl" um EURO 9,50 zu erhöhen (wie großzügig!!!). Alles was wir dazu tun müssten, wäre die Unterzeichnung eines vorgefertigten Formulares - was natürlich zur Folge hätte, dass man freiwillig auf sämtliche Ansprüche verzichten würde.

Des Weiteren wurde uns, statt einer Begründung für das geringe Entgegenkommen unsere berechtigten Ansprüche, ein Schreiben ausgehändigt. Ein Schreiben, dass auf den ersten Blick auf eine, sagen wir einmal "komische Rechtsauffassung" schließen lässt. Es hätte dazu noch ein "Berechnungsblatt" geben sollen, zumindest laut der angefügten "Anlage" am Schreiben. Zu sehen bekamen wir es jedoch leider nicht. Man sollte eben schnell unterzeichnen "damit die Sache erledigt ist".

Nun denn, davon sahen wir ab. Höflich aber bestimmt (ich bin immer wieder überrascht, welch große Selbstdisziplin in mir ruht) lehnten wir dies ab und unterrichteten Amtsleiter Wallinger davon, dass wir diesen Vorschlag, gelinde gesagt "nicht koscher" finden und doch lieber die nächsthöhere Instanz beauftragen werden, da eine einvernehmliche Lösung unter diesen Gesichtspunkten für uns leider unmöglich wäre.

Nun denn, es war einmal mehr eine tolle, ein lustige, Erfahrung mit Österreichs Amtsschimmel. Es war einmal mehr eine schöne Möglichkeit zu sehen, mit welch debilen Tricks versucht wird, Menschen auszutricksen. Amtsleiter Wallinger und sein süffisantes Lächeln haben es sich verdient den Titel des "Planeta Eskoria Komikers des Monats" zu erlangen. Ich gratuliere ihm herzlichst dazu und bedanke mich auf diesem Wege dafür, dass meine Zeit verschwendet wurde. Gestern nahm ich die ganze Angelegenheit nur persönlich - schön langsam wird es aber prinzipiell.

gracias por estar ahì

Miguel de Cervantes